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Der Israelit · 1903-12-14 · Heft 99 (14.12.1903) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 99 (14.12.1903)
Date
1903-12-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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44. Jahrgang. M SS. Kentrat-Hrgan für das ottfyoboxe ZudenLHum. Begründet von 2dr. Detzurs«« in Ms4rrr. Montag, den 25. Ktsrew 5664/ 14. Dezenrber 1903. Irr Nrozeß gezes die Mivewer Ettedeutc«. Kifchinew, 3. Dezember. Rechtsanwalt Netaksa richtet an Makedon die Frage, wetzhalb er Theodor nicht dem Militärdetachement übergeben habe; Makedon erwiderte: „Ich fürchtete, das Militär würde ihn sofort wieder freilassen." Der Schutzmann D u b i n s k y deponiri, datz er in Gemeinschaft mit Makadon den Theodor auf der Tramway begleitete. Der Angeklagte weist auch auf Dubinsky als denjenigen, der ihn gleichfalls zur Plünderung angeeifert hat und ihm zeigte, wie er den Rollladen in Angriff nehmen solle. Advokat Grusenberg verlangt, datz man Alexander Schmidt, den Sohn des ehemaligen Bürgermeisters vorlade, sowie Leonide Ruffo, welche beide bestätigen können, datz vor den Qstertagen Proklamationen unter der Bevölkerung verbreitet wurden und zur Vertheilung gelangten, die zu den Plünderungen aufforderten. Advokat S a r u d n y beantragt, daß man Makodon mit den anderen Zeugen konfrontire, um festzustellen, wer die Wahrheit sagt. Der Vertreter der Angeklagten, P o g o r s ch e w, ein Gehilfe des abgereisten Schmakow, wünscht, daß zwei Zeugen vorgeladen werden, die bestätigen sollen, daß am 19. April die jüdischen Bewohner des Hauses Gostinajergaffe Nr. 33 vorübergehende Christen angegriffen und hierdurch die Wuth des Pöbels auf sich gelenkt hätten. Staatsanwalt Dsibelli widersetzt sich entschieden allen diesen Anträgen. Der Antrag der Vertreter der Beschädigten, wertere Zeugen vorzuladen, um die planmäßige Organisation der Exzesse nachzuweifen, wird auch vom Vertreter der Angeklagten, Schamonin, ausgenommen, der hierdurch seine Klienten entlasten will. Schamonin bringt bei diesem Anlasse eine neue Enthüllung vor; IHM und seinen Kollegen ist eben bekannt geworden, daß im Gefängniß unter den Verhafteten ein gewisser Vuktschuk sich befindet, der bereit ist, unter Eid zu bezeugen, daß der inzwischen seines Postens enthobene Polizeimeister Chansenkow und mehrere Pristaws das Volk selbst mit Anreden, die mit den Proklamationen im wesentlichen vollkommen Lbereinstimmen, gegen die Juden aufimegelten, indem sie die vollständige Straflosigkeit in bestimmte Aussicht stellten. Die Anwälte verlangen ferner, daß man den Magistratssekretär Schachofsky vorlade, der aussagen kann, daß ihm vor dem Osterfeste von befteundeten Polizisten der Rath ertheilt wurde, an den Festtagen Heiligenbilder vor die Fenster zu stellen, damit bei den bevorstehenden Excessen sein Haus übergangen und verschont werde. Der Gerichtshof lehnt sämmtliche Anträge ab, mit Ausnahme desjenigen, Leonide Russo zu verhören. Karabtschewsky, Grusenberg und Kalmanowitsch äußern sich entrüstet darüber, datz der Gerichtshof durch Ablehnung ihrer Anträge die wahren Schuldigen zu decken suche; Alexander Schmidt z. B. könnte aussagen, wie er selbst mehrere Aufwiegler das Volk aufhetzen sah. Die Richter verstopfen damit die beste Quelle, aus der Licht über die traurigen Vorgänge gewonnen werden könnte. Es gelingt hierauf, den Gerichtshof zu bewegen, Alexander Schmidt für einen der nächsten Tage vorzuladen. Ein Schutzmann sagt aus, er sei dabei gewesen, als der Laden des Fischmann geplündert wurde; er habe die Excedenten daran hindern wollen, darauf habe $ ihn einer am Halse gepackt und ihm zugerufen, wie er ' sich erkühnen könne, für die Juden Partei zu ergreifen. Es wäre ihm schlecht ergangen, wenn nicht einer aus der Rotte, der gewesene Wachmann Watar, ihn erkannt hätte, worauf er seinen Genossen sagte: „Laßt ihn, das ist einer von den unserigen!" Der Zeuge hat am 20. April 14 Excedenten selbst verhaftet, zu seiner

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