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Der Israelit · 1903-12-10 · Heft 98 (10.12.1903) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 98 (10.12.1903)
Date
1903-12-10
Page
– (sequence 17)
Language
German
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aaaMi>gi*ia*aBäte^^ sys OM OSESv.^ 10. Dez. 1903.1 fNr. 53. aH Lev kehlen Mkstion. Skizze nach dem Magyarischen von DeZ 0 8 M a I ü tl I] a L Autoristrtc Ueberfetzunz von Dr. Adolph Kohut. (Nachdruck verbotemi Auf dem Verdeck dritter Klasse des „Vorwärts", auf der Spitze der Hafterbreiten Eichenbalken, hatte sich eine jüdische Familie niedergelassen, zur nicht geringen Belustigung des Matrosenvolkes. Es waren ihrer fünf, und am Tage der Abfahrt krochen sie zusammen, wie zur Zeit des Gewitters die unter der Traufe zusammengekauerten Sperlinge. Ein Greis mit zitterndem Haupte und abgemagerter Gestalt, in einen Kaftan gehüllt, saß am höchsten. Sein langer schneeweißer Bart fiel ihm bis auf die Brust. Den alten Patriarchen Abraham pflegen so die kleinen illustrirten Bilder-Vibelbücher darzustelleir. Neben ihm saß gleichfalls ein alter, wenn auch noch nicht ganz gebrochener Mann und eine zusammengeschrumpfte Matrone. Zwei andere befanden sich an ihrer Seite. Der Knabe mochte gegen 8 Jahre und das Mädchen gegen 11 Jahre gewesen sein. Ihre Kleider sahen abgeschafft aus. Noth und Elend war deutlich in ihrem Aeußeren ausgeprägt. Ein alter Koffer, ein gefüllter Sack und etwa drei Tornister machten ihre ganze Habe aus. Die Alten achteten nicht im Geringsten auf die sie umgebenden Passagiere; sie nahmen zwei große und abgenutzte Gebetbücher aus dem Sack, und neben ihrer Bagage zusammengepfercht, begannen sie-mit tiefster Ruhe den langen, schweren Weg. Sie sahen durchaus nicht wie Leute aus, welche in eine neue Welt eilen, um sich dort ein Vermögen zu erwerben. Desto eifriger tummelten sich die Kinder hin und her und schwatzten in einem fort, Das Mädchen lächelte Jedermann an, aus threrf glänzenden, schwär-- ' zen Augen blickte eine furchtsame, aber treue und unwissende kleine Seele; ihr schönes, neugieriges Gesichtchcn schien gleichsam den verzärtelnden Kuß zu verlangen. Am Fuß des ersten Mastes breitete ein gedrungener Araber, mit rothem Fez auf dem Kopfe,., seinen farbigen Teppich aus, und kaum hatte sich das Schiff unter großem Lärme und Pusten aus Triest in Bewegung gesetzt, reichte er bereits den Kindern allerlei Süßigkeiten. Der Knabe fragte zuvor den Alten, ob er's erlaube, aber das Mädchen verzehrte ohne jegliche Gewissensbisse die Leckereien. Der Araber plauderte viel und bald machte er mit 'aller Welt Bekanntschaft; er erzählte, daß er in München ein kleines Kaffeehaus habe und jetzt nach Smyrna gehe. Er werde von dort dem Maler Eisenhut eine schone, junge Araberin bringen, welche ihm für ein orientalisches Gemälde, an welchem er jetzt arbeite, als Modell dienen solle. Eine Frau aus Jerusalem und ein Mönch aus Armenien nahmen neben dem mittheilsamen Araber Platz und'schlossen mit großer Vehemenz Freundschaft mit einander. Es war das eine intreffante Gruppe! Den Kopf und die Schultern der Frau bedeckte ein in orientalische Falten gedrehtes, weißes Spitzentuch; der Mönch zog sich die schwarze MjMj

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