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Der Israelit · 1903-12-10 · Heft 98 (10.12.1903) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 98 (10.12.1903)
Date
1903-12-10
Page
– (sequence 11)
Language
German
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-—nr'WiTiiniiiTTrft •* traf—i1* »«-«■»»'■'a: 2iJ7 -'«-M MOKLM«BWMchO^WWKW der Glanz und das Licht der israelitischen Gemeinde Michelstadts erloschen. Weiter entwickelte der Herr Rabbiner ein ergreifendes Lebensbild des Entschlafenen in Bezug auf seine dreifache Thätigkeit als Familienvater, als Lehrer einer Religionsgemeinde und als ein, seiner Verpflichtungen gegen die Allgemeinheit sich bewußter Mensch. Auch ihm würden sich, wie unseren Frommen, drei Engel vom Gottesthrone nahen und ihm zurufen: „Friede mit Dir! Lohn wird Dir werden für Deine aufopfernde Liebe und Treue Deinen Angehörigen gegenüber, Lohn wirst Du empfangen für die Saat, die Du in langen Jahren hingebendster Thatigkeit in die empfänglichen Kinderherzen gestreut hast, Lohn wirst Du erhalten für Deine allumfassende Menschenliebe, die auch dem sorgenvollsten, sich Dir nahenden, einen Lichtblick gewährte." Wohl sei der Stand der jüdischen Kultusbeamten nicht auf Rosen gebettet und auch der Dahingeschiedene hätte die Roth des Lebens kennen gelernt: aber nrs nvs-n c’srtn diejenigen, die mit Thränen säen, tröstete der Landesrabbiner, würden'in Hellem Jubel die Früchte ihrer Thätigkeit vor dem Throne des allmächtigen Vaters im Himmel einst ernten und genießen. Nach der fast ein ständigen Rede des Herrn Rabbiners ergriff der Vorsitzende des isr. Lehrervereins in Hessen, Herr Wertheimer, Heldenbergen, das Wort, um in kurzer, markiger Rede Abschied zu nehmen von dem theuren Freunde, dem gewissenhaften Kollegen, dem ernst arbeitenden Vereinsmitglicde, und ihm Dank zu sagen für seine selbstlose Thätigkeit im Interesse der sozialen Besserstellung der isr. Lehrer Hessens. Der Nachfolger des Entschlafenen, Herr Fröhlich- Michelstadt, hob in seiner Ansprache insbesondere hervor, daß auch unser allvcrehrter Landesfürst, Se. kgl. Hoheit Großherzog Ernst Ludwig, die Verdienste Gottschalks anerkannte, indem er ihm den Orden Philipps des Großmüthigen verlieh; daß der Gesangverein „Liederkranz" es sich nicht nehmen ließ, feinem früheren Dirigenten vor dem Sterbehause einen Abschiedsaesang zu widmen und daß auch Direktion und Lehrkörper der Großh. Realschule, dem langjährigen Religionslehrer dieser Anstalt, das Ehrengeleite gaben. Weiter betonte Herr Fröhlich das Streben des Seligen nach Vervollkommnung, sein Sehnen, durch peinlichste Gewissenhaftigkeit alle seine Schüler zu tüchtigen, ehrenvollen Menschen zu machen und seinen süßesten Lohn, seine Lehren, in die That nmgesetzt zu sehen. Von der Friedhofshalle aus, in welcher Gottschalk so oft und so herzlich Vielen Trost zugesprochen, wurden dann die sterblichen llcberreste dieses Großen in Israel — der mit den Kronen der Gelehrsamkeit und des guten Namens geschmückt war — der kalten Erde übergeben. Sein Geist aber lebt weiter in unserer Mitte und wird uns ein Ansporn sein, ihm ähnlich zu werden.! ans .w ebv vib Nach erfolgter Beerdigung statteten die Lehrer des Odenwaldbezirks dem Herrn Landesrabbiner einen Besuch ab und baten ihn, bei einem alle vier Wochen zu veranstaltenden Lernen in und c'in den Vorsitz zu übernehmen. Hocherfreut über diesen Lerneifer willigte Herr Dr. Marx ein und bestimmte die erste Zusammenkunft für Sonntag, den 6. Dez.^ nqch Reinheim. Möge dieses Beispiel auch Andere aneifern, immer mehr und mehr sich dem Studium unserer heil. Lehre zu widmen. H. K. Eydtkuhncn, 4. Dez. (H o h e r Bes sich.) Gestern Nachmittag 3 Uhr stattete der Gouverneur S u w a l k i in Begleitung eines Sekretärs und des Herrn Landrathes von Willkowischken, der zum Empfange der russischen Kaiserin-Mutter-Wittwe hcrübergekommen war, der neu erbauten Gemeinde- Synagoge in Kitbarty einen Besuch ab. Dem Herrn Gouverneur wurde von einer Deputation des Vorstandes auf einem silbernen Teller mit entsprechender Widmung ein Laib Brod und 1 Pfund Salz überreicht. Der erste Herr Vorsteher, sowie der Rabbiner aus Wirballen übernahmen dann die Führung des Herrn Gouverneurs durch den schönen Tempel, welcher auf denselben einen guten Eindruck, machte. Der Gouverneur trank ein Glas des bereit gehaltenen Champagners und toastete cuf das Wohl und Gedeihen der Gemeinde. Die Synagoge hatte ein festliches Gewand angelegt. Ein Chor sang schöne hebräische Psalmen. Der gestrige hohe Svnagvgenbesuch war für die Kibartyer jüdische Gemeinde ein Festtag, dessen Gedenken den Annalen derselben einverleibt wird. Eduard Segall. Graudcnz, 6. Dez. Vor einigen Tagen fand hier die feierliche Einweihung des Cooper-Lachmann'schen Provinzial-Waiscnhauses statt, wobei Herr Rechtsanwalr Behrendt- Danzig die Ansprache ' und Herr Rabbiner Tr. L o e v y die Festpredigt hielt. Tie Feier niachie auf Alle den tiefsten Eindruck. Fr a n kt e i L. .;; Paris, 6. Dcz. Gestern hat die jüdische Voltsnniversttät ihre erste Generalversammlung abgehalten. Und ich habe mit Freuden feststellen können, daß diese vorzügliche Anstalt, über deren segensreiches.Wirken ich schon ein Mal in diesen Blättern zu berichten Gelegenheit hatte, in jeder Beziehung sehr gute Fortschritte macht. Wie alle übrigen jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen von Paris verdankt auch die jüdische Volksuniversität ihr rasches Wachsen und'Gedeihender Opferwilligkeit der Familie Rothschild. Der Generalversammlungwohnten auch Herr Grand RabbinAadoc Kahn und noch einige Mitglieder des hiesigen Rabbinats bei. Herr Dr. Marmorek, dessen Antituberkulose - Serum augenblicklich im Mittelpunkte aller wissenschaftlich-medizinischen Diskussionen steht,

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