Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 98 (10.12.1903)
- Date
- 1903-12-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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2172 Deutschlands und noch weiter hinaus segensreich wirßeG " Alljährlich wird von einem der geistlichen Mitglieder des Kuratoriums Prüfung aus der Religionslitteratur abgehalten, die auch in diesem Jahre ein günstiges Resultat lieferte. '' Bei Beginn des Schuljahres traten 8 Schüler in den ersten Kurs, und hatte die Anstalt im abgelaufenen Schuljahre 29 Zöglinge. Von diesen erhielten 3 Unterricht, Wohnung, Beköstigung und ärztliche Behandlung in der Anstalt unentgeltlich, 2 bezahlten die Belöstigung ganz, 24 theilweise. Bei Beginn des laufenden Schuljahres meldeten sich zum Eintritt in den ersten Kurs 5 Schüler aus der Prapärandenfchule zu Burgpreppach und 7 aus der zu Höchberg, welche auf Grund der bestandenen Schluß- Prüfung an ihren Präparandenschulen Berechtigung zum Eintritt ln unsere Anstalt ohne Aufnahmsprüfung hatten. Da. jedoch olos 10 als interne Schüler ausgenommen werden konnten, traten 2 als externe ein. Ein Schüler wurde gegen Ende des' Schuljahres entlasten. Es gehören daher im laufenden Schuljahre 32 Schüler der Anstalt an. Die eingegangenen Spenden haben im abgelausenen Jahre ein befriedigendes Resultat ergeben. Es sei daher allen verehrten Spendern und Spenderinnen inniger, herzlicher Dank ausgesprochen. Nachdem wir einen genauen Bericht über die Thätigkeit der Anstalt im abgelaufenen Jahre gegeben haben, gestatten wir uns an alle Freunde und Gönner der Anstalt, sowie an alle Interessenten für eine entsprechende, segensreiche Jugendbildung die ergebene Bitte zu richten, unserer Anstalt ihr Wohlwollen auch, für die Zukunft angedeihen lassen zu wollen, dieselbe durch freiwillige Spenden zu unterstützen, bei den verschiedenen Anlässen der Anstalt zu gedenken, Legale, aller Art ihr zuzuwenben Wd ihren Freundenkreis so viel als möglich zu erweitern. Sie fördern hierdurch ein Werk/ das sich zur Aufgabe gestellt, für Heranbildung geeigneter Lehrer, welche Thorakenntniß mit gründlichem Profanwissen in sich vereinigen, zu sorgen. Sie unterstützen eine Anstalt, die ihren Zöglingen größere Begünstigungen wie alle anderen ' gleichartigen Instituten bietet, denn die Zahlungen, welche von den Schülern geleistet werden, sind so minimal, daß solche kaum für die Verpflegung ausreichen, während alle weiteren enormen Kosten, wie Lehrergehajte etc. -alle.-von.cher „Anwalt allein bestritten wetdtzrr.' '. Zu diefen grossen Ausgaben tritt noch die Anforderung der Gründung .einer Pensions- und Witt? wenlasse, um in den Stand, gesetzt, zu. fxin, den an. uns, jetzt" schon herangetretenen Verpflichtungenin vollem Umfange.gerecht zu werden, sowie, auch unseren an. der Anstalt segensreich, treugewissenhaft wirkenden, Lehrern die Hoffnung zu bieten, beruhigt ihrer Zukunft entgegen sehen zu können. Deßhalb bitten wir die ehrwürdigen Herren Rabbiner, die geehrten Herren Kultusvorstände und Lehrer, uns in unserem Bestreben zu unterstützen, sowohl durch Vornahme von Sammlungen zu Gunsten der Anstalt, als auch durch Empfehlung derselben bei außergewöhnlichen Anlässen; insbesondere mögen die zahlreichen in unserer Anstalt ausgebildeten Herren Lehrer die Gelegenheit mit Freuden begrüßen, sich gegen ihre Bildungsstätte dadurch dankbar zu zeigen, daß sie solche durch wesentliche Unterstützung zu fördern und zu heben thatkräftig bemüht sind. Alle kann ein freudiges Bewußtsein erfüllen in Anwendung des salomonischen Spruches: „Ern Baum des Lebens ist sie denen, die daran festhalten und die sie unterstützen werdengesegnet." (Wir schließen uns der Bitte der. Vorstandschast des Seminars, eines der. tüchtigsten und frömmsten Erziehungsanstalten Deutschlands, auf das Innigste an. Red. d. „Jsr.") Grosr-Gcrau, 2. Dez. Heute würde auf dem hiesigen Friedhofe die irdische Hülle des nun in Gott ruhenden Herrn Marx Haas aus Frankfurt a. M. dem dunklen Schoße der Erde übergeben. Herr Haas war langjähriger, verdienstvoller Präses der hiesigen Gemeinde, sowie erster Vorsteher des isr. Friedhofsverbandes. In diesen beiden Eigenschaften hat er es stets verstanden, die ihm anvertrauten Ehrenämter gewissenhaft und nach streng-orthodoxen Prinzipien zu verwalten. Bereits vor zwei Jahren war der Verblichene nach Frankfurt a. M. übergesiedelt, um in der Familie seines braven Sohnes seinen Lebensabend in gottgefälliger Weise zu verbringen. Leider war ihm die Zeit in dem Kreise seiner Lieben nur kurz bemessen; denn eine tückische Krankheit raffte ihn jäh hinweg. Der Dahingegangene hatte überall durch seinen vortrefflichen Charakter und durch sein liebenswürdiges Wesen lebhafte Sympathie- und größte Werthschätzung gefunden, wovon die große Theilnahme bei der . mV beredtes Zeugniß ablegte. -An seiner Bahre sprach auch in diesem Sinne sein persönlicher Freund. Herr Rabbiner Dr. M a r x - Darmstadt. Die guten Eigenschaften des Verblichenen darstellend, schilderte er. denselben als wahren, frommen Jehudi, der im Verein mit seiner ihm vor einigen Jahren im Tode voraüsgegegangenen Gattin es verstanden, seinen einzigen Sohn auch zu einem braven, gesetzestreuen Jehudi zu erziehen. S. Hofmann. Lehrer,. vermischtes.! Frankfurt. Der Israelit. Hilfsverein, spendete .!" der Dom 1. Oktober 1902 bis dahin r l903 au2274 Petenten M. 8175. Ferner wurden für dringende Fälle aus - dem SpezralfonoS Mark 63,564 verausgabt. Iin Vorjahr wu'^n an 2203 Petenten M. 7450 und auf Spezialsonds M. 38.339 ausgegebcn. . ■ ■ .