Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 98 (10.12.1903)
- Date
- 1903-12-10
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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habe ich bereits vor 14 Jahren genügend dargethan, um gegen solche Verdächtigungen geschützt zu sein, selbst wenn im ersten Augenblicke ein falscher Schein dafür spräche. Gelang es mir doch damals durch sorg- ' faltige Beobachtungen und Rechenoperationen auf der Göttinger Sternwarte, . einer wiffenschaftlichen Berechnung der damals geradezu chaotisch behandelten Zeiten für die Sabbatausgange die Bahn zu brechen, indem ich dafür zum ersten Male einen festen astronomischen Standpunkt zu Grunde legte. Mehrere Wochen nach meiner Veröffentlichung erschien, ganz unabhängig davon, eine Arbeit Zuckermanns, welche mit meinen Resultaten genau Lbereinstimmte, und alle - diesbezüglichen späteren Berechnungen basirten und basiren noch jetzt darauf. Ferner wird man mir, einem von einer Anstalt geprüften, mehrfach autorisirten und feit neunzehn Jahren amtirenden Rabbiner, der überdies rni;n '212 by groß geworden und im Talmud früher Bescheid wußte, als in der deutschen Fibel, die Kenntniß eines einfachen einschlägigen p aus dem w nicht gut absprechen können.. Daß ich den darin Gezeichneten Standpunkt in meinem Manuskripte gewahrt wissen wollte, wird mir mein Verleger bezeugen müssen, daß jedoch der ausdrückliche p dem rue sehr häufig unterliegt, mag zwar dem Laien, der zwischen p und . 5T5ö< meist nicht Unterscheiden kann, fremd sein, ist hingegen jedem Rabbiner leider reichlich aus der Er- - fahrung bekannt. Und welchem sinnlosen n« oft, : was hier nicht einmal der Fall ist, der' von dem Verleger gegen meine auf das Gesetz sich stützende Ansicht betonte arua mag sogar Manches für sich haben, V und diese Erwägung hielt mich auch davon ab, von * vornherein eine Berichtigung zu geben, welche ich nller- . dings nicht, gleich der des Herrn Sulzbach, wie ein -- Veilchen im Verborgenen einer Kleindruckecke hätte blühen lassen. Man konnte nämlich zu Gunsten dieses . sich event. auf nvrsrn xn '2 (bezügl. der babylonischen Verwirrung der Geburtstagsdaten) und auf u «Sari by p"i'2j?o p» um so eher berufen, als die 7 volle Berechtigung der von dem *■«:» aus der Stelle * in . piA . für den rra® 12 gezogenen Konsequenz, welche ihren Weg in den v”v gefunden, durch ein *:*a angezweifelt werden könnte, außerdem aber auch die Forderung der. rw'r-5, thatsächlich nicht verletzt wtrh, weil selbst bei strengster Auffassung nichts von dem verlangten Zeitraum fehlt und selbst von dem •nrjxn nn (bcn* der .'27^0 hervorhebt) sämmtliche Tage des Geburtsjahres, welche der Geburt folgen — und um diese allein kann es sich handeln — darin enthalten sind. . rrv'2nb "n ' Daß Herr Sulzbach sich jedoch einem Verufstheologen gegenüber rmf das Gebiet der biblischen Chronologie begibt und mir hierin Unwissenheit vorwerfen will^-ist geradezu belustigend. Weiß denn Herr Sulzbach nicht, was jedem meiner erwachsenen Schüler bekannt ist, daß die jüdische Chronologie, wenn'man sie von oben nach den biblischen Aufgaben von der Schöpfung an. von unten aber, von der Gegenwart zurück, nach den Ergebnissen der Wissenschaft behandelt, an irgend einer Stelle ein Loch aufweist? Dieses Loch fehlt auch nicht in der Chronik des Herrn Sulzbach. Früher befand es sich daselbst zwischen rrr.-r- C-.2B und pnn r.« wo Herr Sulzbach entgegen der ausdrücklichen biblischen Angabe s. K. 6,1, statt 480 nur 308 Jahre zwischenlegte. Später rückte Herr Sulzbach diese Lücke noch tiefer hinunter hinter p:2 ji 2, so daß eine Reihe seiner Zeitangaben auf das Bedenklichste mit wissenschaftlich längst feststehenden und selbst von den orthodoxesten Theologen allgemein anerkannten und gelehrten Jahreszahlen in Widerspruch steht. Daß z. V. der erste Tempel nicht, wie er angibt 411, sondern 686 zerstört worden, Cyrus' Regierung nicht 363, sondern 536 begonnen, der zweite Tempel nicht 343, sondern 516 vollendet wurde — man beachte in historisch festliegenden Zeiten Unterschiede von c. 17 0 I a h r e n — wird ihm jeder Rabbiner nicht nur, sondern vielleicht auch jeder Tertianer in Frankfurt sagen können. — Die umgekehrte Praxis wurde von mir befolgt:, ich verlegte die unvermeidliche ' Lücke in die urgeschichtliche Zeit der Sintfluth, wo unsere Unzulänglichkeit, eine Uebereinstimmung zu erzielen, aus verschiedenen Gründen, leichter zu begreifen und auch — leichter zu verschmerzen ist. Aus allem Vorangehenden muß es jedem Vorurtheilslosen unzweifelhaft geworden sein, daß i ch es wahrlich nicht nöthig gehabt, noch jemals haben werde, bei meinen Kalenderberechnungen fremde Hilfe, insbesondere die des Herrn Sulzbach, zu benutzen. Im Gegensatz zu meinen Angreifern jedoch und um nach Vorschrift unserer Weisen wm sp*» p zu sein, will ich 2,3 ■■‘o-c ns es für möglich erklären, daß Herr Sulzbach seine bezüglichen Angaben nicht aus den meinigen, sondern vielleicht aus denselben Quellen geschöpft habe, ans welchen meine Herren Verleger geschöpft. Damit betrachte ich die Angelegenheit als erledigt. Rabbiner Dr. L 0 e v y. Wnrzburg. Dem Rechenschaftsbericht über die „Jsr. Lehrerbildungsanstalt" entnehmen wir: Mit dem Beginne dieses Schuljahres ist die «Jsr. Lehrerbildungsanstalt" dahier in das vierzigste Jahr ihres Bestehens getreten. Mit dem Schluffe des Schul-. jahres bestanden sechs Zöglinge des Oberkurses die Austrittsprüfung am Kgl. Schullehrer-Seminar dahier mit gutem Erfolge und wurden in die Praxis entlassen. Die Zahl aller seit'dem Bestehen der Anstalt ausgebildeten und in die Praxis entlassenen Lehrer beträgt jetzt 329. die in den verschiedensten Gegenden