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Der Israelit · 1903-10-22 · Heft 84 (22.10.1903) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 84 (22.10.1903)
Date
1903-10-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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44. Jahrgang. * - M 84. Aentrak-Hrgan für das orthodoxe ZudentHum. Begründet von . Ldr. DetzMKNN in MtAiUU. Donnerstag, den 1. Che sch Wan 5664. 22. Oktober 1663. abonnkrt man bei allen Postanstalten für die Monate auf den „LsrrreUL". Dieser Preis tritt aber nur ein Set Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeitungsschalter deS Wohnsitzes des Bestellers oder bei dem betreffenden LandbrkeftrLger aufgeaeben werden. Die Briefträger sind berechtigt den Abonnements-Betrag in den ersten 25 Tagen deS Monats gegen Quittung in Empfang zu nehmen. Ausland entsprechend höher. Auf Wunsch Errnätzigung auf de» Abonnementspreis. Die ErxedUivu des ^Israelit." Babel in der Bibel. (Zu ru ntns.) Erschrick' nicht, verehrter Leser! Professor Delitzsch und dieser Artikel stehen in gar keinem Causalnexus. Das Tintenmeer, welches in dieser Sache schon verschrieben wurde, straft das Salomonische Wort »6b \2y* n\m tm brr B'Bbvi D'vwn bz Lügen, es ist ja schon voll, bis zum Ueberfließen voll, . und gar mancherlei Tinte ist darin vertreten, alle Schattirungen und Nuancen, vom tiefsten Schwarz an , bis zum wässerigsten, farblosesten Mischmasch. Wenn! auf Erden alles Verdienst seine Belohnung fände, müßten von rechtswegen unsere Brüder, die mehr unsere Stammesals unsere Glaubensgenossen sind, 'eine Dankadresse an Professor Delitzsch richten. Durch seinen Bortrag nämlich und durch die Bekämpfung desselben ist ein Boden geschaffen worden, der gar gut zum Standpunkt aller Parteien verwendet werden kann. Man mag auch ganz gute Widerlegungen der Delitzsch'schen Theorien am Sabbat Nachmittag schreiben, und man kann auch mit rasiertem Bart und ohne rnno an der Thüre, die feste, ehrliche Ueberzeugung haben, daß die Babylonier keine Monotheisten waren. Freilich mag auch ein recht guter Jehudi sich veranlaßt sehen, gegen Delitzsch's Ausführungen Protest zu erheben. Aber heute suchen gewisse Kreise unserer Brüder mit krampfhafter Anstrengung solche neutrale Punkte, die fich recht gut als Deckmäntekchen für' die sonstige Leere und Jnhaltlosigkeit gebrauchen lassen. Und dieses Suchen nach Verbrämungen scheint schon im alten Babylon heimisch gewesen zu sein. Freilich stammen meine babylonischen Kenntnisse nicht aus den Täfelchen zu Nipur, sondern aus unserer dieswöchentlichen Sidra. Und merkwürdigerweise wird hier gerade von einem Babylonier — von Nimrod — ausgesprochen, daß die Menschen seines Schlages nicht aussterben, sondern man zu allen Zeiten im Anblick solcher Nimrod ähnlicher Menschen sprechet wird "i »jfifr “i'X iiaa niD33 „ein Nimrod gleich verschlagener Held vor Gott". „Held vor Gott!?" Held ist man vor den Menschen, vielleicht auch vor sich, aber vor Gott? Vielleicht dürfte sich hier aus der Neuzeit eine Entzifferung dieses babylonischen Räthsels ergeben. Gar viele begründen noch heute ihr Heldenthum vor den Menschen, für gar manchen ist vd»6bd jvpmi der Umstand, daß er sich i '3vb stellt, daß er all sein Thun für b'BP ob6 dahin stellt. Bei Nimrod finden wir wohl zum ersten, aber keineswegs zum letzten Male jenen noch in der Gegenwart so gut gekannten frommen, salbungsvollen Seufzer, der es bedauert, im Namen Gottes dessen Willen umgehen zu müssen, der so rasch mit dem iwA n rmh rat l'/iim lVfia bei der Hand ist, und der nie etwas für sich und die eigene Sache will, sondern nur um dem göttlichen Wohlgefallen gerecht zu werden, das

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