Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 94 (26.11.1903)
- Date
- 1903-11-26
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
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Soldaten disponibel waren, die den Ausbruch der Unruhen sofort hätten unterdrücken können; er habe jedoch keine Ordre gehabt. Er gibt des Weiteren zu, daß nach den bestehenden Reglements das Militär beauftragt sei, wenn die Polizei sich zu schwach erweist, entstehende Unruhen zu bewältigen, und der Polizei in jeder Weise zur Wiederherstellung der gestörten Ordnung behilflich zu sein. — Präs.: Warum war dies bei den blutigen Exzessen nicht der Fall? — General Veckmon schweigt. Auf weitere Fragen erzählt General B e ck m o n, daß in einer Unterredung mildem früheren Gouvervon R a a b e n während des Höhepunktes der Krawalle dieser ihm sagte, er sei in großer Angst, die Exzedenten könnten in ihrer Verwilderung ihre Raub- und Mordgier auch auf die christliche Bevölkerung ausdehnen; auf Grund dieser Befürchtung wurden auch am Montag Mittags Maßregeln ergriffen, welche bald zur Herstellung der Ruhe führten. Als dritter Zeuge wird F e i g i n, Korrespondent der „Odeßli Nowosti" vernommen. Er schildert seine vielfachen Wahrnehmungen, daß die Angeklagten nur Werkzeuge in der Hand gewissenloser Agitatoren aus den gebildeten Ständen waren und nennt als einen dieser Agitatoren in erster Reihe den (inzwischen durch Selbstmord in einem verrufenen Lokale aus dem Leben geschieden) Pifsarczewski. Der Vorsitzende unterbricht den Zeugen und macht ihn darauf aufmerksam, daß er von Personen nicht sprechen dürfe, die nicht unter Anklage stehen. Der Vertreter der Beschädigten, S a r u d n y. protestirt energisch gegen diese Einschränkung der Redefreiheit: er ruft: Es sitzen auf der Anklagebank arme Teufel, die von den kolossalen Schäden, die sie in ihrer Zerstörungswuth angerichtet haben, sowie von den begangenen schweren Verbrechen nicht einmal eine richtige Vorstellung haben. Es seien Leute, welche von der Hand in den Mund leben, und an welche sich die ruinirten jüdischen Familien zum Zweck eines auch nur theilweisen Ersatzes der materiellen Verluste nicht halten können, während die geistig hochstehenden und wohlhabenden eigentlichen Urheber der Verbrechen im Hintergrund gelassen werden. Man gestattet den Zeugen nicht einmal, den Namen auch nur eines dieser traurigen Helden bei der.Gerichtsverhandlung öffentlich zu nennen. Alle sollten sie aus ihrem Verstecke hervorgeholt und zur Rechenschaft gezogen werden, damit diese Verführer mindestens den materiellen Ersatz zu leisten verpflichtet werden. Sarudny droht, sein Amt niederlegen zu wollen, wenn der Gerichtshof nicht darauf eingeht, die wahren Schuldigen in die Anklage einzubeziehen. Ihm schließt sich Rechtsanwalt Karabtschewski an und legt eine gestern vom Senat in Petersburg eingetroffene, auf die Appellation in diesem Gegenstand bezughabende Erledigung vor, wonach der Gerichtshof angewiesen wird, auch auf diejenigen Personen die Anklage zu erstrecken. deren Mitschuld während der Voruntersuchung nicht festgestellt wurde, gegen.die.aber die Verhandlungen schwer kompromittirende Momente zu Tage fördern sollten. Der Staatsanwalt Dsibelli widersetzte sich mit aller Kraft den Ausführungen und der Auffassung Karabtschewskis. Er behauptet, der Sinn der Senatsentscheidung könne nur der sein, daß die bereits angeklagten Personen,- eventuell auch wegen anderer Vergehen oder Verbrechen verfolgt werden könnten, die ihnen bisher noch nicht zur Last gelegt wurden. „Der Gerichtshof weist den Antrag auf Verfolgun der intellektuellen Urheber ab. Damit schloß die heutige Sitzung. Unter den hier eingetroffenen Zeugen befindet sich der frühere Vicegouverneur Ustrugow. (Fortsetzung folgt.) ' iit dm folgenden Theil ist die Redaction nicht veranwoMich. . . t. dMMA ^rnipTinfftöheU htv attaeBrfofcitrtr i Bi* Redaktion unternimmt niemals eine Prüfung in Srprg auf v wenn sie in dieser rjinftdjt gesichert sein wollen, die ftrtiinR Inseraten«»,lalimr fit sirts: für die Montagsnsmmer. »onneag «.uuuauummcc. iumiinoa» Mittag 1« 11 Clatt aclanat rforhnöfiia Montag und Donnerstag in den Abendstunde» pur, persaudt. sirrlamat.onr» wegen p, späten Eintreffen» fjfffibti «r yoganPBlt }U mache». Merten auf Lhiffrraunaucea werde» täglich, mit Ausnahme von ZamNaa wetterdefärr VSTSGSSSSSSTSGGTT L>ür junges sradchen, häuslich c£f und aeschäftSaewandt. mit 10000 Mk. Atitgiir. untb paff, farlbie a^ucht; Bctr. ginge auch auf kleinen Dlatz;.snnM«e Gelegenbeit zur Etablierung für gelernten Manufactnrnten. Onertcn nmer » Iß. I. 7444 befördert die Geschäftsstelle dieses Blattes. Die Serirhrr habe»» ... »nlrrwerfra. 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