Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 94 (26.11.1903)
- Date
- 1903-11-26
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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Achab, Elia am Bache Kerit, David vor Saul.) Wir empfinden Abscheu gegen Verräther, die solche Unglücklichen noch drücken. (Doeg verräth David.) Wir leben unter gütigen Herrschern, die nicht nur unsere Religion nicht anfeinden, sondern — ganz im Gegensatz zu Antiochus Epiphanes — Fürsorge treffen, daß sie jedem Kinde gelehrt wird. Wer unseren Glauben beschimpft, Hai sich vor den staatlichen Gerichten zu verantworten. Schätzen wir uns glücklich darüber und danken Gott, der die Zeiten ändert. ' 4. System. Lektüre: Ps. 79. (Herr, Völker sind eingedrungen in Dein Heiligthum, haben verunreinigt Deinen heiligen Tempel, Jerusalem zum Trümmerhaufen gemacht, u. s. f.) Auch Ps. 115 (Nichtigkeit der Götzenbilder). Ps. 120 (Die friedstörende Lästerzunge), Ps. 123 (Aufschrei in der Noth). — Hierher gehört das Gebet für die frommen Märtyrer aller Zeiten: Av horachamim. Sie starben für die Thora und das Gottesheiligthum; darum ihr Gedächtniß vor dem Wochenfeste und dem 9. Av. „Du sollst Gott lieben mit deinem ganzen Herzen, deiner ganzen Seele und deinem ganzen Vermögen." „Theuer ist in den Augen des Ewigen das Sterben Seiner Frommen." Ps. 116,15. 5. Methode. Es kann den Kindern erzählt werden von Judenverfolgungen in Deutschland, Z. B. anläßlich des „schwarzen Todes" 1348, auch die große Judenaustreibung in Spanien, da sie im Stande sind, die Hauptmomente zu verstehen und zu beurtheilen. Warum haben wir heutzutage umsomehr alle Pflicht, unsere Gebote und göttliche Gesetze gewissenhaft zu beobachten? „Bete für das Wohl der Landesregierung." (Sprüche der Väter.) Vierte Stunde. Ziel: „Der Glaubenskampf und Sieg der Makkabäer." 1. Analyse. Wir hörten, daß viele Gesetzestreue den Märtyrertod starben, daß aber zahlreiche andere die Flucht ergriffen, in Gebirgen und Höhlen, in Wüsten und Schlupfwinkeln,stch aufhielten. Was wird das Bestreben dieser Flüchtlinge gewesen sein? Jedenfalls rechneten sie auf mildere Zeiten oder stärkeren Anhang. Wahrscheinlich ist die letztere Hoffnung berechtigter gewesen; denn Äntiochus wird von seinen Plänen nicht abgegangen sein. In der Noth aber schließen sich Menschen umso fester und inniger aneinander, namentlich, wo eine hochwichtige, heilige Sache auf dem Spiele steht. Wir dürfen zwar vermachen, daß die Hellenen in der überwiegenden Mehrheit sich befanden. Die Glaubenstreucn werden aber dafür mit umso größerer Liebe. Begeisterung und Tapferkeit ihre Ziele verfolgt haben! Wenige sind also mächtig durch den einheitlichen Plan ihres Vorgehens, durch den starken Willen, der sie beseelt. Daß unsere Vermuthungen keine falschen waren, beweist die Geschichte der Heldentämpfe jener ZrÄ. 2. Synthese. Abschnitt a. Die Schergen Äntiochus Epiphanes Lammen dem Befehle ihres Herrn gewissenhaft nach und unterdrücken so gewaltsam die jüdische Religion und deren heilige Bräuche. Auch nach Modim. einem kleinen Gebirgsstädtchen in der Nähe Jerusalems, kamen die königlichen Abgesandten. Dort lebte aber eine fromme Priesterfamilie, Hasmonäer genannt. Dieser Name bedeutet so viel als Fürsten. Der greise Vater Matisjahu hatte sich mit seinen fünf Söhnen, Jochanan, Simon, Juda, Eleasar und Jonathan nach Modim zurückgezogen wegen der trostlosen Lage des jüdischen Volkes. Ein Gesandter des Äntiochus forderte Matisjahu, als den Angesehensten des Ortes, öffentlich auf, auf einem in Modim errichteten Götzenaltar zu opfern. Da rief Matisjahu mit lauter vor heiliger Entrüstung bebender Stimme: „Und wenn auch Me Volker im Reiche des Königs ihm gehorchen, ich und meine Söhne und meine Angehörigen werden im Bunde unserer Väter wandeln." Als aber dennoch ein Judäer an den Altar trat, um zu Ehren des Zeus zu opfern, da überwältigte den Matisjahu der Eifer, und mit einem Streich warf der Greis den Abtrünnigen zu Boden, während seine Söhne und deren Anhang den königlichen Abgesandten und seine Schaar niedermachten. Nun war das Zeichen zum Aufstand gegeben. Die Hasmonäer erhoben die Fahne der Empörung und bald schlossen sich ihnen zahlreiche Kämpfer an, namentlich von den Cbassidäern. Sie suchten Zuflucht in Höhlen, deren Zugänge dem Feinde unbekannt waren, und von da machten sie Einfälle in die Städte und Dörfer. Wohin sie kamen, züchtigten sie die Abtrünnigen, zerstörten heidnische Tempel und Altäre und lasen den Versammelten aus der Thora vor oder Stücke aus den Propheten, wenn keine Gesetzesröllen vorhanden waren. Kleinere Truppentheile der Feinde rieben sie auf, vor größeren zogen sie sich in die Berge zurück. Doch wuchs allmählich die Schaar der Glaubenskämpfer, so daß sie auch von der bloßen Vertheidigung zum Angriff übergehen konnten. Im Kampfe trug man eine Fahne voran, auf der die bedeutsamen Worte standen ,,'n ühKi ns» *e," deren Anfangsbuchstaben den Ausdruck 'zzc— Makkabi ergeben. („Wer ist wie Du, unter den Mächtigen, Herr.") Nach einer anderen Auslegung bedeutet Makkabi so viel als Hammer oder Hämmerer und wurde als Beiname dem Juda gegeben, der als tapferster der Söhne, die Feinde gleich einem Hammer niederschlug. Während des Krieges starb der greise Matisjahu. Vor seinem Tode rief er aber die fünf Söhne an's Sterbebett, ermunterte sie zum Aus-