Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 94 (26.11.1903)
- Date
- 1903-11-26
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Central-Organ für das orthodoxe Judentham. « >«>»« -» Malier für die israek. Schule. i 26. Nov. 1903.] [9lt. 17. iTtf 3tt 4 Lektionen nach den 5 formalen ötufen. r<-^-^s-r^- von A. Mannhkimrr, Dettelbach. <sd>iu&>. Dritte Stunde. Ziel: Die Unterdrückung der jüdischen Religion durch Antiochus. 1. Analyse. Wir hörten von den großen Parteien, die sich einander feindlich gegenüberstanden. Jason und Menelaus waren Führer der Hellenisten oder Griechenfeinde. Welche Partei wird wohl die Oberhand gewonnen haben? Aus welchen Gründen? Auch die Chassidäer werden nicht unthätig gewesen sein. Auf wessen Seite wird sich die syrische Negierung gestellt haben? Aber wir horten ja, daß sich Antiochus um die religiösen Verhältnisse der Juden wenig kümmerte. Warum kam dies anders? Was wird vorgefallen sein? Wir vermuthen, daß er vielleicht durch die Hellenisten zu strengen Maßregeln aufgestachelt wurden. Ziel: Die Unterdrückung der jüdischen Religion durch Antiochus Epiphanes. 2. Synthese, a) Wir hörten bereits, daß selbst der hellenisch gesinnte Hohepriester Jason den Griechenfreunden nicht eifrig genug war, griechische Sitten und Bräuche einzuführen. Die Hellenisten veränlaßten daher den Menelaus, einen Bruder vom Tempelaufseher, den Hohenpriester Jason von seiner Würde zu verdrängen. Das fiel ihm nicht sehr schwer. Antiochus führte damals einen Krieg, der ihn viel Geld kostete, und so bot er das Hohepriesteramt dem Meistbietenden an. Menelaus erhielt die Würde, da er den Jason überbot. Nur mit tiefem Grimm im Herzen wich Jason der Gewalt; denn Menelaus war der Schützling des mächtigen Antiochus. Nun verbreitete sich die Kunde, Antiochus sei auf einem Feldzuge gestorben. Alsbald kam Jason mit zahlreichen Anhängern herbei, um Jerusalem und Menelaus zu überfallen. Menelaus rettete sich in die Burg. Aber unter seinem Volke richtete Jason eine große Niederlage an. Nun eilte Antiochus herbei, da er den Aufstand gegen seinen Schützling als eine Empörung gegen sich selbst auffaßte. Menelaus klärte Antiochus nicht auf, im Gegentheil^ er bestärkte ihn in seinem Glauben an eine Empörung. So wurde Jerusalem erobert und 40,000 Menschen umgebracht, viele andere aber als Sklaven verkauft. Aus dem Heiligthum schleppte Antiochus die kostbarsten Geräthe und Weihegeschenke fort. Seine Schandthaten beschönigte er, indem er über den Tempel und das Judenthum lügnerische Erzählungen verbreitete, so daß unsere hl. Religion lange in Verruf kam. Jason war glücklich entronnen, starb aber auf der Flucht. Später schickte Antiochus noch seinen Feldherrn Apollonius nach Jerusalem. Durch eine List brachte er viele Tausende um. Er ließ durch seine Soldaten an einem Samstage Kampfspiele aufführen. Die Juden kamen heraus, dem Schauspiele zuzusehen. Plötzlich ließ er die nichts Ahnenden auf ein gegebenes Zeichen hin überfallen und niedermachen. Und von neuem wütheten die Feinde in der Gottesstadt und schändeten den Tempel. 1») Antiochus faßte nun den Plan, die jüdische Religion mit Gewalt auszurotten, die Juden vollends zum Griechenthum zu bekehren. Er erließ strengen