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Der Israelit · 1903-11-26 · Heft 94 (26.11.1903) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 94 (26.11.1903)
Date
1903-11-26
Page
– (sequence 12)
Language
German
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2074 leZen. Au- Grodns wandern die jüdischen Dauaröeiter aus. ebenso auoirlerr Orrschanen des Gouvernement- Wolhynien die zablrrichen arSeirsloserr Handwerker. Aus KeiSunsw im Gsuvernement Minsk wird bk richtet, daß die dortigen Juden fair täglich in großen Partien La- Städtchen verlassen. Endlich wird aus Elisabrrhgrad gemeldet, daß sich daselöst 46 alleinsteöende junge Männer zusarnrnengerhan haben, um gemeinsam nach dem Westen der Vereinigten Staaten zu gehen, wo sie als Landarbeiter Beschanigung zu sinken versuchen wollen. Wie mächtig der Äu-wandererftrom angeschwcüen ist, beweist dir Thatsach-, daß im L-.ona: August allein in dem Hafen von Newyork nicht weniger als 7662 Juden gelandet sind. Davon 149 au- Deutschland, 681 aus Rumänien, 1976 aus Desterreich-Ungarn und 4796 (— 63,6 pCt.) aus Rußland. Von den Auswanderern sind.3336 in Newyork verblieben, um das größte Ghetto der Welt noch weiter vergrößern zu helfen. Ta die ökonomische Lag; in Rußland nach Ueöerwindung der vor einigen Jahren au-gebrochenen Krisis sich sichtlich wieder zu bessern beginnt, so muß der Grund für das plötzlich bei den russischen Juden akut gewordene Auswanderungsfieber in den beiden Judenkrawallen von Kischinew und Homel erblickt werden. Der teufliche Plan des Herrn v. Plehwe, durch Veranstaltung von Krawallen die Juden zum Verlassen Rußlands zu zwingen,- scheint demnach einstweilen zu gelingen. Freilich geschieht dies auf Rußland's eigene Kosten, dessen moralischer Kredit als angeblicher Kulturstaat, wie dessen Kredit bei zukünftigen Anleihen dadurch vollständig erschüttert wird. Petersburg. Die Zahl der hierselbsr wohnenden Inden, beiderlei Geschlechts beläuft sich nach den Feststellungen der Statistischen Abtheilung des Stadtamtes auf 19,278. Von diesen beschäftigen sich 4748 mit der Herstellung von .Kleidungsstücken und Schuhwerk, 1666 beschäftigen sich mit anderen Handwerken und 1126 sind auf dem Gebiete der polygraphischen Künste beschäftigt. Tie Zahl der jüdischen Rechtsanwälte und Rechtsanwaltsgehilfen beträgt 208, der Aerzte 667, der Zahnärzte und Dentisten 190. der einem Lehrberuf angehörenden 177, der Gelehrten, Künstler und Litteraten 423. ttzrodno. Nach dielen Bemühungen ist es endlich den Herren Rabbinern M a r g ch e s hier und N a b i -- nowitz- Poltawa gelungen, von der Regierung eine Erlaubniß zur Einberufung der schon längst geplanten Nabbinerve.rsammlung in Grodno zu erwirken. Das Programm derselben ist vorläufig ein öffentliches Gehcimniß: die bevorstehende Nabbinerversammlung wird hauptsächlich zu beschließen habcn, welche Mittel zu ergreifen wären, um der die jüdische Jugend sicher hmreihenden sozialistischen Strömung in Rußland entgegenzutreten. Es ist eme unbestrittene Thatsache, daß die jüdischen Sozialisten in Rußland dem Judenthume den Rücken wenden, und oft sogar ibre eigenen Eltern und Berwandren als „Kapitalisten" — d. 5. keine Proletarier und keine Arbeiter — und „Bourgeoisie" — b. h. keine Sozialisten — verdammen. Und diese anrisemitischen Juden richten in der letzten Zeit für uns sehr viel Unheil an. Es ist allgemein bekannt, daß die feit einigen Jahren in steigender Verschärfung gegen die Juden in Rußland von der Regierung getroffenen Maßregeln eine Folge der Betheiligung der jüdischen Jugend an der revolutionären Bewegung ist. ffist daher schon die höchste Zeit, unsere Jugend von dieser Seuche zu heilen, und da- Heilmittel dazu kann nur aus dem Wege der Erziehung gewonnen werden: „Erziehung unserer Jugend im Geiste de- Judenthums!" Hoffentlich wird die bevorstehende RaLöinerverfammlung den Umstand zu würdigen wissen, daß ein großer Thei! unserer Söhne und Töchter ihrem Volke dadurch entrissen werden, daß sie ihre Erziehung in den russischen Gymnasien genießen. Es wäre daher sehr noihwendig, in unseren Schulen einen gewissen Ersah für die profanen Gymnasialfächer zu schaffen. vermischtes Lchönlanke. Tic bicr feit mebr als hundert Jabrcn blühende Marzesrobrikaüon hat wiederum b { oI5 *20() ArtOl r sind.» druck diesen Industrie »erg wägend der Monate November bis Ottern lohnende Bcschä'tgung: der Umsatz erreicht alls'.ürl-ck 6<>00~?ÜOQ ocutncr, die einen 23.it von 150 000 Mark r. präsei tstren. ftonfft. Tie Schwiegermutter des Maslof. Frau Roß. w Icke t>cfan::i!idi in der Wint.r-Mordsacke vom Schwurgericht weg n Meineids in zwei Fällen zu 2'/» Jahren Zucklbaus vcruuhcilt wurde und die Slrä'e verbüßt bat, soll j tzt dos Wiederaufnahme-Verfahren beantragt haben. Brieskaften der Redaktion.' W. in M.: Tie erngesandte Notiz von Würzburg in unserer letzten Nmnrner stammt von unserem dortigen Eorr>svondcn!en. 11 in N.: Glauben und Wis.n bedarf keiner Persobnuna. denn beides ist. wie wir schon cfr auszesöbrt bab n. eins. Wie der re se Mensch nngeiheilt aus Tricb und Dernun't besteht, so crgibr ü6 rcli.üöses Leb.n mir aus der „-.i, «r.-k,» .,..L :- Tu .. ._ iv uyu'. ii« iiu,.iuii& vco-.ii mir ans oer .gcrstignng rmd nickt ans der Verneini.ng der Triebe. ^. rn Jcrer Horob dem Irrer Harauf dienstbar zu macken, ist die höchste und dcßhalb schönste Aufgabe deS Menschen. 1. n. 2. Es ist s Ibstiedend, daß der nichrjüdiscke Metzger, der koscher Flnsch verkauft, dirses nicht auf demsclbcn Klotz mit L ckwcinefle'sck anshacken darf und ebenso, daß er besondere Messer für koscher benutzen soll. 3. T as kosckcr Fleisch, das man beim Ricktjnd'n kauft, muß nack Vorschrift gezeichnet oder genegilt sein. 1. In Gemeinden mit Sch ,ims Rabbiners bat düser daiür zu sorgen. daß die Mißstünde beim Koscher-Flcssck- Verug au'hörcn: in kleinen Gemeinden ist dies Sache des Schochct und Lehrers.

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