Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 94 (26.11.1903)
- Date
- 1903-11-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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KenLrak-Hrgan für bas pxtyoboxe JubenLHum. Begründet von mm KRÄW l»r. Drhinsnn in l&atnj. Donnerstag, de« 7. Kislcw ä««4. S«. November 1S«S. Sr. Eine Äwh abonnkrt man bei allen Postanstalten für den Monat Besembec auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeitungsschalter des Wohnsitzes deS Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Die Briefträger sind berechttgt. den Abonnements-Betrag in den ersten 25 Tagen deS Monats gegen Quittung in Empfang zu nehmen. Ausland entfvrechend höher. MM" Stuf Wunsch Erinäs;igurrg auf den Abonnementspreis. Die Expedition ües «Israelit." Die Aämpfe Jakobs. Bon Dr. Hermann Klein, Frankfurt a. M. Unser Stammvater Jakob wird durch den Neid und den Haß seines Bruders Esau aus dem Vater- Hause vertrieben. Veranlaßt wurde dieserHaß durch das dcm Esau zugefügte scheinbare Unrecht seitens Jakob's. 'ra^z r« Dj npb nran rph TiTOs r,x klagt der in seinen Hoffnungen getäuschte Bruder, und der Schmerz ob der verlorenen Würde des Erstgeborenen, und ob des Verlustes des väterlichen Segens verbittert ihn so sehr, daß er den Entschluß faßt, den verhaßten Bruder aus der Welt zu räumen. Jakob ergreift die Flucht und sucht Schutz bei Laban. Hier gelingt es ihn'., sich ein Haus zu gründen, Vermögen zu erwerben, aber die wenig freundschaftliche Art, wie ihm Laban seine Dienste lohnt, läßt die Sehnsucht nach der Heimath mit elementarer Gewalt in ihm erwachen, und er faßt den Entschluß, die Heimath aufzusuchen. Der offene Hatz des Esau erscheint ihm weniger gefährlich, als die hinter der Maske der verwandtschaftlichen Freundschaft verborgene Feindschaft Labans. Dem offenen Haffe' kann man weit eher begegnen; die unverhohlene feindselige Gesinnung weit eher entwaffnen, als die heimtückische, heuchlerische Art eines Laban. Gegen die' hinterlistigen Fallen eines Heuchlers fühlt sich ein redlicher Mensch machtlos. Jakob entflieht nun mit den Seinen und er bereitet Geschenke vor, um Esau's Zorn zu besänftigen. In einer Nacht, in ' der er' einsam' zurUüblieb, erscheint ihm ein Engel, nach der Meinung unserer Weisen der.Vs dV iL», um mit ihm zu kämpfen/ Er erscheint ihm zuerst, so erzählen unsere Weisen, als . ein Heide, sodann als Räuber und endlich als ein Schriftgelehrter. Der Kampf währt die ganze Nacht hindurch, bis sich endlich bei Sonnenaufgang der Engel als besiegt erklärt. Wir wollen nun versuchen, zu zeigen, wie in dieser Erzählung unserer Thora die ganze zukünftige und leider auch die gegenwärtige Leidensgeschichte des jüdischen Volkes vorgebildet ist. irr» nwrü nw no Der Haß der übrigen Völker, unter dem wir leiden und der schon unzählige Opfer gefordert hat, hat eine doppelte Ursache. Die eine Ursache heißt np^ wos rs. Die Völker neiden den Juden ihre ihnen von Gott verliehene Würde. Sie können es nicht verschmerzen, daß wir das „auserwählte" Volk sind, sie können es uns nicht verzeihen, daß wir ihre Wohlthäter sind, daß wir es waren, die ihrem Leben Werth, Weihe und Inhalt gegeben, daß wir es waren, die der wahnbethörten Menschheit Wahrheiten von unvergänglichem Werthe vermittelt haben, daß wir es waren, die sie von ihrem Haften an der Erde losgelöst, ihren Blick in die Höhe gelenkt, ihnen Ideale gegeben haben, daß wir es waren, die sie einen allmächtigen, allsehenden und allgütigen Gott erkennen ließen. Es ist der psychiatrisch so oft beleuchtete Haß der Undankbaren. Die zweite Ursache heißt: wc rjt k rtpb nnjn. Die uns feindlichen Völker ersannen ein Märchen von unermeßlichen