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Der Israelit · 1903-10-05 · Heft 79-80 (5.10.1903) · page 37

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 79-80 (5.10.1903)
Date
1903-10-05
Page
– (sequence 37)
Language
German
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vorkommenden Würmer und Egel Erwähnung finden, ebenso Wassersucht und Gelbsucht und - die Nabelerkrankungen bei Kälbern. Es ist anzunehmen, daß der Verfasser in seinem angekündigten „Nachtrag", der frei nachgeliefert werden soll, den vorhandenen Mangel abstellt. Ob nicht bei einer Neuauflage die Anordnung des Stoffes etwas systematischer eingerichtet werden könnte, wäre zu überlegen. Jedenfalls dürfte es von Vortheil sein, wenn jedes Organ zusammenhängend durchbehandelt würde. Alles in allem ist das Merkchen wohl geeignet, den Schochet mit den nothwendigsten sanitären Kenntnissen auszurüsten und es wäre dessen weiteste Verbreitung dringend zu wünschen. Der Schochet hat ja wohl keine Veranlassung, außer seiner Vedika eingehende sanitäre Untersuchungen vorzunehmen, aber er muß die elementaren Grundzüge derselben kennen, um in zweifelhaften Fällen mit Abgabe seines Koscher-Verdiktes nicht voreilig zu sein. So wird in vielen Fällen der Boden zu Angriffen gegen unsere Schechita entzogen und Herrn Gelbart. bleibt das Verdienst,, durch sein Büchlein nach dieser Hinsicht segensreiche Anregung gegeben zu haben. — L. A. — Zettfrageii. Tic russische Judenfragc! Von Prof. Errera. Verlag von Schulze LCo. Preis Mk. 2. Von dem im Mai d. I. in neuer Auflage erschienenen Werke des Brüsseler Prof. Errera: ,.Les Juifs Rus.ses, Extermination ou Emancipation“ ist soeben eine autorisirte deutsche Uebersetzung unter dem Titel: „Die russischen Juden. Vernichtung oder Befreiung?" erschienen, zu welchem Professor Theodor. Mommsen ein Vorwort geschrieben hat. Einem lebhaften Interesse seitens der ganzen zivilisirten Welt wird dieses Werk begegnen, das schon bei seinem ersten Erscheinen die Terrorisirung der russischen Juden an's Licht rückte und seiner Zeit schon neue Gewaltthätigkeiten in Rußland in Aussicht stellte, die sich leider namentlich in letzter Zeit bewahrheiteten. Daß eine Bevölkerung, die seit langer Zeit so schweren Druck leidet und so gehässiger Verfolgung ausgesetzt ist, Spuren dieser Terrorisirung verräth, ist ebenso beklagenswerth, wie unvermeidlich und man sollte den Uebertreibungen der von Haß erfüllten russischen Berichte energisch entgegentreten. Das Errera'sche Weil erweist sich nun als überaus reich an thatsächlichen Fest- -stellungen und wohlerwogenen Vorschlägen. Den Uebertreibungen, in denen die Fehler des. jüdischen Volkes dargestellt werden, weiß der Verfasser jn nachdrücklichster Weise zu begegnen und führt eine große Anzahl von Zeugen für seine Behauptungen an, u. a. den Fürsten Demidow San Donato, die beiden amerikanischen Forscher über die Gründe der Auswanderung nach den Vereinigten Staaten, Weber und Kempster, Tolstoj und viele einflußreiche Zeitungen. Alle guten Vorschläge und die Fülle des unanfechtbar glaubwürdigen Materials, aus sicheren Quellen geschöpft, hier wiederzugeben, würde zu weit gehen. Wir rufen mit dem Verfasser au§.,Tna res agitur!** und es sollte kein Mensch das Buch ungelesen lassen, der Mitleid empfindet mit den seit Jahrzehnten bedrängten russ. Glaubensgenossen, denen nur.der eine Vorwurf gemacht werden kann, als Juden geboren zu sein! .,Tra res agilui!4* sollten in erster Linie auch diejenigen beherzigen, denen es ihre Stellung im öffentlichen Leben möglich macht, Rußland zur Abänderung dieser himmelschreienden Zustände zu veranlassen. Der ganzen zivilisirten Welt Widerstand zu leisten, würde Rußland, nicht in der Lage sein. : ' Bilanz des Zionismus. Kritik und Reform.. Von Alfred N o s s i g. Verlag von B. W e p f & (S t e.t Basel. ' ‘ . Demnächst erscheint in vorgenanntem Verlage der während des sechsten Zionistenkongresses in Basel abgehaltene Vortrag von Dr. Alfred Nossig, welcher nls 5 erste zusammenfastende und wirklich freie Kritik innerhalb des Zionismus, als gründliche Revision der' zionistischen Bewegung, denkwürdige Sturmszenen hervorgerufen hat. Die auch für die nichtzionistischen Kreise hochinteressanten Ausführungen Nossigs sind hier unverkürzt wiedergegeben. Zu .beziehen durch alle Buchhandlungen zu dem Preise von 0,80 Mk. ‘ : Belletri st i sch e s. - W. Korolenko. Ein gewöhnlicher Fall und andere Erzählungen. Bd. 3 der Internationalen Novellen- Bibliothek. Verlag Dr. I. Marchlewski & Comp, in München. Preis broschirt Mk. 1.60. Im vorliegenden Bändchen sind zum ersten Male Erzählungen und Schilderungen vereint, die Korolenko von einer dem deutschen Publikum noch, unbekannten Seite zeigen. Die lückenhafte Kenntnis; Korolenko'scher Schöpfungen, die sich auch in der Heimath des Dichters fühlbar macht, hat es mit sich, gebracht, daß trotz seines Weltruhms Korolenko bei weitem nicht die genügende Anerkennung zu Theil wird. Korolenko ist allgemein bekannt und geliebt vor Allem als ein prächtiger Stimmungsschilderer, als ein herrlicher Novellist, der der Meister des Generbildes ist. Hingegen sind - es nur wenige Kenner der russischen Litteratür, die ihn als einen Interpreten der Zeit, als. eisten Vertreter einer höchst interessanten, einheitlich gearteten Weltanschauung schätzen. Die hier gebotenen Erzeugnisse seiner Feder lassen ihn vorzugsweise von dieser

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