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Der Israelit · 1903-09-29 · Heft 77-78 (29.9.1903) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 77-78 (29.9.1903)
Date
1903-09-29
Page
– (sequence 20)
Language
German
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ausreichende Altersversicherung zu gewahren und es ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß alle Gemeinden von dieser Vergünstigung rasch Gebrauch machen werden. Wir gratuliren den hessischen Lehrern zu ihrem Erfolge. Derselbe wird, s. G. w., weitere Kreise ziehen und das soziale Elend unter den alten und invaliden Lehrern, sowie den Lehrer-Wittwen und -Waisen verschwinden machen. Nürnberg. Eine Affaire, die seinerzeit zu Volks - Unruhen und Exessen führte, hat nunmehr durch ein Geständniß auf dem Sterbebette ihre sensationelle Ausklärung gefunden. Vor etwa sechs Jahren verschwand aus dem Dorfe Mienken im Arnswalder Kreise das dreijährige Söhnchen des Wirthschaftsbesitzers Jenske. Politische Hetzer machten sich den sensationellen Fall zu Nutze und brachten in die Landbevölkerung den Glauben, daß das Knäblein einem „Ritualmord" zum Opfer gefallen sei. Es kam gegen die im Arnswalder Kreise wohnhaften Juden zu Ausschreitungen, welche erst durch die energischen Maßnahmen der Behörden unterdrückt werden konnten. Jetzt erst, nach sechs Jahren, hellt sich das traurige Schicksal des kleinen Jenske auf. Auf dem Sterbebette gestand ein Förster. Namens Renke, daß er das im Walde nächst Mienken spielende Kind für ein Wild gehalten und erschossen habe. Aus Angst, verhaftet und bestraft zu werden, habe er die Leiche des Kleinen im Walde vergraben. Der Sterbende gab auch die Stelle an, und die Behörde, welcher das Geständniß des Försters bekannt gegeben wurde, leitete sofort die notwendigen Nachforschungen ein. Rußland. Mohilew. Man schreibt: In der Homel benachbarten Stadt Njeshin befürchtete man auch vor einigen Monaten Judenkrawalle. Die Juden baten um Schutz, da in der Stadt mehrere Tausend russische Fabrikarbeiter wohnen und die jüdische Bevölkerung nur 23 Prozent der Gesammtheit bildet. Die Bitte der Juden wurde abgelehnt. Als sich dann das Gerücht verbreitete, daß im Falle eines Krawalls die Juden die ganze Stadt anzünden wollten, theilten die Christen dies dem Gouverneur mit. Darauf wurde sofort Militär geschickt. und zwar mit dem Befehl, „die Christen vor dem drohenden Anfälle der Juden zu schützen." Selbstvertheidigung wurde den Juden auch in dem offiziellen Erlaß nach den Kischinewer Metzeleien.streng verboten. Gouverneur von Mohilew ist derselbe Herr Klingenberg, der s. Z. bei der Niedermetzelung von Katholiken in Krozy viel von sich reden machte. Neu rinMungene Aüchrr. (Besprechung Vorbehalten.) Adler, R, Lehrer an der isr. Realschule zu Fürth.'Die Renaissance des alten hebräischen Lese- Unterrichts im Lichte moderner Methodik. Eire didaktische Studie. 31 S. Dritter Jahres Bcricht des Dirlktions-RalheZ der Anstalt zurHeranöildungisr. Kran kenpf leger und Krankenpflegerinnen inPreßburg. 1902/1903. Die Greisenwelt in Jerusalem. Beschreibung der 23 jährigen segensreichen Thätigkeit des Atter - versorgungshauses Mo sch ab Sekcnim Jerusalem. Mit Kalender 5664. Dr. M. Poppelauers Berliner Bolkskalendcr für Israeliten für das Jahr 5664 (1904 . Berlin 1904. M. Poppelauers Buchhandlung. Frankfurter israelitischer Bolks-Kalender 5664 nebst jüdischem Hotel-Adreßbuch. Frankfurt a. M. I. Kaussmann. ,B»spr. in Nr- 70 des „Israelit") Feßler, Dr. Siegmund. Fürsten Pflicht und F ü r st e n r e ch t. 8 S. Pr. Mk. 0.15. Halle a. Saale 1903. Schwartzkopff, Dr. P. Die Weiterbildung der Religion. Ein Kaiserwort 8^ S. Pr. Mk 1.—. Schkeuditz lei Leipzig 1903. W. Schäfer. Rügenmald, Simon Joses. Humor aus-dem j ü d i sch e n L e b e n. 93 S. Pr. M. 1.—. Frankfurt a. M. I. Kaussmann Frisch, Eiraim. Das Verlohn iß Geschichte eines Knaben 199S. Pr.Mk.2.50. Berlin 1902. S. Fischer. Sassenbach, Joh. Die heilige In q ursition 9.-12. Tausend. '(Sammlung Sassenbach 9—12) 134 S. Pr. M. 0.60 Berlin. Joh. Sassenba ch. Mahler, Franz. 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