Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 77-78 (29.9.1903)
- Date
- 1903-09-29
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Etrasrburg i. E. Auf ein Gesuch des Herrn Rabbiner Buttenwieser hat der kommandirende General^des 13 Armeekorps genehmigt, daß die israelitischen Einjährig-Freiwilligen anstatt am 1. Oktober (Jom Kippur) am 2. Oktober bei ihren Regimenter ekntreten dürfen. Die Betreffenden würden sich mit mit einem betreffenden Gesuch an das Regiment u. s. w. zu wenden haben, bei dem sie einzutreien wünschen. Die Regimenter u. s. w. sind angewiesen, den Gesuchen zu entsprechen. (Uebrigens hat ja Herr Rabbiner Dr. Maybaum in Berlin bei dem Kriegsminister diese Vergünstigung für das ganze deutsche Reich ausgewirkt, so daß wohl ein Verwenden der einzelnen Vezirksrabbiner in dieser Sache nunmehr überflüssig erscheint.) 9 e u i X i c t o n. Der Suiicm von Elima. Bin WLvcherr. Motto: Wenn Ihr wollt. ist es kein Märchen. (Herzl.) Es war einmal ein Sultan, der regierte über ein großes, weites Land, welches Elimä hieß. DaS Land war in zehn Provinzen eingetheilt, und über jede Provinz war ein Vezier gesetzt. Die Regierung des Sultans zeichnete sich durch große Weisheit, Milde und Uinsicht aus. In allen Provinzen entstanden auf Veranlassung des Fürsten Krankenhäuser, Waisenhäuser, öffentliche Gärten und sonstige Wohlfahrtseinrichtnngen. Als der Sultan 23 Jahre lang regiert hotte, rüstete sich das ganze Land, den Tag festlich zu begehen. Auch die zehn Veziere erschienen, um die Gaben der einzelnen Provinzen darzubringen. Der Sultan wollte seinen Augen nicht trauen, in welch' überraschender Fülle die kostbarsten Erzeugnisse des Fleißes seiner Unterthanen vor ihm aufgepflanzt waren: da waren seine indische Schleiertücher, buntgeknüpfte Teppiche, die in den herrlichsten Farben ganze Landschaften, belebt von Menschen und Blumen, darstellten, Vrokat- und Seidenstoffe aus Persien und China, Porzellan in allen Farben, und nun gar die ungeheure Menge von Gold- und Silöerarbeiten, die Perlen, Diamanten, Smaragde, Rubinen,. Saphire! Jeder der Veziere brachte seine Gaben vor den Thron und hielt dabei eine Rede, in welcher er den Charakter, den Edelmuth und die Thätigkeit des Fürsten mit den überschwenglichsten Schmeicheleien pries. Nur der zehnte Vezier brachte seine Gaben, ohne daß auch nur ein Wort von dessen Lippen kam..' Mit einer stummen Verbeugung wollte er wieder abtreten, da sprach der Sultan zu ihm: „Nun und Du, mein Sohn Hussein, hast Du kein einziges Wort des Lobes nach allen diesen Reden für mich übrig, hat Dir etwa meine Thätigkeit in dem verflossenen Vierteljahrhundert mißfallen, so sprich es offen aus, ich werde Dir darob irgendwelchen Haß nicht nachtragen." „Das nicht, großmachtigster Herr, auch ich kann nur Rühmenswerthes von Dir und Deinen Thaten verkünden, aber ich hatte gerne gehabt, daß Du in mancher Beziehung noch mehr und anders gebandelt hättest." Und Hussein zählte eine Reihe von Dingen auf. die der Fürst noch hätte besser machen können, offen und rückhaltslos, ohne jedes Wort der Schmeichelei. Da stieg der Sultan von feinem Throne, umarmte den Vezier und sprach: „Wahrlich, Freund Hussein. Du hast mir einen besseren Dienst erwiesen, als alle die Schmeichler rings umher. Du hast mir das höchste Lob ertheilt, indem Du mich für würdig erachtet hast, ein unabhängiges Wort zu hören. Deine Rede allein wird in Zukunft ihren Segen tragen." . ■ . - Und Hussein wurde an jenem Tage Großvezier. Briefkasten der Kedactio«. Allen lieben Freunden, Bekannten und Abonnenten, die uns durch Glückwünsche zum neuen Jahre erfreut, innigsten Dank. Auch allen denen, die uns für unsere Thäiiflkeit anerkennende und aufmunternde Worte zukommen ließen. Sie mögen überzeugt fein, daß wir von dem Wege, den wir für richtig erkannt, uns nicht abbringen lassn, und daß wir auch ferner-unsere Gesinnung ohne Rücksicht aut kleinliche oder gar materielle Interessen zum Ausdruck bringen werden. Allen Lesern eine herzliche ♦mia ntynn 1V) Redaetiorr des „Israelit". Briefkasten der Er-edttion. N. E in Langenselbold: M. 8.— dankend empfangen. Wschen-Rslenöer. Mittwoch» 30. September. 9. Tischri, y.5'2 oi* 2"ra_ Fasttag-Anfang in Mainz u. Frankfurt a. M. 5 Uhr -15 Min. Donnerstag, 1. Oktober. 10. Tischri. y.2'3 Fasttag-Ausgang in Mainz u. Frankfurt a.M. 6 Uhr 45 Min. —. Berlin 6 Uhr 27 Min. — München 0 Uhr 30 Min. — Stuttgart G Uhr 4t Min. — Straßburg ß 50 Min. — Bosen 0 Uhr 10 Mm. — Stettin 0 Uhr 25 Min. — Breslau 6 Uhr II Min. — Prag (» Uhr 20 Mm. Freitag. 2.Dctober. 11. Tischri. Sabbat-Anfang in Mainz u. Frankfurt a. M. 5 Uhr 45 Min. Samstag.. 3. October. 12. Tischri. uns«n Sabbat-Ausgang in Mainz und in Frankfurt a. M. 6 Uhr 45 Alm. - Berlin 6 Uhr 23 Min. - München 6 Ubr 29 Min. - StnttgartöUhr 37 Mm. — Strahbury ßUhr 45Min.—Boten 6 Ubr 11 Mrn. — Stettin 6 Uhr 20 Dein. — Breslau 6 Uhr 00 Mm. - Wien 0 Uhr 13 Mim - Paris 6 lllhr 10 Mim - Prag 0 Uhr 20 Mm. Montag. 5. Oktober. 14. Tischri, rva'-o 3tj» Feiertagr-Anfang in Mainz u. Frankiurt a.M. 5 Uhr 30Min. Dienstag» 0. Oktober. 1». Tischri, 0221 're cm Mittwoch. 7. Oktober. 16. Tischrt. 2:2:21 "3 oy ß Uhr2Min. StettinOUhr 10Min. — Prag (» Uhr 10 Min. Breslau 5 Uhr 57 Min. fr'’"""!5»» Auf der MgemeinenAusstcllung für Volkshygiene und Wohlfahrtseinrichtungen in Berlin erhielt Herr S. Diorgentha«, Mainz für seine ausgestellten Flsischtxtracte „Uri-Uri“ die silberne Medaille.