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Der Israelit · 1903-11-16 · Heft 91 (16.11.1903) · page 24

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 91 (16.11.1903)
Date
1903-11-16
Page
– (sequence 24)
Language
German
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Verfasser beruft sich des Weiteren auf die Ueber- «nfiimmung seiner Anschauungen mit Pädagogen, sowie auf einschlägige Artikel in Zeitungen, Fachschriften und Auslaffungen des Herrn Handelsminfter Möller. Hervorragend intereffant sind die umfassenden Ausführungen des Verfassers über das kaufmännische Stande-bewußtsein. Redner schloß mit einem warmen. allseitig Beifall findenden Appell an den Kaufmannsstand, den Ueöergriffen anderer Stände mit geistigen Waffen zu begegnen, werkthätig und hoffnungsfreudig mitzuarbeiten an der Hebung des kaufmännischen Standesbewußtseins und an der Erhaltung der kaufmännischen Standesehre. Volksthümliche Erklärung von Göthe's Faust. von Maria Pospischil. 1. und 2. Theil. 266 S. Pr. M. 1.75. Hamburg. Die volksthümliche Faust-Erklärung von Maria Pospischil wird in hervorragendem Maße den Anforderungen gerecht, die an eine solche für die gebildete Welt im weitesten Sinne des Wortes bestimmte Arbeit gestellt werden müssen. Es ist ein knapp, einfach und kristallklar geschriebenes Buch, das ein tiefes Eindringen in den Kern der Faustdichtung verräth. und das man nicht eher aus den Händen legt, bis man es zu Ende gelesen hat. Die Verfasserin hat mit glücklichem Geschmack alles gelehrte.Beiwerk beiseite gelassen und gibt eine immer aus der Dichtung selbst entwickelte Erklärung des Werkes, die in allen Punkten auf dem thatsächlichen Boden der Goethe'schen Dichtung ruht und aus ihr geradezu organisch bervorwächst. Mit großem Geschick hat sie alle zu weit gehenden Hypothesen ausgeschieden, sich auch durchaus gehütet, im Symbolisiren des gegebenen Stoffes über Goethes Absichten hinauszugehen. Dazu kommt, daß Maria Pospischil in verschiedenen Punkten zu neuer Auffassung und neuer Charakteristik der Personen und Handlungen gelangt; besonders muß ihre Auslegung der Wette als eines Vertrages Faust's mit dem Geiste des Chaos, nicht aber als eines Verkaufes seiner. Seele an den Höllenteufel als ein fesselnder und glücklicher Versuch geschäht werden. das eigentliche Problem der ganzen Dichtung zu lösen. Ich begrüße in Maria Pospischil'» Faust-Kommentar eine verdienstvolle Arbeit von hervorragender Eigenart. Klarheit und Schönheit, für welche der Verfasserin unser wärmster Dank gebührt. „Wie ich Radfahrerin wurde" ü. A. von Klara A n - h u t h. Preis 1 Mk. R. M a n d e r, Danzig. Das Büchlein verdient durch seine Vielseitigkeit und seinen Humor in den weitesten Kreisen bekannt zu werden. Wer dem Radsport huldigt, wird erkennen, wie sehr die Radfahrererlebnisse der Wirklichkeit abgelauscht sind, welche in der Erzählung «Amor auf Schleichwegen" den heitersten Abschluß erhalten. Außer den Radlergeschichten bringt das Büchlein noch humoristische Erzählungen und fchwermüthige Balladen, so daß für jeden Geschmack gesorgt ist. Das Büchlein eignet sich vorzüglich zur Reiselektüre. Kalender. „Deutscher Nniversitatskalender", von Herrn Prof. Dr. A s ch e r s o n , mit amtlicher Unterstützung herausgegeben. Verlag von K. G. Scheffer in Leipzig. Der Kalender enthält ein ausführliches Vorlesungsverzeichniß aller deutschen Universitäten und der landwirthschaftlichen Hochschulen, ferner der Universstäten der österreichisch-ungarischen Monarchie und der Schweiz; er bietet also die beste Uebersicht aller im Bereiche der deutschen und der deutsch-französischen Universitäten im folgenden Semester gebotenen Vorlesungen. Daneben enthält er kurze Orientirungen über die betreffende Stadt und ihre Lebens- und Preisverhältnisse. ihre wissenschaftlichen Institute, die Preisaufaaben. die akademischen Vereinigungen u. a. Der letztere Theil erfordert besonders eingehende Vorbereitung: er gibt aber, was uns kein anderes Handbuch bietet: eine vollständige Uebersicht über das studentische Verbindungswesen, die den „Ascherson" zu einem wichtigen Quellenwerk zur Universitätsgeschichte auch noch in späteren Jahrzehnten macht. Besonders sind auch bei jeder einzelnen Universität event. bestehende „Jüdische Studentenvereinigungen," sowie „Vereine zur Unterstützung jüdischer Studenten" angegeben. Die 63. Ausgabe ist eben erschienen (gebundene Ausgabe mit Schreibkalendarium 3 Mk.; ungeb. 2.25 Mk.> „Abreisrkatendcr für das Jahr 1904", von F. C. Heinemann in Erfurt. In farbenprächtiger Ausstattung ist dieser hübsche Kalender erschienen. Jeder Blumenfreund findet täglich Rathschläae und Winke für Blumen- und Gemüse-, für Obst-. Garten- und Zimmerkultur, über Pflege des Nutz- und Ziergeflügels, Aquarium. Vivarium u. s. w. in sachgemäßer Belehrung vor. Ferner liegt ein Preisräthfel für die Kinderwelt bei. auf dessen richtige Lösung für jeden Löser ein Blumensortiment für Kindergärten als Gewinn entfällt.

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