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Der Israelit · 1903-11-16 · Heft 91 (16.11.1903) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 91 (16.11.1903)
Date
1903-11-16
Page
– (sequence 21)
Language
German
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WWSWMWUMMWWRdWMMNMMWH Genlrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenlhum. >6. Nov.1g«S.I ittermW Mm;n jfs 91. I9lt. «. X XX X X X-X-X X X X X K X.X1X X X X X x X XX XLX X x ' k xTM Apologetik. Fcstpredigten. Von Dr. I. R o s e n b e r g, Rabbiner in Thorn. Verlag von I. K a u s f m a n n - Frankfurt a. M. 1903. Im Allgemeinen bin ich kein Freund von gedruckten Predigten; ich stehe auf dem Standpunkte Goethe's: „Allein der Vortrag macht des Redners Glück," daß also eine gelesene Predigt nur etwas Halbes bedeutet. Und wenn man als Entgegnung anführt: Es trägt Verstand und rechter Sinn mit wenig Kunst sich selber vor — so wage ich diesem Ausspruche des nämlichen Dichters unbescheiden zu widersprechen. Verstand und rechter Sinn schlecht vorgetragen wird wirkungslos verhallen. Gedruckte Predigten werden vom Publikum selten gelesen, ihr Hauptzweck ist. daß sie von anderen Predigern auf ihren Kanzeln nachge,— dacht werden. Der Verfasser will zwar, wie er in der Vorrede bemerkt, in erster Linie die Saatkörner in seiner Gemeinde zu neuem Wachsthum zu bringen suchen, die einst die mündliche Rede in die Herzen ausgestreut hat, — aber nachdem ich sämmtliche Predigten durchgelesen hatte, bin ich doch zur Ueberzeugung gekommen, daß die Sammlung einen nicht zu unterschätzenden Werth auch für die Allgemeinheit und nicht zum wenigsten für die Herren Prediger in sich birgt. Es ist dies die erste vernünftige Predig t s a m m l u n g, die ich seit langer Zeit in die Hände bekam, das muß ich offen eingestehen. Frei von jeder Wortklauberei — frei von den bei manchen Rednern so beliebten Wortspielen, frei von Phrasen und Effekthascherei, und frei von den römischen l., II. und 1k 1., trotz genauer Eintheilung, die sich von selbst ergibt — finden wir hier eine einfache, poesiereiche Sprache, ungekünstelt und gedankenvoll. Was als Mahnung und Zurechtweisung an die Genieinde gerichtet wird, geschieht mit Takt und vornehmer Zurückhaltung, vielleicht mit ewas zu großer Zurückhaltung, denn man darf auch hie und da, um recht verstanden zu werden, das Kind mit dem rechten Namen nennen; das ist, in seiner Weise ausgeführt — nicht immer ein Fehler. Sänimtliche Festtage des Jahres sind in dieser Sammlung vertreten, und für jedes Fest weiß der Verfasser den rechten Ton zu treffen — auf das Gemüth zu wirken, ohne dabei in den Fehler der Sentimentalität zu verfallen. Ich will nicht einzelne Predigten herausgreifen, obgleich einzelne geradezu „meisterhaft" sind, was mich aber besonders sympathisch berührt, iss die Art der Seelenfeierpredigten, bei denen der Verfasser vermeidet, mit Gewalt auf die Thränendrüsen zu wirken, wie man das zuweilen findet, weil man fälschlicherweise den Werth einer Predigt nach den Strömen der Thränen, die sie erzeugt, allzuoft bemißt. In der Predigt „Das Gebet" hätte der Verfasser auch unserer jüdischen Gebetsprache einige Worte widmen können, und rednerische Ausdrücke wie „Ertüchtigung", „selbstisch" u. a. m. wollen mir nicht gefallen. Dagegen kann jeder Prediger aus diesen Predigten von Dr. Rosenberg lernen, wie man in das Leben eingreifen muß, um mit den Bildern des Lebens den Gl a u b e n zu predigen, wie man mit warmen Worten den Ideen unserer Thora Geltung verschaffen kann, ohne doktrinär zu werden, wie man aus den Symbolen unserer Religion praktische Glaubenslehren kündet, ohne die wörtliche Bedeutung der Symbole zu leugnen.. Dieser Predigtsammlung darf man die weiteste Verbreitung in Israels Häusern «wünschen. Dr. Mannheimer. Tr. M. Ttcckelmachcr, „Das Prinzip der Ethik vom philosophischen und jüdisch-theologischen Standpunkte aus betrachtet." 8", 255 S. Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei A.-G., in Mainz, Preis 4.60 Mk. Dieser durch seine früheren Veröffentlichungen vorteilhaft bekannte Mannheimer Philosovh behandelt in gedachtem Werke das Prinzip der Ethik, wie es in mannigfaltigster Weise von den hervorragendsten Philosophen älterer und neuerer Zeit auf dem z-. WWMW

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