Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 91 (16.11.1903)
- Date
- 1903-11-16
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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iÄV. Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. -» kalter für dre israel. Schute. 16. Nov. 1963.1 MMM lNr. 15. 3n 4 Lektionen nach den 5 formalen stufen. von A. Mannheimer, Dettelbach. Vorbemerkung. Es dürfte nicht leicht ein Geschichtspensum geben, das für den erziehlichen Unterricht, wie ihn Herbart-Ziller begründet, eine reichere Ausbeute bietet, als die Geschichte vom Chanukahfest. Sache des methodisch-geschulten Lehrers muß es sein, diese Schätze auch zu heben,- sie dem Kinde in ihrem wahren Werthe und Glanze zu zeigen. Leider trifft man oft noch den bequemen aber unverantwortlichen Mechanismus, der sich damit begnügt, daß die Kleinen nur wissen, die Chanukahlichter zündet man wegen des Lichiwunders im Tempel an. Das ist ja leicht gesagt und gethan, besonders da hierbei die kindliche Phantasie willkommene Nahrung findet. Auch Tausende von Erwachsenen wissen weiter kaum etwas mehr von der glorreichen Makkab'äerzeit, als eben die Geschichte des Lichtwunders. Nun ist es ja wahr, daß wir äußerlich die Chanukahfeier durch Lichtanzünden zum Ausdruck bringen. Allein das L i ch t s y m b o l soll v e r st a n d c n werden, soll begriffen werden als ' Z e i ch e n des nie erlöschenden Thoragei st es in Israel. Und darum ist es nothig, die ganze Geschichte des großen Kampfes dem Kindesgeiste so nahezubringen, daß beim Lichterschein beide Vorstellungen innig zusammenfließen. Sie müssen untrennbar vereinigt erscheinen und die Nissim des Kampfes und Sieges denen des Oelkrügleins gleichstcben. Auf die Frage: „W a r u m feiern wir das Chanukahfest?" muß perfekt die Antwort erfolgen: „weil in großen Kämpfen die Thora gerettet ward." Auf die Frage nach der B e d e u t u n g der Chanukahlichter hingegen antworte das Kind mit dem Hinweis auf das O e l w u n d e r, das als ä u ß e r e s sinnvolles Zeichen für alle Zukunft von unseren Weisen erkannt wurde und im Lichtanzünden heute noch seinen Ausdruck findet.*) Das „Erziehliche" der Chanukahgeschichte liegt darin, daß die Macht der Verführung einerseits, die Unabänderlichkeit und Ewigkeit des Gesetzes andererseits gezeigt werden kann. Israel läßt sich leicht verführen — Gott läßt Seine Thora nicht untergehen: das sind die zwei großen Lehren der Chanukahgeschichte. Und hier muß die Parallele gezogen werden mit den Erscheinungen der Gegenwart, die in mancher Hinsicht jener Geschichtsperiode ähnelt. Hie Freiheit — dort Freibeit, blendender Schein Lind Abfall hie — blendender Schein und Abfall dort, Nachahmung und Nachäffung nichtjüdischer Brauche hie — Nachahmung und Nachäffung nichtjüdischer Bräuche dort, protzenhafte lleberhebung der Gesetzesfeinde hie — Eigendünkel der Leichtfertigen dort, böses Beispiel der Großen und Führer hie — böses Beispiel derselben dort. Feindschaft und große Kämpfe hie — Judenhaß und Abwehr desselben dort, Sieg des Glaubens, der Thora hie — Erstarkung des jüdischen und Selbstgefühls dort. — Diese erziehlichen Momente sind ganz besonders bei der methodischen Behandlung zu markiren. Da die Chanukahgeschichte sich während des Bestandes des zweiten Tempels zutrug, so ist es nicht un- ') Ter Talmud Sabbat fol. 2t» dürfte mit seiner Frage "nr;n 'uv... auf die nur der Hinweis auf das Lichtwunder folgt wohl nichts anderes als eben -ü rprn £li begründen suchen wovon der ganze Inhalt spricht.