Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 72 (10.9.1903)
- Date
- 1903-09-10
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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| 44. Jahrgang. Habs oder Haboim? Zu der Frage, ob es in der Neumondsankündigung bei 2 Tagen n'i heißen müsse rxrt oder xsn sei auch mir hier das Wort gestattet. Friedenthal's Ausführungen sind weit eher geeignet, die Frage zu verdunkeln, als sie aufzuhellen. Die Regeln des Satzbaues, die hier den Ausschlag geben, sind darin ganz ignorirt worden. , Nur Vst ,"Lp'v föSt "i allein hat sie nicht nur berücksichtigt, sondern auch seiner ganzen Entscheidung zu Grunde gelegt, die trifft darum auch den Nagel auf den Kopf. Tiktin sagt — und jeder Kundige muß ihm hierin beipflichten — das Wörtchen x-n könne seiner Stellung nach sich lediglich auf den „Tag" beziehen, auf welchen n-r trifft, und müsse daher auch, wenn dieser aus zwei Tagen besteht, in die Mehrzahl c'xn umgewandelt werden; azr, aber auf n" zu beziehen, sei syntaktisch unstatthaft, der Satz hätte sonst lauten müssen nrivb u^y xsn m ♦.. \t. Gegen dieses Argument gibt es lein „wenn" und kein „aber", und kein Pilpul und kein Pschättchen mit noch so schillerndem Citatenaufpuh kann darüber hinweghelfen. Man denke sich den Satz nur deutsch: „Der Neumond Siwan findet statt am Mittwoch (wörtlich „am 4. Tag"), der da zu Gutem kommen wird," und jeder Schulknabe wird uns sagen, daß der Relativsatz seiner Stellung wegen sich nur auf „Mittwoch" beziehen könne, nicht aber auf „Neumond", weil es ja sonst heißen müßte: „der Neumond Siwan, der da zu Gutem kommen wird, findet statt am Mittwoch." Was aber hat der Hinweis auf öti p*p mit unserer Frage zu schaffen? Wer wird es bestreiten wollen, daß die dem Namen „Joseph Sohn Simons" beigefügte . Eulogie ru „der Allgütige behüte i h n etc.", oder „der lang und glücklich lebe," sich auch auf „Joseph", den Sohn, beziehen könne? Daß sie übrigens gewöhnlich auch hier auf den zuletzt genannten „Simon" zu beziehen sei, ist aus xAi zur Stelle zu ersehen. Es gibt aber zum Ueberfluß auch noch ein zweites beweiskräftiges Argument, welches auf der Bedeutung des Wörtchens xsn selbst beruht. Friedenthal, dessen Ausführungen nur beweisen, wie wenig er zur Entscheidung derartiger Fragen berufen war, hat diese Bedeutung vollständig verkannt. Für ihn ist rwn nur um der Eulogie willen da; in Wahrheit aber ist es die nähere Bestimmung zu dem voraufgehenden w'2, während die Worte nyisb vbp nur ein eulogischer Zusatz ist, der auch ganz gut hätte fortbleiben können. Denn es bedeutet, wie bekannt, dasselbe, wie das deutsche „der nächste, künftige, kommende". So heißt das „nächste, kommende Jahr" nx2n ruiwt daher das riwrw nxrn nzr»b. Da aber der religiöse Israelit die Eulogie liebt, so Pflegt er gern zu xrn wörtlich „der der kommt", noch die Worte „zu Gutem" nsteh wbt oder „zu Gutem für uns und ganz Israel" U'dy .12^ dx^L" hinzuzufügen. So heißt es im *ra für „von diesem Versöhnungstage bis zum nächsten (oder kommenden) Versöhnungstage" vna nnu*? t^y x-n ontED vv ny nt dhied wie man auch für „kommendes Neujahr" hebräisch naiwi pxi Vyan zu schreiben pflegt, u. dgl. m. Da nun X2.n wie das deutsche Attribut „der nächste, künftige, kommende" nur dazu dient, aus einer Reihe möglicher Zeitpunkte einen herauszuheben und zur Vermeidung einer mißverständlichen Auffassung genau zu fixiren, so kann es nicht mehr zweifelhaft sein, daß dasselbe sich nur auf den „Tag" der Woche, nicht aber auf m beziehen könne. Denn man versteht es wohl,.wenn gesagt wird: „Der Neumond Siwan findet am kommenden Mittwoch statt," tveil es doch der Mittwoch mehrere gibt, wie wir denn auch gewöhnlich vom „kommenden Montag" und nicht vom „Montag" schlechtweg sprechen, an welchem eine Hochzeit. Aufführung u. s. w. stattfinden soll. Dagegen müßte uns eine Neumondsankündigung seltsam anmuthen, die da lautete: „der n L ch st e p'v m findet am Mittwoch statt", denn daß die Ankündigung nur den bevorst e h e n d e n p'v m nicht aber denjenigen vom Jahre darauf im Auge haben kann, ist doch nur selbstverständlich, so daß hier die nähere Bestimmung „der nächste" vollständig überflüssig erscheint, während wir sie beim Wochentag vermissen. Wer am Ende des Sevtember nach dem 1. Oktober sich erkundigen wollte, dem würden doch auch wir nur sagen: „der 1. Oktober, oder