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Der Israelit · 1903-09-07 · Heft 71 (7.9.1903) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 71 (7.9.1903)
Date
1903-09-07
Page
– (sequence 18)
Language
German
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ldvi) .421 Zeitgemälde von I. I. KraszewsKi in autorisirter Ueberlragung. Nur darüber wunderte er sich etwas, daß, so oft er außerhalb dieses Hauses irgend Jemand nach den WtorkowslUs fragte, ihm entweder halblaut oder mir Stillschweigen - geantwortet wurde. Er erklärte sich dies jedoch mit den politischen Meinungen dieser Damen, die sie unpopulär machen mußten. Nur zu leicht ward es ihm, sich Musa zu nähern. Sie verstand es, kühn zu machen, an sich zu ziehen, Beziehungen anzuknüpfen und zu unterhalten. I „Durchaus nicht! Aber um mir nicht selbst Vor- : würfe machen zu müssen, will ich. statt davon zu reden, was mir aus dem Herzen strömt, statt in diese bezaubernden Aeuglein zu blicken, sprechen, was mir der Kopf diktirt! Ich glaube nämlich, mein gnädiges Fräulein, Sie besitzen einen gewissen Einfluß auf das Land. Warum bemühen Sie sich nicht, auf dasselbe einzuwirken? Augenscheinlich kommt es zur Revolution! Polen stürzt sich in das Verderben. Wir sind .Z-Jr ■ ■JKfrTHHHHHf Dpfrr der Rischinrivrv Katastrophe. -SHHHHK-ft-K- Jeder Besuch des Obersten wurde mit unvergleichlicher Gewandtheit so ausgebeutet, daß sie ihn zu einem folgenden verpflichteten. Er hatte immer etwas zu bringen, zurückzusenden, mitzutheilen und zu erzählen. Die Mutter zeigte sich höchst wohlwollend, niemals störend. Meist war sie außerhalb des Salons beschäftigt, und im Salon war sie halb taub. Sofronow schwelgte in Entzücken. „Gnädiges Fräulein," sagte er ernst, nach mehrwöchentlichem Vorspiele, sich zu Mufa setzend. „Verzeihen Sie mir, wenn ich Sie heute mit einer vielleicht sehr wichtigen Unterhaltung ermüde!" „Aber Herr Oberst, halten Sie mich denn für so oberflächlich?" hier trotz der Gewalt, über die wir verfugen, wirklich nur Fremde; wir verstehen das Land nicht und können daher auch nicht auf dieses einwirken. Warum wollen Sie uns nicht unterstützen?" „Wir Frauen?" „In Polen spielen gerade die Frauen eine wichtige Rolle. Betheiligen Sie sich doch an öffentlichen Kundgebungen!" „O! Mit solchem Gesindel?" entgegnete Musa verächtlich. „Dies wäre nicht gerade die beste Gesellschaft für Damen!" „Allerdings! Aber die höhere Gesellschaft muß auch ihre Ueberzeugungen haben und sie auch kundgeben!"

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