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Der Israelit · 1903-08-27 · Heft 68 (27.8.1903) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 68 (27.8.1903)
Date
1903-08-27
Page
– (sequence 25)
Language
German
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'taark-vrK/Husxii 44. Jahrgang. Stiff k§ §cmt nun Wmc g„ %L §ctii[. Minister des Innern. <AuS der „Weit" vom 25. August.) Mein Herr! Sie haben den Wunsch ausgedrückt, Spuren unserer Unterhaltung zu bewahren. Ich gebe diesem Wunsche-gerne statt, um Alles zu entfernen, was übertriebene Hoffnungen oder beunruhigende Zweifel entstehen lassen könnte. Ich habe Gelegenheit gehabt, Ihnen vom Gesichtspunkte Kenntnitz zu geben, aus dem die russische Regierung zur Zeit den Zionismus betrachtet. Dieser Gesichtspunkt kann ihr nämlich sehr leicht die Nothwendigkeit nahe legen, ihre Politik der Duldung gegen Maßregeln zu vertauschen, die vom nationalen Selbstschutz vorgeschrieben sind. Solange der Zionismus in dem Willen bestand, einen unabhängigen Staat in Palästina zu schaffen, und solange er die Auswanderung einer gewissen Anzahl jüdischer Unterthanen aus Rußland zu organisiren versprach, konnte die russische Regierung ihm sehr wohl günstig sein. Allein in dem Augenblicke, wo dieses Hauptziel des Zionismus aufgegeben scheint, um durch eine einfache Propaganda der jüdisch-nationalen Zusammenfassung in Rußland ersetzt, zu werden, ist es natürlich, daß die Regierung diese neue Bahn des Zionismus in keinem Falle dulden kann. Er hätte kein anderes Ergebniß, als Gruppen von Individuen zu schaffen, die den vaterländischen Gefühlen, welche die Stärke eines jeden Staates ausmachen, vollkommen fremd und sogar feindlich gegenüberstehen würden. Deßhalb könnte dem Zionismus das Vertrauen nur unter der Bedingung wiedergegeben werden, daß er zu seinem alten Aktionsprogramm zurückkehrt. In diesem Falle könnte er von dem Tage an auf moralische und materielle Unterstützung rechnen,!vo einige seiner praktischen Maßregeln zur Verminderung der jüdischen Bevölkerung in Rußland dienen würden. Diese Unterstützung würde bestehen können im Protegieren der zionistischen Bevollmächtigten bei der ottomanischen Negierung, in der Erleichterung der Thätigkeit der Auswanderungs-Gesellschaften und soüar in der Bestreitung der Erfordernisse dieser Gesellschaften, selbstverständlich nicht aus Staatsmitteln, sondern aus Abgaben, die von den Juden erhoben werden. . Ich halte für nöthig hinzuzufügen. daß die russische Regierung, die verpflichtet ist, ihre Handlungsweise in der Judenfrage den Staatsinteressen anzupassen, gleichwohl niemals von den großen Grundsätzen der Moral und Menschlichkeit abgewichen ist. Roch in der allerletzten Zeit hat sie eben die Wohnrechte innerhalb der Grenzen der Gebiete, die der jüdischen Bevölkerung bestimmt sind, erweitert, und nichts hindert zu hoffen, daß die Entwicklung dieser Maßregeln zur Verbesserung der Daseinsbedingungen der russischen Juden dienen würde, besonders wenn die Auswanderung ihre Zahl vermindert. Sie wollen die Versicherung meiner ausgezeichneten Gefühle entgegennehmen. von Plehwe. Den 30. Juli — 12. August 1903. Aus dem Diplomatischen in die gewöhnliche Sprache übersetzt, heißt das: Helft mir nur, die Inden rausschmeißen aus Rußland, dann ist Alles von mir zu haben, das heißt : Alles doch nicht, sondern nur einen kleinen Theil von dem, was wir den Juden abgenommen haben. Schstn Umstell-kmiM in Asel. (Fortsetzung aus der Ersten Beilage.) Basel, 26. August. Ueber die Geschäftsführung des Aktionskomitees in Wien berichteten Dr. K o k e s ch und Architekt O. M a r m o r e k, jener über den Kassenstand, dieser über die allgemeine Lage. Das Kapitalbestandkonto der Gewinn- und Verlustrechnung weist 88,818 Frs. auf. Im Ganzen wurden 247,168 Frs. eingenommen, davon 232.000 Frs. auf dem allgemeinen Schekelkonto. Die Zahl der Zionisten aller Länder hat sich seit dem letzten Kongreß mehr als verdoppelt. Reue Vereine sind entstanden in Schweden, Norwegen, Griechenland, Marokko und auf Kreta. In Deutschland zählt der Zionismus heute über 6000 Anhänger. Die jüdische Kolonialbank hat nach dem 6. Kongreß ihre Thätigkeit ausgenommen und ist bereits in der Lage, eine kleine Dividende auszurichten. Die Besprechung des Geschäftsberichtes führte zu lebhaften Auseinandersetzungen. Dr. T r i e t s ch, Berlin, übte an dem Bericht eine scharfe Kritik. Das Aktionskomitee habe zu wenig Positives geleistet, Dr. Herzl habe trügerische Hoffnungen erweckt und über den Kongreß hinweg beachtenSwerthe Offerten, z. B. diejenige der Türkei, zurückgewiesen. Die Schärfe seiner Behauptungen mache es Dr. Herzl leicht, die große Mehrheit der Versammlung auf seine Seite zu ziehen.

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