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Der Israelit · 1903-08-20 · Heft 66 (20.8.1903) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 66 (20.8.1903)
Date
1903-08-20
Page
– (sequence 12)
Language
German
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14GÖ König Wilhelm in seiner genauen Gewissenhaftigkeit ließ sich alle Vota wörtlich wiederholen und sagte dann: -- „Nun? Was also meint denn Wiese?" (So hieß der Hofrath, der den „Juden" ablehnen zu müssen glaubte.) Eßel las zunächst das überaus anerkennende Urtheil des Betreffenden vor. König Wilhelm hörte aufmerksam zu und fragte dann nochmals: . „Was hat denn Wiese gegen "den Mann?" „Daß. er ein Jude ist, Majestät!" Darauf König Wilhelm trocken: „Wenn es sonst nichts ist —" nahm die Feder und unterschrieb." Berichtigung. In Nr. 60, Seite 327, erste Zeile von oben, soll es statt „Bundesgremium" Handelsgremium heißen. Briefrasten der Redaetio«. M. SL. in M.r Die Zeitschrift. „Juna-Juda" erscheint in Prag, die „Neuzeit" und die »Oesterr. Wochenschrift" erscheinen in Wien. M. 63. Wir bitten darum. Frcundl. Gruß. St. in W.r Der 1l. August 1896, war der 2. Eiul. Ruber» Cohn, Würzburg: Hare am L'wen schiwim schonoh. MeyerS Großes KonverfationS-Lerikon. Ein Nachschlagewerk' des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Aussage. Mehr als 148.000 Artikel und Verweisungen auf über 18.240 Seiten Text mit mehr als 11.000 Abbildungen. Karten und Plänen im Text und auf 1400 Jllustrationstafeln (darunter etwa 100 Farbendrucktaseln und 300 selbständige Kartenbeilagen) sowie 130 Textbeilagen. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark. (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien.) Ein grober Gelehrter, der im Besitze eines der bedeutendsten Bibliotheken des Landes war und in dieser den größten Theil seines Lebens zugebracht hatte, sollte eines Tages wegen eines politischen Vergehens, dessen er sich in einer seiner Schriften schuldig gemacht haben sollte, auf fünf Jahre in den Kerker wandern. Den größten Schmerz bereitete ihm naturgemäß die Trennung von seinen Büchern. Doch gelang eS seinen Freunden zu bewirken, daß ihm auf dem Gnadenwege gestattet wurde. t i n Werk mit in das Gefängniß zu nehmen. Lange, lange, sann der Gelehrte darüber nach, welches von seiner unendlichen Zahl an gedruckten Geistesschätzcn er wählen sollte, doch keines konnte ihn für eine so lange Zeitdauer vollkommen befriedigen. Da fiel sein Blick auf das Conversations-Lexikon und ein freudiges Aufleuchten seiner Augen verkündete, daß er seine Wahl getroffen. Nur eine Encyclopädie des gesammten Wissens konnte ihm am meisten Ersatz bieten für die lange Trennung von seinen Büchern. Der soeben erschienene dritte Band dieses berühmten HauSschatzeS bringt eine ganze Reihe interessanter Artikel, und die Genauigkeit, mit welcher bis zum redaktionellen Abschluß des Werkes allen Vorkommnissen und Erscheinungen unsrer Zeit Rechnung getragen ist. die Reichhaltigkeit von zum Theil neuen Textillustrationen. Farben-- und Schwarzdrucktaseln. Plänen und Karten beweist wiederum, welche bedeutende und gewissenhafte Arbeit wir vor uns hassen. Besonders interessiren uns die mit sehr instruktiven Tafeln versehenen Artikel über Blut und Blutbewegung. die uns die neuesten Fortschritte in der Medizin und der Einwendung des Mikroskops zu diagnostischen Zwecken, die merkwürdigen Veränderungen der Blutbestand teile bei verschiedenen Infektionskrankheiten zeigen. Die mittelalterliche Anklage der „Blutbeschuldigung" wird ebenfalls in einem längeren Artikel behandelt. Für die Technik sind eine ganze Reihe wichtiger Abschnitte nebst vorzüglichen Tafeln von Wichtigkeit: .Blechverarbeitung". „Bleigewinnung". „Bohrmaschinen" und „Brot-" sowie «Butterfabrikation". Aus diesem Artikel kann leicht ersehen werden, was besonders den orthodoxen Juden angeht, auf welche Weise es den modernen „Butterfabrikanten" gelingt, fremde Substanzen hineinzubringen, und sse so religionsgesetzlich unerlaubt zu machen. Der Artikel „Chemie", begleitet von einer Porträttafel der bedeutendsten Chemiker, zeigt, welche erstaunliche Entwickelung dieser Wissenszweig in den letzten Jahrzehnten genommen hat. Das Bau- und Konstruktionswesen ist durch sehr gute Tafeln über „Börsengebäude". „Burgeil" und „Brücken" vertreten. der Bergbau durch eine höchst anschauliche Tafel eines Braunkohleniverkes. Einen hervorragenden Platz nimmt das Buchgewerbe ein in seiner technischen und künstlerischen Entwickelung. Neben den Tafeln kunstvoller Bucheinbände aller Zeiten, der getreuen farbigen Kopie eines Blattes von Gutenbergs 42zeiliger Bibel und vier Tafeln ältern und modernen Buchschmucks interessiren u,ls die beiden Blätter, welche die jetzt von Büchersaminlern so beliebten Bücherzeichen (ex libris) nach verschiedenem Geschmack und Zweck veranschaulichen. In gleicher Weise werden dein Kunstliebhaber die vier Tafeln „Bronzekunft" willkommen sein mit der Wandlung der strengen Form der Antike durch die gefällige Renaissance bis zur freie,: Behandlung der Linie in unsrer Zeit. Daneben wirken die grotesken und phantasiereichen Formen der indischen, chinesischen und japanischen Bronzen, die zum Theil befruchtend auf unsre Kunst wirkten, äußerst lebhaft und instruktiv. Für viele aktuelle politische Fragen, das Vorgehen der Engländer in Afrika, die Entwickelung der Kolonisation in Brasilien, die Wirren in Makedonien, ist a»,s den Artikeln „Britisch-Somaliland", ..Vritisch-Obstu. Zentralafrika". „Brasilien" (nebst guter neuer Karte der deutschen Kolonien Südbrasiliens) und „Bulgarien" Aufklärung zu schöpfen. Auch das „Bürgerliche^ Gesetzbuch" in seiner Neugestaltung sowie das ..Börsenwesen" haben starkes allgemeines Interesse. Daß speziell jüdische und Juden angehende Artikel auch in diesem Band sich vorsinden. kann dem Lexikon nur neue Freunde aus unseren Kreisen werben. Wir nennen hiervon mir die Artikel „Chanuckah" und die erschöpfende Abhandlung „Chaldäa". Ebenso wird die Sekte der „Chasanen". bekanntlich im Kaukasus wohnende Juden, und die der „Cassidim" aussührlich durchgesprochen. Daß sämtliche Karten und Pläne aufs genaueste revidirt und vervollständigt sind, bedarf keiner Erwähnung. ganz neu sind „Bismarck-Archipel". „Bremerhaven" und „Charlottenburg". Bei solchen eminenten Fortschritten der neuen Aussage sehen wir den weitern Bänden mit Spannung entgegen. Bilder. Sagen und Skizzen von Paul R. ** ' Greußing. Mit Touristenführer und Kärtchen. 164 S. Preis 50 Pfg. München. Monachia-Verlag. Der.bekannte Tiroler Dichter u. Redakteur der,.Ocsterreichischen Alpenyost" ein geborener Stubaier, ist wie sonst keiner berllfen, sein herrliches Heimaththal zu schildern; er thut es nicht in trockener kulturhistorischer Darstellung, sondern in 20 reizenden und poesieerfüllten Erzählungen aus dem Leben und Denken der Stubaier Bevöllkerung. aöles so vornehm und doch so wahr, wie nur die berühmtesten Schilder von Land und Leuten ein Gleiches vollbrachten. Ergänzt werden seine Ortsschilderunge,kdurch einen dem handlichen Bändchen um 164 Seiten einverleibten, vortrefflichen Touristenführer. der für die größten wie kleine Touren und Ausssüge dient, und ferner durch eine Reproduktion der bestön. vorhandenen Karte, in welche die Bauleitung der JnnSbruck-Stubaier Bahn die Bahnlinie eingezeichnet hat.

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