Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 65 (17.8.1903)
- Date
- 1903-08-17
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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nach englischen Kolonien ausgewanderter ruffischen und rumänischen Juden; die L a m e l s ch u l e zu Jerusalem erhielt einen namhaften Betrag zur Errichtung eines Schulgebäudes und die Erziehungensansialt zu Ahlem ein Darlehen als zweite Hypotheke. 7 eitrrKSZNschTrchLsN rrrrd Cvrresponverrzerr. Oesterreich. Krakau, 11. Aug. (Rabbiner-Kongretz in Krakau.) Gestern Vormittag begannen die eigentlichen Berathungen des Kongresses. Im Saale des Vereins „B'ne Emuna" wurde nach längerer Debatte Rabbiner CH. L. Horowitz - Krakau als Vorsitzender, Rabbiner Mendel Kohen aus Kairo als erster Vertreter und Rabbiner I. Horowitz aus Also-Kubin als Schriftführer gewählt. Der Vorsitzende verliest die Tagesordnung mit folgenden Punkten: 1) Erziehung der Jugend. 2) die materielle Lage der Rabbiner, 3) die Erwerbsverhältniffe in jüdischen Kreisen, 4) Begründung eines internationalen Rabbiner-Verbandes, 5) Ernennung von Vertretern in den einzelnen Ländern, die darauf zu achten haben, daß die Bestimmungen des Rabbiner-Verbandes strenge eingehalten werden. Mt vorstehender Tagesordnung erklären sich die Anwesenden einverstanden. Vor Beginn der Verhandlungen über den 1. Punkt der Tagesordnung meldete sich Herr Rabb. Rabinowiez aus Poltawa zum Worte. In längerer Ausführung verlangte er folgenden Beschluß: Der Kongreß verabscheut die revolutionären Strömungen, die gegenwärtig unter der israelitischen Jugend nicht nur in Rußland, sondern auch in anderen Ländern zu Tage treten; ferner das Theilnehmen der Israeliten an verschiedenen geheimen Vereinen, die sich auf Nihilismus und Sozialismus stützen, und die den religiösen Satzungen widersprechen; er stellte den Antrag, daß der Kongreß diejenigen Persönlichkeiten aus dem israelitischen Verbände ausschließe, die an revolutionären Strömungen theilnehmen, da solche Leute nicht würdig sind, den Namen glaubenstreuer Juden zu führen. Diese von dem greisen Vortragenden mit großem Patos und aus tiefer Ueberzeugung gesprochenen Worte riefen im Saalr eine große Bewegung hervor. Verschiedene Redner sprachen für und gegen die Nützlichkeit eines solchen Beschlusses, und die Diskussion wurde immer erregter; um daher die Aufgeregten zu beruhigen, unterbrach der Vorsitzende die Berathungen auf 10 Minuten. Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen wurde )er Antrag des Rabb. H o r o w i tz - Also-Kubin angenommen und auf Grund desselben ein Komitee von sieben Rabbinern gewählt, das einen Aufruf zu verfassen hat, worin die versammelten Rabbiner ihre Glaubensgenossen ermahnen, sich den revolutionären Parteien keinesfalls anzuschließen. An der Debatte zu Punkt 1 der Tagesordnung: „Erziehung der Jugend" nahmen Theil die Rabbiner aus Poltawa. Nowgorod, Grodno, Pryluk, Foltyczan, Rzeszow, Przemysl und Krzemieniee. Zum Schluffe beantragte Rabbiner Herr Landau-Nowgorod, daß fortan alle Cheder kassirt und anstatt deren in jeder Stadt mehrklassige Schulen begründet werden, in welchen außer Talmud-Studium auch andere weltliche Gegenstände durch zwei Stunden täglich unterrichtet werden sollen. Dieser Antrag rief unter den orthodoxen Rabbinern Entrüstung hervor. An der Spitze der Opposition stand der Rabbiner aus Poliawa. Der Antrag wurde schließlich bekämpft und statt dessen beschlossen, daß die Rabbiner verpflichtet sind, einmal monatlich religiöse Vorträge abzuhalten, die für die Jugend und die Arbeiter bestimmt sind. Dieser Antrag gefiel nicht dem Rabbiner aus Poltawa, welcher die Ueberzeugung aussprach, daß die israelitische Jugend des Ostens an öffentlichen Schulen nicht theilzunehmen hat. Die Erledigung der übrigen Anträge wurde auf morgen verschoben. Hierauf wurde die Sitzung vom Vorsitzenden geschlossen. Die zionistischen Organe, allen voran die „Welt", überschütten den Kongreß mit einer Fluth von Schimpfereien; er muß demnach doch nicht so unbedeutend sein, wie jene Blätter glauben machen wollen. In der Melsezelt. in dec der Wunsch nach einem guten Bucke während der unvermeidlichen Regentage meist gleich nach dem Wunsche nach besserem Wetter kommt, wird eS gewiß zahlreichen Freunden wahrhaft guter Lektüre willkommen sein, zu büren, daß in der bei Ernst Keil's Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig erschienenen Sammlung Illustrierter Novellen und Erzählungen, die schon so viele hervorragende Arbeiten von Lu dwigfVnlli a. F. C.Heer. VaulHeyse. Hans Olden. Anna Ritter. Rudolph Stratz. und anderen umfaßt, abermals vier neue Bändchen erschienen sind, Auch diese zeichnen sich. roie die alteren Bände dieser wohlfeilen Sarmnlung (Preis pro Bändchen 1 Mark) durch literarisch wertvolle»t Gehn'i und vorzügliche Illustration von der Hand erster Künstler aus. Eine Gabe, die infolge der gegenwärtigen politischen Wirren auf dem Balkan ein ganz besonderes Interesse gewinnt, ist Rudolvh Straß« Erzäblung »Der S t e r n v o n A n g o r a". zu der Bant Seq überaus ,virk,»ngsvolle Illustrationen beigestenert hat. In glühende,» Farben eiitwickelt der aerelerte Erzähler hier im Rahmen eines spannenden und ergreifenden Vorganges ein Bild des romantischen VölkergemischeS m der Türkei und in Kleinnsien. Wie Stratz die wundervolle,» Landschaftsbilder des Orients. ,o weiß Adolf Wilbrundtin seiner Erzählung ..Der Ros eng a rten" die ganze Pracht der Tirol uchen Alyenwelt vor den Leser zu bannen. Und nicht nur die Landsmart. auch ihre alten saaenkaften Bewohner werden lebendig. Die Sage von dem Zwergkünig Laurin von Künbild und von Dietrich von Bern gewinnt neues Leben in dem Geschick von Albert Weienberg. von »einer Nichte Irma und dein Doktor Hallbnra. das sich voll fesselnder Eigenart entrollt. Paul Rieth bat dieses Werk des Nossocker Poeten mit sehr gesch,nackvollen Bildern ausgeitattet. Voctreglichen bildlichen Schmuck weisen auch die beiden weiteren neu erschienen Bändchen auf. Eduard Engels. Erzählungen »Des Lebens Würfelspiel", in denen die Kunll des Venassers. geheimnisvolle Borgange in wirkungsvoller Weise vorzutragen, zu voller Geltung kommt, und Teo von 4,orns humorvolle »Caprieen", die gleichfalls zweuellos ra»ch vreleFreunde rindenwerden. ,