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Der Israelit · 1903-08-13 · Heft 64 (13.8.1903) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 64 (13.8.1903)
Date
1903-08-13
Page
– (sequence 26)
Language
German
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Hkuvgev WaKpm un8 WlaLkonim. Biographische Skizze von Kevkmann L^öwingee, Frankfurt a. M. /’ s . ■' (Fortsetzung statt Schluß Mendel Teben. (Gest, am 26. Tischri 5535.) Mendel Teben war gleich seinem Bruder Koppel Teben ein Sohn des berühmten Parnes von Preßburg. Abraham Teben s. A. Seine übergroße Bescheidenheit war in Preßburg sprichwörtlich geworden. Sein ganzes Sinnen und Trachten ging dahin, Gott in Ehrfurcht zu dienen, und errichtete er in seinem in der Jndengasse befindlichen Hause, wo er geboren und herangewachsen, eine kleine Synagoge, die in Preßburg unter dem Namen „Seidenschul" bekannt gewesen. In dieser Synagoge betete er sowie sein Schwiegersohn N. Michael Kihseer, der rühmlich bekannte Berfa ffer des talmudisch-pilpulistischen Werkes.121; R. Mendel Teben übte in freigebigster ja verschwenderischer Weise npn* nu» aus. Sein Haus war ein offenes für alle Armen und Bedürftigen, besonders aber für v'v2i *vcir, und Thoragelehrte, die er reichlich unterstützte. Seinen Namen verewigte er durch Herausgabe des berühmten Werkes "\yzro ik>vi idd cn enthaltend nrspni r^n 'V'.i'n Doch, aus großer Ehrfurcht vor tzen Gottesworten, die dem Munde des on N-rr C21 entströmten, scheute er sich, an dem Manuskript irgend etwas zu korrigiren, weil Rabbenu Tam in der Vorrede zu seinem Werke über diejenigen bitter Klage führt, die in leichtfertiger Weise an den Handschriften der ihnen vorliegenden Werke ihrer Vorgänger Korrekturen vornehmen, was ste lieber unterlassen mögen, wenn ihnen auch die Leseart nicht richtig erscheint, da, wie er sich ausdrückt, c"jy nnn ’izi ins cponn’ew copea die Thoraworte oft an einem Orte kurzgefaßt und wortkarg, und an einem anderen Orte wieder ausführlicher sind, wie es in (>:n 'w m.\‘ rr-) zu ersehen ist. In seiner letzten Verfügung machte er sein Haus in der Iudengasse zu einem rvp pp, indem er in seinem Testamente das Erträgniß desselben für zwei Thoragelehrte, die nach seinem Ableben für sein Seelenheil täglich einen um? rn'ni lernen sollen, bestimmte. Diese seine nass wird noch heute eingehalten, und wird jeden Tag von zwei vom jeweiligen Rosch Beth Din bestimmten Talmudgelehrten in einem Zimmer seines Hauses ein ive» gelernt. Ein anderer Absatz seiner n»x bezeugt am besten seine obenerwähnte große Bescheidenheit, da sich R. Mendel Teben darin jeden Titel oder Lob auf seiner Grabschrift strenge verbeten hatte, *) tuT „'IMlrtriftüdu'ii (Beilage“. Nr. (52. Spalte 1, Zeile Ä». soll es anftatt 1502. Hl 12 — Spalte y. Zeile l, anftatt bei (Beginn, öett (Saplett — Spalte ü, Zeile 35, anftatt myt, beifecn. welch letzterer Wunsch auch von seinen Nachkommen genau erfüllt wurde. Seine Grabschrist enthält daher nicht mehr als seinen Namen und Datum des Todestages. Dieselbe lautet: rt pt-yo!ruyo njiaon dtud re >im 7 rrepn 'ie»n 1*2 ‘z cvz i2pn tsm doch wenn auch jedes Lob auf dem. Grabstein Mendel Lebens fehlt, so ist doch noch sein Name in Preßburg in gutem Angedenken, da so manche schöne Charakterzüge, die von seiner innigen Frömmigkeit und Liebe zur Thora Zeugniß ablegen, bekannt sind. Sein Name wird daher auf ewige Zeiten ein gesegneter bleiben. 712127 jl'IX 127 R. Wolf Teben. (Geb. 5493, gestorben 5569.) R. Wolfs Teben, welcher Parnes und lange Jahre Vorstand der Preßburger jüdischen Gemeinde gewesen, war ein Sohn des durch seine große Frömmigkeit bekannten R. Hirsch Teben s. A. und mit dem berühmten Eisenstädter Rabbiner Rabbi Jechiel Michael Löwy aus Glogau, des Verfassers des v'ysffon ein, dessen Sohn Rabbi Helman Löwy, eine Tochter von Rabbi Wolf Teben zur Gattin hatte. Auch mit Mabbi Jecheskel Landau, dem berühmten Verfasser des .twt2 jn-j war er verschwägert, wie aus einer .1022.1 desselben zum zweiten Theil des '212 21.12 ersichtlich ist. R Wolf Teben war ein großer Talmudgelehrter und ein besonders wohlthätiger und edler Mann. Sein Haus war ein gastfreundliches und stand Jedermann offen. Er unterstützte in freigebigster Weise arme Talmudgelehrte, wie überhaupt alle Arme und Bedürftigen. Er war einer der berühmtesten Stadlonim seines Zeitalters, dessen einflußreicher Persönlichkeit und Fürsprache beim Kaiser und der Regierung es oft gelungen war, so manche Ausnahmsgesetze und Gewaltakte der Regierung gegen feine Glaubensgenossen abzuwenden oder rückgängig zu machen. Seine Bitten Und Fürsprachen, welche zumeist Gehör fanden und nie abgewiesen wurden, wirkten oft befreiend und erlösend bei seinen jüdischen Glaubensbrüdern. Eine seiner vorzüglichen Thaten zu Gunsten seiner Glaubensbrüder in Ungarn hat er selbst in seinem Mohelbüchlein, in welchem die Namen von 613 von ihm in den Bund Israels eingeführten Kindern verzeichnet sind, niedergeschrieben. Diese lautet in deutscher Uebersetzung folgendermaßen: Alltäglich sehen wir den Vibelvers: „Und auch in dem Lande ihrer Feinde werde ich sie nicht verwerfen und ihrer nicht überdrüssig werden, um sie zu vernichten, meinen Bund

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