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Der Israelit · 1903-08-13 · Heft 64 (13.8.1903) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 64 (13.8.1903)
Date
1903-08-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Josef, der bisher noch verschont geblieben war, erkannte die große Gefahr und war jeden Augenblick auf seine Gefangennahme gefaßt. Da durchzuckte ihn ein Gedanke. Ungefähr 2000 Schritte von ihm entfernt, befand sich die bekannte Ruine; wenn es ihm gelang, dieselbe unbemerkt zu erreichen, so war er für's Erste geborgen. Dem neben ihm reitenden Elieser einige Worte zurufend, lenkte er sein Pferd in einem weiten Bogen nach der Ruine. Anfangs folgten ihnen einige Reiter. Doch bald verloren sie diese aus den Augen, und während Josef und Elieser bereits in der Ruine waren, ritten die Soldaten geradeaus weiter, doch bald sahen sie, daß sie irre geführt worden waren und kehrten erfolglos zurück. Die Verfolger konnten zufrieden sein mit ihrem Erfolge, und unter dem Jubel des Volkes brachten sie ihre Gefangene in die Stadt zurück, nach dem Gefängnitz. Mit Blitzesschnelle verbreitete sich die Nachricht in der Umgegend, daß die jüdischen Verschwörer gefangen waren. Auch wußte man, daß einige von ihnen entkommen waren, und man machte die größten Anstrengungen, ihrer habhaft zu werden. Josef hatte deßhalb wohl auch Grund, sich eine Zeit lang in der Ruine aufgehalten, ehe er die Flucht weiter fortsetzte. Man war für derartige Fälle vorgesehen, und waren in der Ruine genügend Vorräthe aufgesiapelt, um einen längeren Aufenthalt zu ermöglichen. Nach einigen Wochen, nachdem sich, wie Josef vermuthete, die Aufregung im Volke gelegt hatte, entschlossen sich Josef und Elieser diese Gegend für immer zu verlassen und nach einem anderen Lande zu entfliehen. Nach langem, langem Umherirren, von der Furcht vor dem Endecktwerden getrieben, gelangten sie endlich nach einer weit entfernten Küstenstadt, von der von Zeit zu Zeit Schiffe nach Deutschland und Holland abgingen. Lange Zeit mußten sie warten, bis sich eine Gelegenheit bot, noch eine schwere Zeit, die sie durchzumachen hatten! Endlich, nach langem, langem Warten, war ein Schiff nach Amsterdam abfahrbereit und mit einem Seufzer der Erleichterung, doch auch mit stiller Wehmuth, sahen Josef und Elieser ihre geliebte Heimath am Horizont verschwinden. Nach langer stürmischer Fahrt legte das Schiff endlich auf der Rhede von Amsterdam an. Wer beschreibt die Szene, als Josef mit Elieser in das Haus Manuels, das sie nach langem Suchen gefunden hatten, eintraten! Lange lagen sich die Männer in den Armen, auch die Frauen zeigten rückhaltlos ihre Freude zu dem Wiedersehen der. treuen, erprobten Freunde. Mit tiefer Trauer hörte'Manuel ihre Berichte von der unverändert schrecklichen Lage ihrer Brüder in Spanien. Jahre sind seit diesen Ereignissen vergangen. Durch Fleiß und Ausdauer hatte sich Josef zu einer angesehenen Stellung in seiner neuen Heimath emporgeschwungen, und ihm zur Seite waltete seine treue Gattin, — Selma. die wie sie sagte, den von dem Verräther Juda für die Befreiung ihres Vaters geforderten Preis auch dem wirklichen Befreier — Josef — auszahlen wollte. Auch Elieser war zu Wohlstand gelangt, und nie kamen die beiden Freunde zusammen, ohne sich gegenseitig an ihre traurigen Erlebnisse in ihrer alten spanischen Heimath zu erinnern, die sich jetzt mit Gottes Hilfe zum Guten gewendet hatten. Aber die Folgen ihrer Judenpolitik sollten die beiden Länder bald merken: Spanien verarmte, während die Niederlande immer mehr emporblühten und heute zu den reichsten Staaten des Kontinents zählen. Der „Israelis erscheint wftohGütlich zweimal. Sinnt «ga and Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vietteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend hoher. Man abonnirl ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel vrrkrbrl durch V. % Slriuackrr, Leipzig, Notzplatz lv. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für's Ausland 16 Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3932. Telephon 1615. Stellesuch-nde und sonstige Interessenten können aus Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine Rückgabe deck Jckraelit" vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, jo kann man sich für 25 Pfennige das Vierteljahr, indeß ausschließlich bei der Post auf dieselbe unter Nr. 3933 abonniren. Auf Wunsch stunden wir die Zahlung deck JnserLionsbetragck an außer Stelle Befindliche Lick nach Erlangung einer solchen. Inhalt ttzauvtblatt): Bibelkritik.— IeitrwgsnaLrichten und Corresmudruzen: Berlin. Ungar:::?runplon. Engliinb: London. Amerika: New?iork. Neu-Se.la>>r : ^nnedin. — Fei-Metor: Jv:es von Sevilla «Siiluß.» Inhalt der er-ten Ll«lla-r: ilkabi-iuerkougreü in Urakau. — Jkinm'Vbuv.Vi.-fth'ii «mb!> : Tent; inaud: Beri-i«. Mamburg. Mannheim. München. Oest rrcich: Wien Palmlina: Jerusalem. — Lerinischles. Inhalt vcr inxlim Lrila^: „Jca" l Forts stung). — Zeituiig-rnowrichrrn u. iLoriesvoudenl,-»:: Deut! lilaiib: ifoln. Strft&burj. Rumänien: Bukarest. BrUetristilrhr Bretzburger Takistm und Stadtonim (Fortsetzung:. -- Der Jude. (Fortsetzung.) — Abraru. Veiautwolttiche Nedaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition deS ..Israelit". Schottstraße Nr. 2. Mainz. Truck und Verlag der I oh. Wirth'scheu Hvsbuchdruckerei Actien-Gcsellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilagen.

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