Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 62 (6.8.1903)
- Date
- 1903-08-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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I y^^^sssSs 44* Jahrgang. M 62 Kenlrak-Hxgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründe! von Br. Dehm^rrn in Wt«r«z. Donnerstag, Ven 13. Ab 5«tzS 6. August 1903. -S6S-* Der Sabbat.*) >ds- Sw Dr. Raphael Gngenheimer, Rabbiner in Äolin. Auch Jvfephus') berichtet: Es gibt keine Stadt, weder eine hellenische, noch eine barbarische, wohin nicht die freier des siebenten Tages, den wir durch Ruhe begehen. gedrungen wäre. Und nicht mit Unrecht verdient der Jude um den Sabbat beneidet zu werden. Erinnert uns - doch der Sabbat an den biblischen Schöpfungsbericht, der auch nach Anerkennung der freien Naturwissenschaft, nach den Entdeckungen der aus dem Grabe geweckten fossilen Unterwelt noch heute wahrhaft bewundernswert und großartig erscheint und schon wegen seiner Einfachheit, Natürlichkeit und Würde den Vorzug vor so vielen Sagen und Hypothesen der alten und neuen Zeit verdient, denen schon darum kein Beifall gebührt, weil sie _ 5u viel Unwahrscheinliches enthalten. Und wenn Gott der Schöpfer der Welt ist. so ist Er auch ihr Erhalter, Beschirmer und Beschützer Seiner Geschöpfe. Wie dem N. Simon b. Ehalafta am Freitag nach seinem Gebete ein Edelstein zufiel, der seiner Noth ein Ende machte/) so fällt noch heute ein Edelstein vom Himmel herab, cs -st die heitere, frohe Zuversicht des Juden beim Hecannahen des Sabbats, der ihn reich und glücklich macht und selbst die ähnlichste Hütte in einen Palast umwandelt. Nicht, wie Manche glaubten, am taspischen Meere, nicht in Palästina, nicht in Egypten, nicht in Ceylon, nicht in der Gegend am Ganges, nicht am Aequator in Afrika, nicht in Holland, nicht in Preußen oder in anderen Ländern Europas, auch nicht in Amerika oder *) Fortsetzung aus Nummer 53. II kontra Av. u., 39. 2) Midr. r. li. B. M. 52.. gar im Monde ist der Ausgangspunkt der Menschheit, ist das Paradies zu suchen. Haben doch geologische Forschungen bestätigt, daß das Paradies in der Gegend zu suchen ist, auf welche der Bericht der Bibel hinweist. Doch überall, wo der Sabbat seinen Einzug feiert, dort finden wir ein zweites Paradies. Me durch ein Wunder füllte sich der Ofen der Gattin des R. Chanina am Vorabend des Sabbats mit Brod. obgleich sich nur ein brennender Holzscheit darin befand?) — Wo die durch das Hernnahen des Sabbats von Neuem entfachte Flamme der Tugend und Gottesfurcht lodert, da fehlt es nicht, das Brod der Zufriedenheit, das vnb das Doppelbrod, das unser Herz und unseren Geist mit neuer Hoffnung nährt. Und dieses n:ro'cr.!j es gleicht nicht dem sog. Tamariskenmanna, das in der Nähe des Sinai einige Wochen im Jahre aus den Zweigen des Tarafabaumes hervorquillt, nach seinen chemischen Bestandteilen jedoch ganz verschieden ist vom Himmelsmanna der Bibel*), es bleibt nicht wie jenes in manchen Jahren ganz aus, sondern ist wie dieses dazu berufen, uns zu begleiten auf allen Wanderungen unseres Lebens. In Mara, wo noch heute das Wasser salzig und bitter iß. ward der Sabbat eingesetzt und noch heute ist er im Stande, selbst die bitterste Quelle des Lebens zu versüßen. Und auch dem bittersten Hasse unserer Feinde vermöchten wir nicht besser zu begegnen, als mit der Hochhaltung des Sabbat. „Gedenke des Sabbats — ihn zu heiligen, und gedenke Amaleks, ihn zu vernichten," läßt ein Wort der Weisen Moses zu seinem Volke sprechen."') — Nicht nur während der Wüstenwanderung Israels, als Einige am Sabbat das Manna gesammelt, ist Amalek in die Gegend des Sinai gezogen, noch heute ziehen die Beduinen aus den niedrigen Gegenden zu Anfang des Sommers 3) -Tauilh 25». 4J Mitscherlich in Schlechtcndahl's Liuacci II, S. 241, Berlin 1827. 0) i"Lv «“me. F