Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 61 (3.8.1903)
- Date
- 1903-08-03
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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44. Jahrgang. erläge zu Jf§ 61 des „Israelit Literarischem i)*7 83*81.-^ n^ewn rVNpn. Maimonides' Einleitung in die Mischna. Arabischer Text mit umgearbeiteter hebräischer Uebersetzung des Charisi und Anmerkungen. Herausgegeben von Dr. Bernhard Hamburger. — Frankfurt a. M. I. Kauffmann. 1902. 73 u. 17 S. 8". Preis 3 M. Wichtiger noch als die einzelnen Theile des maimonidischen Mischnakommentars ist die demselben vorausgehende, grundlegende, über das Wesen und die Geschichte der Ueberlieferung aufklärende Einleitung, die in unseren Ausgaben fälschlich als Einleitung zur ersten Mischna-Ordnung bezeichnet ist und auch deßhalb oft nicht die ihr gebührende Würdigung findet. Ich sage: „auch deßhalb", denn diese Thatsache ist nicht der einzige Grund für die mangelhafte Bekanntschaft der „Lernenden" mit diesem bedeutenden Einleitungswerk des großen Maimonides, die Mängel der Uebersetzung an und für sich und die in Folge dessen von Ausgabe zu Ausgabe neu hinzugekommenen Mißverständnisse und Jrrthümcr haben das Werk oft unlesbar und schwer verständlich gemacht, und daran haben auch die bisherigen Verbesserungsversuche, die sich in gelehrten Zeitschriften zerstreut finden, nichts ändern können. — Auf Grund des seit langem veröffentlichten arabischen Originals, das mit einer Handschrift verglichen wurde, ist nunmehr vom Herausgeber der anzuzeigenden Schrift eine neue Uebersetzung geliefert worden, die dem Uebelstande abhelfen will und im großen ganzen abhelfen wird. Allerdings wäre es vielleicht angemessener und empfehlenswerther gewesen, nicht eine umgearbeitete Uebersetzung zu geben, sondern die von Charisi angefertigte abzudrucken und an den verbesserungsbedürftigen Stellen zu verbessern (wie das auch die meisten bisherigen Herausgeber von Theilen des Originals, u. a. die Profess. Barth und Derenburg gethan haben); angemessener namentlich deßhalb. weil denn doch immerhin Charisi mehr Respekt verdient, als ihm der Herausgeber (vergl. Einleitung. S. 5) gewährt, und weil viele Fehler nicht auf sein Konto, sondern auf das der Abschreiber zu setzen sind. — Auf Einzelheiten einzugehen, ist hier nicht der Ort; es sei deßhalb hier nur noch daraus hingewiesen, daß dem Text sowohl sachliche als grammatische Erläuterungen in den Anmerkungen beigegeben sind, die das Berständniß wesentlich fördern, und daß auch der des Arabischen unkundige Leser die Publikation i mit vielem Nutzen studieren und dem Herausgeber für dieselbe dankbar sein wird. 3*8*0 ZsittmgsKachrichLeN und Eorre?porrdrKzerr Deutschland. Mainz, 3. August. Ein kleines Blättchen in Berlin, die „Jüdische Rundschau", die sich stolz „Organ der zionistischen Vereinigung in Deutschland" nennt, und deren reichhaltiger Inhalt in dem Witzblatt „Schlemihl" so treffend gezeichnet war, fühlt von Zeit zu Zeit das Bedürfniß, mit uns anzubändeln und seinen Ueberfluß an Geist und Sarkasmus über uns auszugießen. Wir hatten schon zur Zeit, als der famose „Camy" das „Organ" zur Ablagerungsstätte seines Schuttes benutzte, die Absicht, die Rundschau vor den Strafrichter zu laden und ihr die Lust zu benehmen, in Zukunft Lügereien über uns zu verbreiten, das Blättchen war uns aber zu lächerlich in seiner Aufgeblasenheit, als daß wir ihm die Reklame, zu einer empfindlichen Strafe verurtheilt zu werden, gönnten. Wir möchten aber, doch die verehrte Kollegin bitten, unsere Langmuth nicht allzusehr, wie dies in ihrer jüngsten Nummer geschehen, zu mißbrauchen, denn einmal könnte uns der Geduldsfaden reißen und das zionistische Organ dürfte sich dann aus der gestrigen Haftorah an einen der Gründe erinnern, um derentwillen Zion in Schutt und Asche sank. In' dieser Haftorah heißt es nämlich: „Sie spannen ihre Zunge, ihren Lügenbogen und nicht zur Redlichkeit gedeihen sie im Lande." Köln. Wir entnehmen dem Rechenschaftsberichte des „Vereins des jüdischen Lehrer-Seminars in Rheinland zu Köln" Folgendes: Seit unserer jüngsten Berichterstattung im Juni 1902 sind elf Zöglinge nach vollendeter Ausbildung entlassen worden und haben dieselben sämmtlich sofort Anstellung als Lehrer und Kultusbeamte gefunden. Sämmtliche Zöglinge, die sich bei dem König!. Provinzialschulkollcgium zur Ablegung der Elementarlehrerprüfung meldeten, haben dieselbe mit Erfolg abgelegt. Unserem Lehrplane liegen die neuen ministeriellen Bestimmungen vom 1. Juli 1901 zu Grunde. Die Nachfrage der Gemeinden um Zuweisung eines unserer Zöglinge als Lehrer und Kultusbeamten ist stets größer, als die Anzahl der Schüler, die wir ihnen I überlassen können, und gilt dies als Beweis, daß man' im Allgemeines mit der bei uns den Zöglingen zu Theil werdenden Ausbildung zufrieden ist und die aus unserer Anstalt hervorgegangenen Lehrer und Külküsbeamten zur Zufriedenheit der Gemeindeverwaltungen . wirken. Unser Wunsch, eine Präparantenschüle mit i unserer Anstalt zu verbinden, hat sich aus Mangel der