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Der Israelit · 1903-08-03 · Heft 61 (3.8.1903) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 61 (3.8.1903)
Date
1903-08-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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44, Jahrgang. M «1 - Ei« KenLrat-Grgan für das orthodoxe Zudentymn. Begründet von ' Lehmann in Mainz. Montag, den Israels Trost und Hoffnung. Line Betrachtung zu 12m N2V. Von Dr. Hermann 5ttein Vorüber sind die Trauertage und unser Blick richtet sich auf die späteste Zukunft. Wir schauen über die trübe Gegenwart hinaus in die verheißene große Zukunft unseres Volkes; versunken sind vor uns die Zeichen des Verfalls, wir sehen nicht mehr die Spuren der Zerstörung, hören nicht mehr das Jammern und Wehklagen unserer Ahnen, sehen nicht mehr die bleichen zu Schatten abgemagerten Zeugen des entsetzlichen Elends, nicht die wehklagenden Mütter mit den Leichen der todten Lieblinge, nicht die Väter, die in stummer Verzweiflung die Gräber ihrer Lieben umstehen, nichts von allem Druck, Jammer, Elend, Verzweiflung, Qual und Pein, denn wir sehen im Geiste das jüdische Volk wieder erstehen, wir hören schon den Lobgesang, den die Völker am Ende der Tage dem Gotte Jakobs anstimmen, wir sehen schon, wie sie ihre Götzen zerbrechen, ihre Jrrthümer abschwören, hören schon die Hymnen laut werden, die der Hoheit und Reinheit unseres Volkes gelten, wir sehen die helle Glückssonne den Thurm des neuen Tempels bescheinen; die Fahne der Thora, die nun die einzige von Allen anerkannte Wahrheit ist, auf der Zionsburg wehen; die geschäftigen Priester, wie sie im neuerstandenen Heiligthum, die jetzt Sammelstätte aller Menschen geworden, die Dankopfer der nun endlich in den Besitz der einzigen Wahrheit gelangten Menschensöhne darbringen, wir hören wieder den herrlichen Levitenchor, wie er in feierlich gehobenen Weisen dem nun allgemein anerkannten Schöpfer huldigt und von schwellendem Hochgefühl erfüllt beginnen auch wir miteinzustimmen in diesen 10. Ab 5 603 3. August 1903. gewaltigen Jubelchor DD'pbx ivw 'vv vjnj »m „Tröstet, tröstet mein Volk, spricht Euer Gott! tot racx r.abo '2 'Hu *.»ipi fftowr ab by „Redet Jerusalem zu Herzen und verkündet ihr, daß erfüllt ist ihr Heeresdienst." Das Golus sollte dazu dienen, uns zum Bewußtsein zu bringen, daß wir Alle Diener im Heere Gottes sind, daß wir lernen, daß wir Pioniere sind, die die Gotteserkenntniß in der Welt verbreiten sollen, r^aa N2-P2 1-.L" "s -j*n i:d 12-102 xiip bip ,i;*p brr''. War es doch die eine Stimme, die uns durch unser ganzes Wandern in der Wüste der Volker begleitete. daß wir berufen sind, Gott den Weg zu ebnen, daß es gilt, die Erkenntniß des einen einzigen Gottes zum Gemeingut aller Menschen werden zu lassen, daß wir ausersehen sind, die Welt zu lehren, daß -i der liebende Vater auch v'pbrr der strenge Richter ist, daß Liebe ohne Strenge Schwäche ist, daß wir auserwählt sind, den Bann zu brechen und Bresche zu legen in die hinter Unglauben und Aberglauben verschanzte Mauer menschlichen Wahnes, daß sie erkennen ibm ipp "jk i» daß es Lüge war, was ihre Väter ererbt; was sie ererbt, aber nicht durch eigenes Forschen und Denken gefunden. Sie haben blindlings die Unwahrheiten und Lügen der Vorfahren mit in ihr Leben Hinübergenom und glaubten, daß es eigene auf dem Wege des pbilosophischen Denkens erworbene Wahrheit ist, sie glaubten ohne Vorurtheil und Voreingenommenheit an die Erforschung der Probleme heranzutreten und dabei waren sie eingeschnürt und eingeengt von einer Unmenge ererbter und überkommener Begriffe und Vorstellungen, sie glaubten und meinten zu wissen, sie pochten auf die Selbstherrlichkeit ihres Verstandes, und dabei hingen sie mit rührender Naivität an den veralteten und verjährten Jrrthümern der Vorfahren. An uns ist es nun, ihnen'zu zeigen, welchen Lügen und welchen Nichtigkeiten ihre Väter nachgejagt, welch' ärmlichen und erbärmlichen Kräften sie ihres Lebens Glück und ihres Daseins Wohlfahrt an-

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