Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 57 (20.7.1903)
- Date
- 1903-07-20
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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überall elnzuführen, wie dies in Amerika auch der Fall sein sollte. Wenn es dem Herrn Wawrinsky nur um den Schutz der Thiere zu thun ist, dann möchte er sich eingehender mit dem Werk Dembo's beschäftigen, dann wird er auch zu einer besseren Ansicht gelangen. Abgesehen aber von allen Vorzügen des Schächtens, führt Dr. Wolstein aus, ist das Schächten eine religiöse Vorschrift, was selbst die Reformrabbiner in Deutschland nicht bestreiten, und durch ein Schächtverbot würde man Tausenden von Juden den Fleischgenutz entziehen, was, eine viel größere Quälerei der Menschen verursachen würde, als das Schächten den Thieren. Hierauf ergreift der als Antisemit und Schächtgegner bekannte Thierarzi Stag das Wort und sucht wissenschaftlich das Schächten als" eine Thierquälerei darzustellen. Heiß aus München macht er natürlich zum Juden (!!), weil nach Skag's Ansicht kein Christ ein Freund des Schächtens sein kann (!!!). Aber auch diesem Fachmann bleibt Dr. Wolstein die Antwort nicht schuldig und verweist den Herrn Skag auf Virchow und auch auf skandinavische Professoren, welche für das Schächten sind. Herr Skag dagegen führt die Professoren Wernerholm und Dohlstreim als Gegner des Schächtens an, und in der That hat Professor Wernerholm aus Stockholm seine gegnerische Ansicht öffentlich kundgegeben. So ist nun die Sch'ächtfrage in Schweden stark in's Rollen gekommen und wenn nicht recht bald seitens der dortigen Juden energische Schritte dagegen gethan werden, so wird das ersehnte Schächtverbot bald in Sicht kommen. Italien. Nom, im Juli. In einem Aufsatz, den der ehemalige italienische Finanzminister Luigi Luzatti jüngst in der „N. Fr. Pr." über die augenblickliche Lage im internationalen Handelsverkehr veröffentlichte, schreibt er unter anderem: „Ein Straßburger Agrarierblatt muthete dem in Rom versammelten landwirthschgftlichen Kongresse zu, mich von seinen Verathungen auszuschließen. Der -Kongreß hat durch die einhellige Zustimmung, die er mir zu theil werden ließ, der wissenschaftlichen Bedeutung dieses Blattes ein gebührendes Zeugniß ausgestellt. Das Nrtheil über dessen religiöse Billigkeit, da es mich als Juden der Verachtung der Welt preisgeben will, überlasse ich den anständigen Menschen. Meine Ueberzeugung und meine Studien haben mich in die reinen Höhen philosophischen Denkens emporgehoben; gegenüber den tollen Wütherichen. die mit ihren haßerfüllten Worten der wilden Hetzjagd in Bessarabien die Wege ebnen, bekenne ich mich mit Wollust zu den Juden. Ich bin wieder Jude, wenn man mir vorwirft, ein Jude zu sein. Der Geist Gottes ist bei den Verfolgten, nie und nimmer bei den Verfolgern." Für unsere Agrarier; die in letzter Zeit nicht viel Freude erlebten, wird es ein neuer Tropfen in ihren Wermuthskelch sein, wenn sie erfahren, daß Luzzatti von der italienischen Regierung gebeten wurde, die Leitung der Handelsvertrags - Verhandlungen mit Deutschland und Oesterreich zu führen und daß er nach reiflicher Erwägung diesen Auftrag übernommen hat. vermischtes. Wattzen. Am 6. Juli feierte unter großer Antheilnahme der ganzen Gemeinde Herr Mayer Hirsch feld, eines der geacbtesten Mitglieder unserer Gemeinde, den *prn seines ncucrbauten Hauses. Bei der Tafel hielten unser Oberrabbincr und mehrere andere Herrn der Feier entsprechende Reden, auf die der Gastgeber unter herzl. Danksagung antwortete. Die animirte Gesellschaft war bis Mitternacht zusammen.___ Briefkasten Der Redaktion. B. in R.: Sie sagen: Liebe's Buch wäre nicht so schlimm, wie wir es gemacht hätten. Gestatten Sie unS das Wort eines geistreict en Mannes zu zitiren. Derselbe sagte: .Liebe bietet uns von Judenfeinden gezeichnete häßliche Bilder aus der Geschichte der Juden Deutschlands, an Stelle einer Geschichte der Juden in Deutschland, die uns Liebe bietet". Neu rLngegangene Köcher. (Besprechung Vorbehalten.) Freunde. Ein Frauenbild aus bewegter Zeit. In freier Uebertragung von Oskar Marschall v. Liebenstein. 338 S. Leipzig 1003. H. S ch m i d t u. C. Günther. Seeb ohm, vr. A. Wegweiser in Bad P yr mont. Pr. M. —50. Bad Pyrmont. Ernst Schnelle. '. Minner, G. Sein Glück machen nach System Safety. 128S. München 1903.FriedrichR othbarth. Neumanns Bilanz-Tabellen. III. Jhrgg. 1903. 95 S. Pr. M. 7— Berlin NW. Alfred Neumann, Bankgeschäft. Thimm, Johanna. Moderne' Erziehungsfragen^ Briefe einer Mutter. 56 S. Pr. M. 1—. Berlin 1903. 176 S. Berlin 1903. Gustav Schmidt. Soolbad Harzburg Mit Genehmigung Sr. Ehr würden Herrn Landrabbiucr Dr. Ralf | unter Aufsicht Sr. Ehrwürden X Herrn Rabbiner Dr. Auerbach Halberstadt. [4235 V IH. Prospekt gratis und franko. X Haus I. Ranges. 46 elegante I Salons mit Italkons. Einziges jüdisches Pensionshaus und Restaurant am Platze. £•£3?* Unserer heutigen Nummer liegt die Juni» Auögabe des Verzeichnisses der rituellen Speise» Häuser und Hotel-RestaurantS des »Vereins zur Förderung ritueller Speisehäuser" (Sitz Hamburg) bei, worauf hiermit besonders hingewiesen fei. J ■1.UL ^.7