Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 55 (13.7.1903)
- Date
- 1903-07-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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gleichen Höhe erhalten konnte. Auf die Höhe folgte . mächtig und schutzlos all diesen Angriffen gegenübergewöhnlich der Fall, so daß wir in unserer Geschichte! stehen, weiß ein Jeder, der sich einmal die Mühe nimmt, ein abwechselndes Steigen und Fallen vor uns haben;! über sein eigenes Ich hinauszublicken, der es nicht verkaum daß eine Generation eine Position verlaßt, unr I lernt hat, mit allen Brüdern brüderlich mitzuempfinin die Tiefe zurückzusinken, aus der man mit schwerer I den. der das Weh von Millionen mitfühlt, der noch Mühe und mit dem Aufgebot aller Kräfte sich empor- 1 nicht so herzlos geworden, daß das Wehgeschrei der gerungen. Es war etwas in dem jüdischen Bolle,! unterdrückten Brüder nicht auch eine Saite seines Herdas es in die Tiefe zog. Für dieses Dämmerungsgei zens zum Mitschwingen bewegte. Aber trotz Allem und schick wählt rvapn das Gleichniß des Sandes. Wenn! Allem, wie der Staub für den Bestand der Welt nothdas jüdische Volk aus einer beträchtlichen Höhe in die! wendig ist, meinen unsere Weisen, so bildet auch das Tiefe sank, so versuchte es Gott, es durch ms zur 1 zum Staub hinabgesunkene Jißroel einen nothwendi- Besinnung zu bringen. Die rvm läuterten es und I gen Bestandteil der Welt. Das verachtete, verhöhnte, brachten es zu sich selbst; es wurde durch Schmerzen I verspottete und verlachte Jißroel erfüllt seine Begereinigt. Ha i:ao pwr* lc^aa C”» rnn bin na I stimmung im Haushalte.der Menschheit. Es lenkt den L"n cm iiub fc^ra buiv' "ja rrairr So wie man den I Blick der Menschheit auf den, der es in den Staub Sand in's Feuer wirft, um aus ihm Glas zu ge- I geworfen, es ist ein lebendiges Räthsel, das den Löwinnen, so wird auch Israel in's Feuer geworfen! sungsversuch seiner Mitmenschen herausfordert, und und es bleibt am Leben. Wie der Sand, der an und! das können wir ja unbeschadet unserer Bescheidenheit für sich von ganz minimalem Werthe ist, aber durch I sagen, ein ziemlich aufdringliches Räthsel. Und die das Feuer einen bedeutenderen Werth erhalten kann, I Menschen werden so lange rathen, bis sie die Wahrso wird auch das jüdische Volk, wenn es von Sternen-! heit finden werden, daß es nur darum so tief gesunken, höhe zum Sande hinabgesunken ist, durch das Feuer I weil es vergessen, daß es sein Alles Gott zu danken gereinigt und geläutert werden, es wird durch die Lei-! habe, nur darum, daß es den Weg in die Höhe wieder den zu neuem Leben erwachen, durch die Tiefe den! finde. Der Prophet Jesaias sagt einmal: „Ich mache Weg in die Höhe wieder finden. Das Golus und die I den Kadkod zu deiner Sonne." Zu dieser Stelle wird Tim sind ein Erziehungsmittel in der Hand Gottes,! uns im Midrasch Folgendes erzählt: Rabbi Jehoschua sie dienen nur dazu, um die Kinder zum Vater zu 1 fragte einst den Propheten Elijahu. was denn dieses führen. Es ist nicht der ein guter Vater, der für die! Kadkod sei. Da zeigte es ihm Elijahu auf folgende Schwächen und Unarten seiner Kinder kein hartes Wort I Weise: Einst fuhr ein Schiff auf hoher See. Alle findet, sondern derjenige, der an rechter Stelle auch! Reisenden waren Richtjudcn, mit Ausnahme eines streng und unerbittlich zu sein versteht, der mit liebender k einzigen jüdischen Kindes. Da brach ein Sturm los, Strenge und strenger Liebe die Handlungen des Kin-! die nichtjiidischen Reisenden gebärdeten sich wie der-, des überwacht und es so seinem Ziele, seiner Menschen- I zweifelt, nur das jüdische Kind blieb ruhig. Da erbestimmung zuführt. E"n ani fC'Taa Das I schien Elijahu dem Kinde und beauftragte es, den jüdische Volk kommt nur zu den/Zwecke in's Feuer, ß Kadkod dem Rabbi Jehoschua zu bringen. Wer erdamit es durch dieses Feuer zu neuem Leben, zu neuer! kennt nicht in dem Bilde des Schiffes die Welt, in der Reinheit, zu neuer Höhe geführt und geleitet werde.! Jißroel wirklich vereinsamt und vereinzelt dasteht. — Mit Jakob war schon die Nacht hereingebrochen, er I apr "mw Jakob bleibt allein zurück, sobald die selbst war schon in Feindesland und Gott sprach zu I Nacht hereinbricht, und zwar, wie die Völker spöttisch ihm, daß seine Kinder wie der Staub sein werden. I meinen c':ap ans bv -.ms» daß er wegen gering- Wenn das jüdische Volk von Sternenhöhe zum Sande! sügiger Kleinigkeiten hinter der allgemeinen Entwickhinabgesunken ist und sich auch durch die verschiedenen I lung zurückbleibt. Alle Völker sagen sich von ihm los Schicksalsschläge nicht gebessert haben wird, so wird es I und der große, weltgeschichtliche Kampf beginnt. Und dem Staube gleichen, den ein Jeder . mit Füßen | in diesem gewaltigen Kampfe '.pasaa apan -p* sp~ tritt. Und wie dieses eingetroffen ist, haben unsere I '.a? verliert Jakob zuweilen den festen Grund, auf Väter, haben wir nur leider allzudeutlich erfahren. I dem er stehen sollte, aber dieser zeitweiligen Verirrung Mit welcher Grausamkeit und Niedrigkeit man uns > folgt die Gesundung, der Nacht der Morgen, der unsere Niedrigkeit zum Bewußtsein gebracht hat und | Finsternitz die Sonne »cvrt b rr.n Und gerade der noch zum Bewußtsein bringt, wie wir verspottet und! Sturm ist es. der der Sonne zum Durchbruch verhilft. verachtet werden, mit welch' niedrigen Verleumdungen! Alle Nichtjuden verzweifeln im Sturme, nur der Jude man uns und unser ganzes Leben umgibt, mit welch' » findet sein Gleichgewicht im Sturme wieder» denn er haßerfüllten Mitteln man uns die Lebensadern zu un- I weiß, daß der Sturm nur dazu dient, die düsteren terbinden bestrebt ist. welch' giftiger Haß an unserem > Wolken zu zerstreuen. Der Sturm, die Noth, die Qual. Lebensbaum nagt, welch' tödtliche Pfeile hinter all' un-! der Jammer und das Weh sind der Kadkod des jüscren Schritten einherfliegen, wie wir doch so.ohn-! dischen Volkes cm cm p’:aa. Als Gott durch