Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 54 (9.7.1903)
- Date
- 1903-07-09
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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1203 ertftciJt wurde, sagte man in alter Zeit ebenfalls: er ist rfcrcfr ntzv. In gewissem Sinne ist die Autorisation, religiöse Entscheidungen treffen zu dürfen, mit jener nrcs zu vergleichen. So mögen Sie denn, und mit diesen Worten überreichte der Rektor den beiden Herren ihre nrnm jnnn und Rabbinatsdivlom n^s rtaS auf den Stufen sein, die jene Talmudstelle Ihnen angibt. Dem Dank für die ertheilte Autorisation und für die Förderung und Belehrung, die sie von ihren Lehrern erhalten, gab sodann Herr Emil Levy in einer geradezu hinreißenden nach Inhalt und Form hochbedeutsamen Rede.Ausdruck. An der Hand tiefsinniger Midraschim und treffend gewählter Bibelstellen entwickelte er ein Svstem jüdischer Weltanschauung, zeigte dann in dem schönen Bilde, daß Mosche nicht Höhenluft allein vom Gipfel des Sinai bringt, sondern die Gesetzestafeln, daß der Rabbiner in den Mittelpunkt seiner Wirksamkeit nicht die theoretische Svekulation. sondern die Förderung der praktischen Geseheserfüllunq zu stellen hat, und wies mit glühender Begeisterung als auf das Fundament der jüdischen Religion auf die Thatsache der Offenbaruna bin, die nicht angetastet werden dürfe, soll anders die Wurzelkraft Israels nicht völlig verschwinden. Als dann der Redner auf das Bild des großen Lehrers Esriel Hildesheimers s. A. hinwies, dessen Angesicht in ewigem Glanze strahlte und dessen Arm unerschütterlich die Tafeln der Gesetze hielt, als er in tiefer Ergriffenheit seinen Lehrern dankte und seinen Freunden, da war eine wahrhaft heilige Stimmung über alle Anwesenden gekommen. Und als - die Feier mit dem Psalm 111. als Abschluß der Entlassung und mit dem vom Rektor verfaßten rem übe fiir_ben unvergeßlichen Rabbi Esriel Hildesheimer s, A. ausklang, da trennten wir uns alle mit dem Bewußtsein, in der würdigsten und erhebendsten Form den Iahrzeitstag dieses Großen in Israel begangen zu haben. Bon anderer Seite wird uns über die Feier Folgendes berichtet: Der vierte Tamus wird im hiesigen Rabbinerseminor als ein geschichtlicher Gedenktag begangen. Es ist die Fahrzeit des sel. Rabbi Dr. Israel Hildesheimer, an der alljährlich das dankbare und lehrreiche Gedächtniß an ihn erneuert wird, zugleich verbunden mit der feierlichen Entlassung der Rabbinats-Kandidaten. welche im letzten Jahre ihre Eramina, mündliche wie schriftliche, bestanden haben. Diesesmal waren es die Hörer des Seminars Hirsch Gradenwitz und Emil Levy. welche bei der erwähnten Feier ihre Rabbinats-Zeugnisse eingehändiat erhielten, Ihre resp. Bäter waren aus der Ferne herbeigeeklt. um persönlich hierbei anwesend zu sein, und zugleich di? bei dieser Gelegenheit,von den Kandidaten gehalten?'! Vorträge mitanzuhören. Herr.Gradenwitz behandelte das aus seinen schriftlichen Prüfungs-Arbeiten hervorgegangene halachische Thema mit klarer Präcision und eingehender Sachkenntniß. Herr Levy hielt, die Abschiedsrcde, die als ein Kabinetsstück bezeichnet werden darf, da sie sich in Gedankenfülle wie in rhetorischem Schmucke auszeichnete, vor allem aber von der festen Kraft und dem ernsten Willen kündete, den vom Rabbinerseminar vertretenen und geforderten, religiösen Prinzipien unter allen Verhältnissen und Umständen treu zu bleiben. Wie ernst übrigens diese Leiden Hörer es mit ihrer bisherigen Aufgabe genommen haben, beweist schon das Verfahren, welches ste, abweichend vom größten Theile der Siudirenden. eingeschlagen haben. Sie haben zuerst mit ihren rabbinischen Studien in's Klare kommen wollen, und werden jetzt erst an ihre Doktor-Arbeit gehen. Wir hegen das Vertrauen, daß auch ste treu und unentwegt der Anweisung folgen werden, welche sie bei ihrer Entlassung in der n-nv» erhalten haben, und auf die ste feierlichst.hingewiesen wurden. Wir können mit Freuden, und Genugthuung konstatiren, daß der allergrößte Theil der. Rabbiner, welche bisher aus dem Seminar hervorgegangen sind', der Forderung in jener n:i2x: nx-nn welche das unverbrüchlichste Festbalten an Lehre und Traditionsicher erwartet, unentwegt Folge leistet. Denn nur unterdieser alleinigen. Voraussetzung werden die Zeugnisse' ertheilt. die. aber von selbst hinfällig werden.' sobald die - vorausgesetzte religiöse Qualifikation - gewichen, ist. Von einigen Gottlob nur sehr geringen- Fällen eines solchen Abfalles darf nicht geschwiegen werden.-Lieber diese wollen wir daher.noch näher berichten. R u m a n i e n. -- . ... Bukarest, 6. Juli. Dieser Tage ist hier ein dlckleibkges Werk erschienen, welches . „Ha Roumainc et les Iukfs" betitelt ist. Der Verfasser dieses.Werkes, das 65 statistische Tafeln. 1 Landkarte und. drei Tafeln außer dem . Text enthält, verbirgt sich unter dem. Pseudonym Verar. Das reiche statistische Material und die vielen Auszüge aus offiziellen.Berichten,., die. Herrn Verar zur Verfügung standen, lassen es. auch, sogleich erkennen, daß man es mit einer, amtlichen.Schrift, zu thun bat. wenn es auch nicht zugegeben,, sondern im'. Gegeniheile demselben der Schein einer privaten, .Arbeit zu wahren versucht wird. In dem Porworte erzählt, uns der Verfasser, dasi sein Werk noch viel dickleibiger/ geworden wäre, wenn die Veröffentlichungen des Roumanian-Vulletin in London und die.Rate des.Staats-. Ministers Hay an die europäischen Mächte ihn. nicht zu. einer weniger vollständigen, aber .'mehr prompten. Aktion bestimmt hätten. Vielleicht'erklärt sich ausdieser Eile die Planlosigkeit, welche im ganzen Werke, herrscht und die es nicht erlaubte,, das einzig Planmäßige der Arbeit — die Zusammentragung aller.An-.. klagen, die je gegen Juden erhoben worden sind übersichtlicher zu gestalten.. Wir glauben in.der.Lage zu sein, behaupten zu können, daß.diese Arbeit eine bestellte und deren Verfasser ein Beamter im.Ministerium., des Auswärtigen Namens Nosetti ist; dessen. Mitar- ' beiter der französische Journalist Bel Jor, welcher die •V. J