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Der Israelit · 1903-07-09 · Heft 54 (9.7.1903) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 54 (9.7.1903)
Date
1903-07-09
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Waarenhandlungen zu halten und Produkte al minuto zu kaufen. - 2) Daß wir überall in Serbien, d. h. auch in den Dörfern, Grund kaufen und Häuser bauen dürfen. 3) Daß wir unsere Kinder zu verschiedenen Handwerkern, seien diese Serben oder anderer Religion, geben, und wenn sie ausgelernt und ihr Examen abgelegt haben; in die Zunft, der sie angehören, ausgenommen und öffentlich ihr Gewerbe üben dürfen, so auch Bier-, Kaffeehäuser und deren ähnliche überall in Serbien halten können. 4) Daß wir unsere Bethäuser überall im Innern des Landes, wo wir uns mit verschiedenen Geschäften ansiedeln, haben dürfen, damit wir so, wie in Belgrad, auch überall unsere Religion ausüben können." Dieses Gesuch wurde dem Senat zur Prüfung übergeben. Ein großer Theil der bisherigen Beschränkungen wurde aufgehoben, so insbesondere wurde das Recht zur Niederlassung im Sinne der Bittsteller weiter ausgedehnt. 7 Gänzliche Gleichberechtigung wurde den serbischen Juden jedoch erst im Jahre 1884, um welche Zeit der Iustizminister Mariekovice (unterm 5. Juni) unter Bezugnahme auf die bezüglichen Verhandlungen des Berliner Kongresses und früheren Erlasse, an alle königlichen Gerichte erster Instanz ein Zirkular richtet, mittelst dessen er ihnen mittheilt, ' „daß das religiöse Bekenntnitz in Serbien Niemandem das Recht schmälern kann, alle politischen und bürgerlichen Rechte zu genießen, den Anspruch auf eine Staatsanstellung oder der Fähigkeit berauben, alle Ehrenstellen zu bekleiden, sowie endlich Handel, Industrie und Gewerbe zu betreiben. Alle Religionsunterschiede in Bezug auf den Genuß der bürgerlichen Rechte sind definitiv aufgehoben." Diese Gesetze werden auch heute noch in Serbien strikte beachtet, obschon auch dort, in jüngster Zeit sich der Antisemitismus fühlbar macht. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und CorrespsnSenzen. Deutschland. Berlin, 5. Juli. Wie alljährlich, fand auch dieses Jahr am 4. Tamns die Gedenkfeier für den unvergeßlichen Begründer des Rabbinerseminars, Rabbi Esriel H i l d e s h e i m e r s. A. statt. Vormittags um 10 Uhr versammelte sich das Dozentenkollegium und die Hörer des Rabbinerseminars, die in Berlin anwesenden Kuratoren, die Rabbiner und Vorsteher der Adaß-Jißroel Gemeinde, die Rabbiner mehrerer Privatsynagogen und a. m. in der Synagoge des Rabinerseminars. Die Gedenkfeier erhielt eine besondere Weihe dadurch, daß mit ihr die Entlassung zweier Kandidaten verbunden war, der Herren Hirsch G r a d e n w i tz und Emil Levy.. Herr Gradenwitz behandelte in etwa dreiviertelstündigem Vortrag die .-irs-it ntw: c::2 prc.i xxa; .t;zv7 nevrzn -n» rr.mrr 'e unt? p*x? rrmxrr -p a-so iciicb na-iz* pe pecn pie cs jrr,’irsc pe 'LN irre ne?j?ne rnien rr.wrr cp irre r.ba; rreewn .eben b>i -een bn f2*e?n vp pin •px irre beim er. pre» In klarer und allgemein verständlicher Form behandelte er die fünf hier in Betracht kommenden einschlägigen Fragen und legte so öffentlich Zeugnitz, ab von seiner Befähigung als nrr-nn .11-2 zu fungiren. Hierauf gab der Rektor des Rabbinerseminars, Herr Dr. Hoffm'ann, seiner Freude darüber Ausdruck, daß es dem Seminar vergönnt sei, den Jahrzeitstag des Begründers in so würdiger Weise zu begehen. Wieder dürfe er Schüler hinaussenden, auf daß sie im Geiste des verewigten Lehrers wirken. Auf den Weg wolle er ihnen die Talmudstelle mitgeben: Erubin 54a: w.221 ip -prex mn so xei??.an ei y* b x mee bx'bi:m b-x'bi: .i:r,cc'. n:re ieiaai i*a -x?p 'b .i:ece '.v n:ir; m:n se pen bei?» ieic2 10» e*B>a cix ex |T3J bx'br.: i:rcci icsus? brr ön: neice ib raw p'e: rrae bx'bn:e: icst:^ rbrzb ibv brr Es ist unmöglich, in den Rahmen des kurzen Berichtes die Fülle der geistvollen Ausdeutungen zu zwängen, die der Redner an diese Stelle knüpfte. Nur in Kürze sei der JdeenganZ wiederholt: Der Mensch sei nicht in Wirklichkeit einer Wüste gleich, bar jedweder Kultur, er mache sich der Wüste gleich ieitp ie pen worin jeder freien Zutritt hat. Nichts darf dem Thoragedanken entgegentreten, nichts der Forderung der Thora hinderlich fein. Und wer in dieser Weise die Thora auf sich wirken läßt O n:rw n*nm n:rae dem wird sie zum Geschenk gegeben, das von der Gunst des Gebers zeugt, er ist .mne pciy rar? und wird daher zum Freund und Liebling Gottes oipen nx eiirr a;ix yi x?p:. Es erschließt sich ihm das wahre Verständniß der Thora. Er dringt in ihren Geist ein und erlangt die vollkommene Erkenntnitz des Gottesgesetzes, brr ön: .i:rae '.b n:;v:r pei Wer aber die Thora zum Geschenk erhalten und sie vollständig erkannt hatder bleibt ein ewiges Erbtheil Gottes, der gehört für ewige Zeiten Gott am Der Abfall von Gott hat seinen einzigen Grund in der Un kennt niß seiner Lehre. Die menschliche Natur ist niemals so verderbt, daß sie dem göttlichen Willen widerstreben sollte, wenn dieser Wille nur richtig erkannt wird. Sobald man aber sich eifrig und liebevoll in den Geist der Thora versenkt, dann bietet das herrliche Kleinod Schutz und Schirm vor jedem Fehltritt; man erlangt die höchste Vollkommenheit, das Leben in der Gottesgemeinschaft, ibii:b rfay bx p'21 die Gottesangehörigkeit führt zur wahren Größe. Im Judenthum galt stets der als der Größte, der Gott am nächsten stand, und mochte er auch durch Ungunst der Geschicke zur niedrigsten gesellschaftlichen Stellung veruriheilt sein. Von demjenigen, dem die nyao

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