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Der Israelit · 1903-07-06 · Heft 53 (6.7.1903) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 53 (6.7.1903)
Date
1903-07-06
Page
– (sequence 17)
Language
German
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6. Juli 1903.] ]Sir. 31. jMi// Zeitgemälde von I. I. Krsszewski in autorisirter Uebertragung. Des Rufus Spione bewachten die Schritte der Israeliten. Besonders richteten sie ihr Augenmerk auf die Gelehrten und die Ausleger des Gesetzes. Akiba lehrte unerschrocken überall öffentlich den Glauben. Vergebens warnte man ihn. Ertappt in einem Augenblicke, als er die heilige Schrift auslegte, wurde er vor Rufus geführt. Dieser erklärte ihn für einen der Hauptanführer der Bewegung, ließ ihn in den Kerker werfen und bestimmte ihn zum Opfer. Im dunklen Verließ, bei Wasser und Vrod, in tiefer Einsamkeit, gerieth Akiba durchaus nicht in geistigen Verfall, sondern bemühte sich, so viel er konnte, die Vorschriften des Gesetzes zu erfüllen. Die Beschreibung dieser Kerkerszene ist charakteristisch für die Strenge dieses Mannes und die Macht des Volksgeistes. Als Akiba kein Wasser mehr hatte, goß er die letzten Tropfen auf die Hand, statt sich an ibnen zu erfrischen, nur um gereinigt zum Gebete schreiten zu können. Eine Menge solcher Züge erzählen die Ueberlieferungen. Rufus besuchte ihn im Gefängnipe. forschte ihn aus, um von ihm zu erfahren, wie er die Juden noch grausamer bedrücken könne. Akiba's in den Ueberlieferungen erhaltene Antworten zeugen von seiner Seelenruhe und seinem unbeugsamen Muthe. Die seines Rathes beraubten Brüder griffen oft zu den schlimmsten Mitteln, um zu ihm zu gelangen.. Man zahlte 400 Susim einem, der sich erbot, sich in den Kerker zu schleichen, um die gewünschte Antwort, wie man ihn befreien könne, von Akiba zu bringen. Ein andermal gelangten Mehrere, als Trödler verkleidet, in den Kerker, um in einer Geheimsprache sich mit ihm zu unterreden. Vor dem Tode wurde ihm, wie es scheint, gestattet, seinen Sohn zu sehen, da die Lehren, die er ihm gab, angeführt werden. Akiba wurde nicht nur zum Tode verurtheilt, sondern auch zu grausamen Martern. Man riß ihm die Haut vom Kopfe mit eisernen Kämmen. Trotz aller Qualen gab er keinen Klagelaut von sich; und als mitten in der Marter die gewohnte Stunde des Gebetes (Schema) herannahte, betete er es ganz mit ruhiger Stimme. Der entsetzte Henker sogar fragte ihn, ob er Zaubermittel gegen den Schmerz besitze. „Rein." erwiderte der Gefolterte, „ich fühle den Schmerz, wi? andere Menschen, aber im Grunde meines Herzens freue ich mich. Denn schon längst sehnte ich mich danach, meine Liebe zu Gott durch das Opfer meines' Lebens zu bezeugen. Jetzt ist die Stunde der Erfüllung gekommen und oeßhalb bin ich froh!" Hierauf betete er ruhig weiter, und als er zu den Worten kam: „Gott, der Eine und Einzige!" hauchte er den Geist aus. Ein treuer Freund Akiba's, Josua von Geras, welcher sich im Kerker, als er in den Tod ging, von ihm verabschiedete, schritt traurig nach Haus. Die Thora erzählt, daß er auf seiner Schwelle die Gestalt eines Wanderers (des Propheten Elias) sitzen sah, der ihn fragte: „Wünschest Du nicht etwas von mir?"

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