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Der Israelit · 1903-06-25 · Heft 50 (25.6.1903) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 50 (25.6.1903)
Date
1903-06-25
Page
– (sequence 26)
Language
German
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mann- Wormditt. Die ausführliche Diskussion gab zu interessanten methodischen Ausführungen allgemeiner Natur Veranlassung. ' Nach derselben erstattete die in der Sitzung des vorigen Tages in Sachen der Denkschrift zur Lehrerbildung gewählte Kommission ihren Bericht, an den sich eine ausführliche Debatte knüpfte. Zum Schlüsse wurde folgende Resolution angenommen: „1. Die -Jahresversammlung des Vereins indischer Religionslehrer Ostpreußens beauftragt den Vereinsvorstand. die in der Diskussion über die Denkschrift des Verbandes der jüdischen Lehrervereiue im deutschen Reiche „Zur Frage der Lehrerbildung" geäußerten Einwände zur Kenntniß des Verbandsvorstandes zu bringen. 2. Ganz besonders erhebt ste schwerwiegende Bedenken gegen das Verzeichniß von Büchern, die dem jüdischen Lehrer auf Seite 19 der Denkschrift zu seiner Fortbildung auf dem Gebiete der Religionswissenschaften empfohlen werden, und zwar: a) wegen der Lückenhaftigkeit und Willkürlichkeit der nicht nach festen, methodischen Grundsätzen, sondern nach zufälligen Momenten bestimmten Auswahl. Insbesondere werden Schriften zur Fortbildung auf dem Gebiete talmudischen und rabbinischen Wissens, sowie Bibelerklärungen jüdischer Autoren in deutscher und hebräischer Sprache vermißt. b) wegen des überaus einseitigen Standpunktes namentlich auf dem Gebiete der biblischen Wissenschaft, weil hierdurch weder die wissenschaftliche Objektivität, -) noch auch die Rücksicht auf den dem Verbände angehörenden, anderen religiösen Anschauungen, als der Herr Verfasser, huldigenden Theil der jüdischen Lehrerschaft gewahrt.wird. Die Versammlung spricht daher ihr lebhaftes Bedauern darüber aus. daß der Verband dieses Verzeichniß durch Veröffentlichung in der Denkschrift mit seiner Autorität gedeckt hat." Es folgte eine halbstündige Frühstückspause. Bei der erneuten Eröffnung der Versammlung machte der Vorsitzende auf die von der Buchhandlung Jacobsohn & Comp, in Breslau gesandte Auswahl von Schulbüchern und auf die zur Ansicht ausliegenoen Exemplare des „Israelitischen Jugendfreundes" von E. Flanier aufmerksam. Danach sprach Lehrer G u t t m a n n - Königsberg über das Verbandsthema: „Welche Gebiete aus der nachbiblischen Geschichte sind für die verschiedenen Schulsysteme vornehmlich auszuwählen?'- Der Vortrag war sehr instruktiv und weiiumfassend. Zur vollen Ausschöpfung des Themas in der Diskussion war die Zeit bereits zu weit fortgeschritten. Es wurde daher beschlossen, die von dem Vortragenden aufgestellten Thesen vervielfältigen, unter die Mitglieder vertheilen zu lassen und die Diskussion und Beschlußfassung auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung zu sehen. Rabbiner Dr. V o g e l st e i n referirte kurz über den neuen Lehrplan für die jüdischen Religionsschulen Ostpreußens, der im Sinne eines Minim^strlanes für Schulen mit einer Lehrkraft vom 1. April 1903 an in Ostpreußen zur Einführung gelangte. Die Ausführungen des Referenten suchten das Verstandniß und den rechten Gebrauch des Lehrplanes zu vermitteln. Das Referat über die Schulinspektion in Ostpreußen, das der Vorsitzende zu halten gedachte, mußte der vorgerückten Zeit wegen ausfallen. Es soll für die Tagesordnung der nächsten Versammlung vorgemerkt werden. Mit gespannter Aufmerksamkeit trat die Versammlung an die folgende Berathung über den Norm a l v e r i r a g für die jüdischen Religionslehrer und Kultusbeamte in Ostpreußen, das neue Organisations- Werk des Vereins. Das einleitende Referat darüber und die Vertretung des von der Schulkommission des ostprcntzischen Synagogenverbandes (einer gemischten Kommission) festgestellten Entwurfes hatte Waisenhaus-Inspektor Peritz übernommen. Referent gab zunächst einen Ueberblick über die Geschichte dieses Normalvertrages. der bereits im Jahre 1895 von der Kommission zur Regelung der Anstellungs-, Besoldungs¬ und Versorgungsverhältnisse der jüdischen Religionslehrer Ostpreußens in Aussicht genommen, dessen Ausführung aber zurückgestellt worden, bis die Pensionslassenangelegenheit einigermaßen als erledigt gelten durfte. Die Aufnahme der Vertragsangelegenheit begann mit einem Referat über das Thema, das Oberselretär Klein-Königsberg im Aufträge des Vereins im Jahre 1901 auf der Cranzer LehrerversammlunK hielt. Die Versammlung beschloß s. Z., an den Ostvreußischen Svnagogenverband die Bitte zu richten, eine gemischte Kommission zur weiteren gemeinsamen Behandlung der Sache einzusetzen. Gleichzeitig übernahmen es Prediger Sturmann und Waisenhaus-Inspektor Peritz. einen ersten Entwurf dafür auszuarbeiten. An demselben . beteiligte sich noch auf Bitten Prediger Bähr-WaldenLurg in bedeutendem Maße. Unter Vorlegung dieses ersten Entwurfes referirte Peritz-Königsberg vor der Generalversammlung des ostpreuß. Synagogenverbandes zu Osterode im Febr. d. I. über die Angelegenheit und erwirkte die Ueberweisung des Vertragsentwurfes an die Schulkommission des Verbandes. Diese hielt bald darauf ihre Sitzung in Allenstein unter dem Vorsitze des Verbands- Decernenten für Schulangelegnebeiten, Herrn Dr. Kamniher-Allenstein ab, und beschloß mit Zustimmung der zahlreichen Vertreter des Lehrerstandes den nun vorliegenden zweiten Entwurf, dernunmehr dem

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