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Der Israelit · 1903-06-15 · Heft 47 (15.6.1903) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 47 (15.6.1903)
Date
1903-06-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
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' 1085 scheu Buchersammkung wird diese Frankfurter Spezial-Bibliothek nunmehr nur noch vom Britischen Museum und der Vodleiana in -Oxford übertroffen. Wiederum ist es dem Opfersinn Frankfurter Bürger, der sich schon oft bei allen Bestrebungen für Kunst- und Wissenschaft bethätigt hat, zu danken, daß die Merzbacher'sche Sammlung unserer Stadtbibliothek einvcrleibt werden konnte. Was den hohen Werth dieser Neuerwerbung ausmacht, ist eine einzigartige Sammlung von Talmud-Drücken und Responsen-Werken. Diese beiden Zweige sind fast erschöpfend vertreten. Einige der ersten Talmud-Drucke sind die einzigen bekannten Exemplare; sie dienten dem verdienten Münchener Gelehrten R a b i n o w i tz zur Bearbeitung seiner kritischen Talmud-Ausgabe. Rabinowih, der im Hause Abraham Merzbachers lebte, ist der Sammler unserer ca. 6000 Bände umfassenden Bibliothek. Ein hervorragender Platz gebührt den 156 Handschriften, von denen etwa 20 auf Pergament geschrieben sind. Bon den mit Miniaturen versehenen Manuskripten sei hier der Maimonides - Kodex aus dem 13. Jahrhundert genannt, der zu den besterhaltenen illuminirte'n Handschriften gezählt werden kann. Eine Bibelhandschrift aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts. die schon einen Verkaufsvermer? aus dem Jabre 1365 trägt, enthält eine ganze Reihe vorzüglich gelungener Vollbilder. Von großem historischen Wertste sind die in einem Manuskripte aus dem Jahre 1460 entstaltenen Mittheilungen über die Hussiten- Krieae. Gar manche dieser Handschriften sind von der Fachwissenschaft schon verwertstet worden. Wir nennen nur die kulturgeschichtlich bedeutsamen Memoiren der Glücket von Hameln, die der Budapester Professor Kaufmann nach unserer Handschrift herausaast. Von den Druckwerken sind an erster Stelle 43 Inkunabeln (Druckwerke vor dem Jahre 1600) zu nennen, so daß die Zahl der augenblicklich in der Frankfurter Stadtstibliothek vorhandenen Inkunabeln 63 beträgt. Wenn man erwägt, daß bis heute nur 100 hebräische Inkunabeln bekannt sind, wird man den hohen Werth dieser Exemplare — zum Tsteil sind es einzig bekannte Bücher — nicht hoch genug anschlagen können. Von den weitaus meisten Werken ist die erste Ausgabe vorhanden; so die erste Gesammtausgabe des babylonischen und jerusalemischen Talmuds, die der Patrizier.Vomberg in Venedig Herstellen ließ. Von hohem Werthe sind die fass vollzählig vertretenen Werke der Karäer. Das Gleiche gilt von den Responsenwerken, sie umfassen allein 480 Nummern in ca. 660 Banden. Wer die in verstältnißmäßig kurzer Zeit zusammengetragene Hebraica-Sammlung der Stadibibliothck betrachtet, die wir fast ausschließlich der Ovferfreudigkeit unserer Mitbüraer verdanken, wird anerkennen müssen, daß die Stadtbibliothek mit verhältnißmäßig geringen Mitteln Großes zu leisten vermochte. Des Dankes der Fachwissenschaft wird sie und ihr Leiter sicher sein. Dr. A. F r e i m a n n. Frankfurt a. M., 10. Juni. Die von einigen hiesigen Blättern gebrachte Notiz bezüglich einer Stiftung der Freifrau von Rothschild zu Gunsten des Gump^rts'schcn Siechenhauses entspricht nicht den Thatsachen. Wie uns der stellvertretende Vorsitzende dieser Anstalt mittheilt, wird er so freundlich sein, uns z. Z. die wirklichen ^Daten zugehen zu lassen. Vermischtes Darmstadt, 13. Juni. Der Großhrrzog von Hessen hat dem hiesigen Hilfs-Eomitö für Kischinew eine namhafte Summe überwiesen. . Neu emgegangene Bücher. (Besprechung Vorbehalten.) Münz, vr. Wilhelm. Es werde Licht. Eine Aufklärung über Bibel und Babel. 52 S. Pr. M. —60. 2—4 Tausend. Breslau 1908. Wilhelm Ko ebner. (Inh. Barrasch u. Niesenfeld). Holtz.mann, Vr. Oskar a. o. Prof. d. Thcol. a. d. Univ. Gießen. Die jüdische Schriftgclehrsamkeit zur Zeit des Stifters der christlichen Religion. (Borträge der theologischen Konferenz in Gießen. 17. Folge). Gießen 1901. I. Ricker'scbc Verlagsbuchhandlung. (Alfred Tölpelmann. Pr. M. —70. Rohling, vr. Aug. Kanonikus Univ.-Prof. in Prag. Das Judenthum nach ncurabbinischcr Darstellung der Hochfinanz Israels. 120 S. Pr. M. 1.60. München 1908. G. S ch u h u. Cie. G. m. b. H. Freimann, vr. A. u. Brody, vr. H. Zeitschrift für Hebräische Bibliographie. Heransgegcbcn unter Mitwirkung namhaft.r Gelehrter. VII. Jahrgang. Nr. 2. März-April. Frankfurt a. M. 1903. I. Kauffmann. Gclbhaus, vr/ S. Rabbiner und Prediger in Wien. Gedenkrede für die Opfer inKischinew. Pr. 40Heller. 8 S. Wien I. 1903. R. Lörvi r Rothcngasse 22. (Der Reinertrag ist den von der Katastrophe Hcimgesuchten gewidmet). Goldschmied, vr. Leopold. Der Kampf um Babel- Bibel im Lickte des Judcnthums. 89 S. Pr. M. l—. Frankfurt a. M. l903. I. Kauffmann. Schneider-Clauß, Wilhelm. Kölsch-Gemoöt. Vcrzällchcr un Bildcher en Näämcher. 65 S. Köln a. Nh. 1903. Paul Neubner. Sä,ullern, Heinrich v. Die Acrztc. Romcn. 410 S. Linz, Wien, Leipzig 1903. Oestcrreichische Berlagsanstalt. Hupp, Otto. WormserUniv.-Exlibris. H.K rauter'sche Buchhandlung Worms. Brill, vr. Carl.Wichtige jurist ische Streitfragen. 14 S. Magdeburg. L. Sperling u. Co. Engel, Eduard. Des Lebens Würfelspiel. Erzählungen. liü S. Pr. M. 1—. Leipzig. Ernst Keils Rachf. G. m b. H. Brosius, Heinrich. Lehrbuch der Bankbuchhaltung (Sammlung kaufmänn-schcr Unterrichtswctke Bd. 13). 245 S. Pr. M. 5 40. Leipzig. Carl Ernst Porsche 1.

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