Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 41-42 (28.5.1903)
- Date
- 1903-05-28
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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44. Zayrgarrg. Dritte Jeikage zu M 41|& 42 des „Israelit üirm ri r>j i IM MMtag Ks Vtlbliililts icr Intiiic t'ir ii. KMilhtc n. Littmtiil in taftlu). Berlin, 21. Mai. In „Casfel' s Hotel" fand heute unter zahlreicher Betheiligung der Delegirten der Vereine aus allen Theilen des Reiches'der „Dritte Verbandstag des Verbandes der Vereine für jüdische Geschichte und Litteratur in Deutschland" statt. Rach einer warmen Begrüßungsansprache des Verbandsvorsitzenden Dr. Karpeles Namens des Ausschusses des Verbandes, entbot im Namen des hiesigen Rabbinats Rabb. Dr. Eschelbacher der Versammlung herzliche Grüße und Glückwünsche. Er wies aus die segensreiche Entwicklung der Vereine hin, auf die Thätigkeit derselben, ihre Mitglieder aus der Vergangenheit die Gegenwart lieben und schätzen zu lehren und sie an diesen Betrachtungen wieder aufzurichien; aus der Erkenntniß der Vergangenheit werde sich alsdann eine neue schöpferische Kraft entwickeln. In das Bureau der heutigen Versammlung wurden alsdann gewählt die Herren Justizrath V a s ch als erster Vorsitzender, Rabbiner Dr. Eschelbacher als Stellvertreter, Rabb. Dr. Freund- Ostrowo als Schriftführer und die Herren Hühnlein -Bochum und Frenkel - Hirschberg. Um Wiederholungen der Debatte vorzubeugen, wird auf Vorschlag des Herrn Dr. Karpeles Punkt 1 der Tagesordnung der Generalversammlung — Bericht des geschäftsführenden Ausschusses — bis zur Nachmittags-Konferenz sämmtlicher Litteraturvereine zurückgestellt. Herr Willibald Lvewenthal gibt alsdann den Bericht der Revisionskommission und bittet um Ertheilung der Decharge an den Schatzmeister Herrn Oskar Berlin. Letzterer bestätigt, daß die Kassenverhältnisse nur schwach sind und fügt auf Anfrage hinzu, daß für den Wanderrednerfonds in diesem Jahre erhebliche Beträge aufgewendet worden sind- Die Decharge wird einstimmig gewährt. Zur Wahl des Vorstandes des Verbandes wird Akklamation vorgeschlagen und widerspruchslos angenommen. Herr Albert Katz empfiehlt, den Vorstand des Verbandes in Ermangelung eines Vertreters für Baden und Württemberg, durch Zuwahl des Herrn Regierungsrathes Dr. Mayer- Karlsruhe, eines eifrigen Förderers der Bestrebungen der Litteraturvereine, zu ergänzen. Da jedoch die Zuwahl statutenwidrig ist — die Zahl der Mitglieder des Vorstandes ist auf neun festgesetzt — so spricht die Versammlung den einstimmigen Wunsch | aus, an den genannten Herrn das Ersuchen zu richten, für den Verband in Baden und Württemberg thätig zu sein. Mehrfach wird bei dieser Debatte das Verlangen nach einer Aenderung des Statuts geäußert. Zu Revisoren werden die Herren Willibald Loewenthal und Justizrath Basch bestellt. Der einzige Punkt, der eine lange Debatte hervorrief, betrifft die gestellten Anträge. Die Versammlung einigt sich auf Antrag K a r p e l e s dahin, jetzt nur die die Verbandsvereine interessirenden Anträge Bochum, Elberfeld und Thorn zu berathen und die Anträge Berlin für die Konferenz zurückzustellen. Die Anträge Bochum werden in ihren fünf Theilen durch den Vorsitzenden des westfälischen Provinzial-Verbandes, Herrn Hühnlein, ausführlich vertreten. An Antrag 1: „Der Zentralvcrband möge die Rednerliste frühzeitiger als bisher herausgeben. Dieselbe soll auch eine Rubrik enthalten über die Bereitwilligkeit der Redner, Tournees zu übernehmen, nebst Angabe der Zeit und Kosten derselben," klagt der Referent, daß es sehr schwer halte, Redner für Tournees zu gewinnen; die Schwierigkeit werde erhöht, weil die Redner meist Rabbiner seien. Er verlangt Angabe der Zeit und für die Tournees auch Angabe der Kosten. Dr. Fink- Hamburg wünscht auch bei Einzelvorträgen Angabe des Preises. Demgegenüber wünschen Loewenthal -Berlin, Frankel- Ostrowo die Fortlassung des Preises, da diese Frage in der doch nothwendigen Korrespondenz erledigt werden könne. Herr Go l d s ch m i d t - Brakel regt an, daß die Redner die Preise der Verbandsleitung miltheilen; die letztere könnte auf die Redner einwirken, bei den kleinen Vereinen mäßige Ansprüche zu stellen. Rabb. Dr. B ä h r - Prenzlau möchte auf der Liste nur Namen der Redner haben und wünscht die Rabbiner mit Rücksicht auf die Würde ihres Berufs vollständig zu streichen. Redakteur Klausner -Berlin erklärt sich gegen den Antrag Bochum in allen seinen Theilen. Die Honorirung bezeichnet er als beschämend und. hält es für erforderlich, daß den Vereinen, welche nicht in der Lage seien, schickliche Honorare zu zahlen, von anderer Seite Beihilfen gegeben werden. Nach Ablehnung eines Schlußantrages verweist Dr. Moses-Berlin auf das Muster der kaufmännischen Vereine und die Höhe ihrer Honorirung. Es sei außerordentlich wichtig, den Mitgliedern der Vereine vor Augen zu führen, daß die geistige Thätigkeit denn doch etwas höher eingeschätzt werden sollte, als das bisher der Fall gewesen sei. Dr. Vernfeld - Berlin bemängelt die alljährliche Wiederkehr derselben Themata; die Rednerlisten, welche der Geschichte einverleibt blieben, würden hierdurch ein geistiges Armuthszeugniß bilden. Die Herren F r e n k e l - Hirschberg und Prediger E l l g u t h e r - Neisse treten für die kleinen Vereine ein, welche sich