Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 41-42 (28.5.1903)
- Date
- 1903-05-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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44. Jatzrgmtg. Ein M 41$e 42. Aentrat-Hrgan für das orthodoxe IüdentsüW Begründet von ©*. W%fymmin fei . Donnerstag, den 2. Siwa n. 5663 2 8. Mai 1863. Des heiligen Schowuaus-Festes wegen erscheint unsere, nächste Nummer Donnerstag, den 4. Juni --- Schowuoch — Ruth. .Für den Tag, der in alljährlicher Wiederkehr unseren geistigen Blick'zum Sinai lenkt, empfiehlt ein alter, weiser Brauch eine eigenartige Lektüre, im nb:o, die Geschichte der Moabiterin. der Stammmutter des Sängerkönigs irr, schien den Stiftern jenes Brauches einen sinngemäßen Text.einer hervorragenden Seite, der rnynt? Idee zu bilden. Eine Betrachtung des Hauptinhalts der wird daher zu gleicher Zeit ihren Zusammenhang mit dem Feste der Gesetzgebung erklären. Schon die Weisen werfen die Frage auf: nrs mnzvm Jim« rvzrb wn? m n;co Kn rvc-t? Worin liegt die Bedeutung tv.i V’--i sprach: Sie hatte das Verdienst, die Stammmutter David's zu werden, der in segensreicher Weise durch nrewis arw für die Gotteshuldigung Propaganda machte. David's Tbätigkeit erstreckte sich auf mannigfaltige Gebiete. Bon diesen war das Sangesthum dasjenige, dessen Anfänge über eine herrliche Geschlechtskette hinauf bis zur Moubiterin reichen. Der Kerngedanke von nn abn ist identisch mit jenem Gedanken, welcher sich in der negativen Seite des Gesetzes ausspricht: 'i bapz ^zträt v-c? Nr x'-. Der Ammoniter und der Moabiter sind selbst, wenn sie Juden geworden, nicht tauglich, eine jüdische Ehe einzugehen. Die Ammoniterinnen und die Moabiterinnen können dagegen nach erfolgtem Uebertritt zum Judenthum jüdische Ehefrauen werden. Als Begründung für die Unzulässigkeit des männlichen Geschlechts genannter Völker zur jüdischen Ehe weist die Thora selbst auf die Thatsache hin. daß po? und zxv dem jüdischen Volke während seiner Wüstenwanderung nicht mit Brod und Wasser entgegenkamen. Dieser Tadel trifft nach der snw nur das männliche Geschlecht ort cnp!? aro bv xm vb\"L"X bv. Die Frauen nahmen an der Härte, welche ihre Männer den ermatteten Wanderern gegenüber bewiesen, keinen Antheil; sie zeigten vielmehr in ihrer Zurückhaltung eine gewisse Keuschheit. Sie waren weit menschlicher gesinnt, als ihre Männer, ein Umstand, der ihnen, wie Rabbiner Hirsch s. A. zur angeführten Stelle bemerkt, eben solchen Männern zur Seite doppelt hoch angerechnet werden muß. ' - Die negative Seite des erwähnten Gesetzes ermöglicht somit die Einführung der Ammoniterin und Moabiterin, weil sie auf einer gewissen Höhe des Menschenthums standen, in die jüdische Ehe. Der Gedanke, der daraus spricht, lautet: Das Judenthum sieht dem Menschenthum nicht fremdartig gegenüber; selber nur Vollendung des Menschenthums, ' nimmt es alles Menschliche, welches sich ihm varbietet, zur freien Entfaltung des Letzteren gerne auf: Und der Kerngedanke der nii nV:a? Ist er ein anderer, als der, daß wi selber sich durch ihre her-- vorragende Lebensführung zur Stammmutter Davids würdigte? ini’itp ~in .-ijca xxi .nron? nn ’xo tvznbv Enthüllt nicht diese r&a eine Fülle von Tugenden, durch welche sich an auszeichnet? Und scheint nicht diese in's Einzelne-greifende Schilderung den Zweck zu verfolgen, uns den Gedanken zu veranschaulichen, daß der Völker erleuchtende und veredelnde Geist, welchen der königliche Sprößling in seinen e'°?m besungen, einen Nückstrahl auf die hehre Stammmutter wirft, weil diese, unter ihren moabitischen Volksgenossinnen der Edelsten Eine, durch ihre hervorragenden, allem Edlen zugewandten Eigenschaften die Grundlage bildete,' auf welcher die gedankliche