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Der Israelit · 1903-05-11 · Heft 36 (11.5.1903) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 36 (11.5.1903)
Date
1903-05-11
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Ceutral-Organ für das orthodoxe Judenthum. kälter für die israet. Schule II. Mai 1903.] [»r. 6, MM! Kille KllqM ilöcr W GchmtlM i>tr jiiil. Lkhmslhaft im deilWil Reiche. Bereits vor mehreren Jahren wurde in diesen gesch. Blättern der Gedanke ausgesprochen, daß es ebenso ncthwendig als wünschenswerth sei, ein Bild der jüdischen Lehrerverhältnisse unseres Vaterlandes aus Grund einer statistischen Umfrage zu erhalten. Die Redaktion des „Israelit" hat damals, wie wir zufällig erfuhren, sich an die Leitung des „D.-J. G.-B." gewandt, mit der Bitte, den Gedanken in die That umzusetzen. und der „D.-J. G.-B." hat die Anregung an den „Verband der jüd. Lehrer-Ver." weitergegeben. Dieser Gedanke soll sich jetzt erfreulicherweise verwirklichen, ja, er hat schon greifbare Gestalt angenommen. Der „Verband der jüdischen Lehrer-Vereine im deutschen Reiche" versandte dieser Tage einen „Fragebogen", der von allen jüdischen Lehrern auszufüllen ist. Alsdann ist derselbe an Herrn Realschullehrer Feiner - Hamburg oder Herrn Lehrer Weinberg-Bürgel zurückzusenden. Selbstredend ist es Ehrenpflicht eines jeden Kollegen, gewissenhaft die an .ihn gerichteten Fragen zu beantworten, und so beizutragen zu einem segensvollen Gelingen des ganzen Unternehmens. Denn nur dann, wenn der Statistiker ein vollständiges und dem wahren Sachverhalt " entsprechendes Material vor sich hat, kann er seines Amtes walten und die entsprechenden Schlußfolgerungen ziehen. Nur dann, wenn Deutschlands jüdische Lehrer ein möglichst vollkommenes Material in ihren Beantwortungen hinaus'geben, kann auch das Bild ihres Standes und ihrer Lage ein der Wahrheit entsprechendes und getreues werden. Diese Mahnung ist als dringende Bitte in der Umfrage selbstredend ausgesprochen. Es darf auch wohl erwartet werden, daß ihr gerne und allseitig entsprochen wird. Allein die Erfahrung lehrte und lehrt immer wieder auf's neue, daß derlei Umfragen stets ihr eigenes Schicksal haben. Im Zeitalter der Druckerschwärze und der nervösen Ueberanstrengung, im Jahrhundert der Reklame. Broschüren. Flugblätter, Reden und Vereine, unter der Neberfülle von Eindrücken, die täglich unseren Geist, unsere Sinne fesseln oder beschäftigen, ist die' Nichtbeachtung einer papiernen Umfrage menschlich erklärlich, wenn auch nicht immer entschuldbar. Nicht entschuldbar wäre es im vorliegenden Falle vom kollegialen Standpunkte aus, wenn irgend ein Kollege aus Gleichgiltigkeit und Saumseligkeit sich nicht der — wahrlich kleinen — Mühewaltung unterzöge, genau und gewissenhaft auf die verschiedenen Fragen zu antworten, dazu, wo ihm vollkommenste Diskretion zugcsichert ist. Da es nun — wie gesagt — an solch' bedauerlichen Ausnahmen von der lobenswerthen Regel nicht fehlt, scheint es wohl nicht überflüssig, auch in diesen Blättern auf die einzelnen Punkte der Enquete hinzuweisen. Vielleicht erinnert sich so Mancher seiner vergessenen Pflicht. Uebrigens entbehrt die Enquete nicht des Interesses eines jeden gebildeten Laien oder Nichtlehrers, wofern derselbe sich nur immer ein Herz für „Judenthum und jüdische Angelegenheiten" bewahrt! Denn sicher ist doch die Lage des jüdischen Lehrerstandes, sein Amtskreis, sein Wirken und sein Schaffen etwas, was mit Judenthum und Judenheit enge verknüpft bleibt und folgerichtig bei allen jüdisch denkenden und fühlenden Menschen Beachtung finden muß und darf. Vollends interessant ist der seitens der jüdischen Lehrerschaft eingeleitete Schritt für die jüdischen Gemeindeverwaltungen, insofern jüdische Gemeindeverhältniffe bei der Umfrage berührt werden. Das Resultat der letzteren wird somit ein „werthvoller Beitrag" werden zur statistischen Uebersicht, wie sie alljährlich der »D.-J. G.-B." gibt. Für die in der Enquete speziell berührten Momente gemeindlicher Natur, hat der „D.-J. G.-B." bis-

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