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Der Israelit · 1903-04-30 · Heft 33 (30.4.1903) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 33 (30.4.1903)
Date
1903-04-30
Page
– (sequence 8)
Language
German
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haar war noch nicht erbleicht. Kraft und Entschlossenheit lag in seinen Zügen, viel Trotz und viel Leidenschaft. Aber wunderbar kontrastirte damit ein geheimes Weh, eine düstere Trauer, die auf ihm lag, und auch seine Augen waren zu Boden gesenkt, und auch sein Tritt scheu und leise genug. Allein während Aengstlichkeit in des anderen Natur zu liegen schien, mußte dieser sich Gewalt anihun, und zuweilen flammte verhaltene Glut aus seinem dunklen Auge. Hatten diese Männer eine Schuld auf sich geladen, daß sie so trübe einherschritten im lärmenden Gebrause? Waren sie gar Verbrecher, die lichtscheu die jubelnde Sorglosigkeit der Menge für ihr Handwerk auszubeuten im Begriffe warm? Drei Kriegsknechten, die gerade auf offener Straße in ihrem Handwerk sich übten, schienen dieselben Gedanken gekommen zu sein; sie wurden auf die beiden aufmerksam und unterbrachen plötzlich ihre Beschäftigung. „Du, Peter," sprach der eine, „siehst Du dort den Juden mit dem schwarzen Bart? Das ist der Mann der schönen Sara." „So," lachte der andere, „na, wenn ich zwischen dem und unserem gnädigen Herrn die Wahl hätte, ich wüßte, wen ich mir nehmen soll." / „Ja, weißt Du," sprach der erste, „die Juden sind ganz anders wie wir, die machen aus allem ein großes Wesen und sind gleich bereit, zu sterben." „Sieh mal, wie da der andere so possierlich einhertrippelt," rief der dritte, „kommt, wir wollen sie aufziehen." Die Juden wollten gerade eine enge Gasse betreten, als sich ihnen die Kriegs knechte in den Weg stellten. Der eine zog ein Seil aus seiner Tasche, reichte das eine Ende den beiden anderen, er selbst ergriff das andere Ende, und vereint zogen sie nun das Seil an, daß es straff in ziemlicher Höhe den Juden den Wog versperrte. „Jude, spring drüber," riefen sie und packten den älteren am KrageM * Dieser erschrak und in seiner Furcht duckte er sich, um unter dem Seile, fortzukriechen. Aber mit kräftiger Faust holten sie ihn hervor und wiederholten drohend ihren Befehl. Da erhob dieser fein thränendes Auge, in dem so schmerzliches Flehen lag, daß es nur die Unmenschen nicht rührte. Er raffte sich auf, um den Sprung zu wagen. Aber mochte sein Alter daran schuld sein oder sein langes Gewand, er blieb am Seile hängen und mit lautem Angstschrei fiel er zu Boden. Da lachten die Knechte mit teuflichem Hohn und wandten sich zum andern. Doch scheu fuhren sie zurück. Mkder, kochender Haß loderte ihnen aus dessen Augen sprühend entgegen, krampfhaft war die Faust geballt, als ob sie zum rächenden Schlage sich erheben wollte und heiße Leidenschaft verzerrte seine sonst edlen Züge. Aber im Nu erlosch das Feuer seines. Auges, sein Arm sank zurück und mit bitterem Lächeln auf den Lippen sprang er über das Seil, so behend, daß selbst die Knechte erstaunten, hob den zitternden Greis vom Boden auf und mit langsamen, leisen Schritten setzten sie ihren Weg fort, als ob sie sich furcht:ten, daß ihr Tritt trotz des Lärmens nicht ganz Verhallen konnte. (Fortsetzung folgt.) Hebräischer Briefwechsel. An dem hebräischen Briefwechsel wollen sich folgende Herren betheiligen, die sich unter sich geil, verständigen wollen: Simon Frey—Duna-Szerdahely (Ung.), Kcla Bamberger—Bad-Kissingen. Marstraße 5, Lehrer S. Coblenz—Frankfurt a. M.. Ostcndstraße 58, Josef Altmann—Breslau. Paradiesstraße 5, Moritz Hanau—Frankfurt a. M.. Theobaldstraße 25. Franz Friedmann—Sopran. Theatergasse 10, MajorovicS Jngnacz—Preßburg. Kosiuth L. Pl. 29. Karl Sinai. Religionslehrer—Szaszregen, Hermann Ortner—Legenye- Mihalyi ding.), Präparand I. Meyer, z. Zt. im isr. Institut SÄwabach. Rabb.-Cand. Samuel Feldmann—Nagyoarad (Ung.). H. U. Kader—Hunfahr (Zipsen). Lehrer Calomon Roßhändler— Ehrzanow. Stern iJeremias—Piistyen (Ung.). A. Tandesar— Zabrze. — dien hinzugekommene Theilnehmer: Wolf Reich—EperfeL (Ung.), Dav. Fischer—Eperjes (Ung.). Also-Körut 16. M.Krajewski— Jerusalem. Der „JSraelit" erscheint wöchentlich zweimal, Slontags und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend hoher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehr! durch V. A SkrinarKrr, Leipxrg, Roßplatz )V. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen öftere., für's Ausland 16 Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3932. Telephon 1015. Stellesuchende und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine AnSgabe deS ISraelit" vier Wochen lang gratis und ftaneo erhalten. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so kann man sich für 25 Pfennige das Vierteljahr, indeß ausschließlich bei der Post auf dieselbe unter Nr. 3933 abonnireo. Auf Wunsch stunden wir die Zahlung deS JnsertionöSetragS an außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. V^L-:^")- ..Tbora im Dereck-Errz." - Zeitungsnachrichten und Correspondeiizcii: Deutschland: Berlin. Hamburg. Afrika: Tunis. Feuilleton: Jerusalem. — Hebraiichec Briefwechsel. , Inhalt ver «fim Settagr: Zeitungsnachrichten und Corresoondenzen: Deutschland: Breslau. Bütow i. P S wlseld Oesterreich- Lemberg. Uhtmameu: Bukarest. Rußland: Petersburg. Cherson. Kischiuew. — Letzte Nachrichten: Mainz. — Vermischtes. OrL-triMche Oettao.-: Der Jude. «Fortsetzung.) L Verantwortliche Redaction: OS rar Leb mann In Main». — Croedition de» _n«rni>rifL gfrfi.mftrnSt» <Dr q TOfthffi. Druck und Verlag der J!oh. Wlrth'fchen Hafduchdruckerel Aktiengesellschaft4n Main». ' - Hierzu zwei Beilage.

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