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Der Israelit · 1903-04-27 · Heft 32 (27.4.1903) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 32 (27.4.1903)
Date
1903-04-27
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Musierfarnwn, KreditLanken, Industrien, Fabriken und Werkstätten zu errichten, zu unterhalten und zu unterstützen, und alle Schritte zu fordern, die geeignet sind, die Juden für eine spatere AikÄvanVerung zu erziehen und sie fähig zu machen, sich in den verschiedensten Gegenden der Welt niederzulassen. Die Gesellschaft soll namentlich berechtigt sein, ihre Einnahmen auch auf anderem als auf dem von dem bisherigen Statut vorgesehenen Wetze zu verwenden, um so die Lage d'er aus Rußland stammenden, aber außerhalb Rußlands lebenden Juden zu verbessern. Es wäre zu hoffen, daß die „Jca." mit ihrem Gesuche beim englischen Parlamente Glück hat. dasie sonst für ihre; großen Mittel zur Zeit absolut leine vernünftige Verwendung hätte. London^ 20. April. (Zur Fremden - Einwanderung.) In der Sitzung vom O. d. M. verkündete der Vorsitzende der englischen Fremdenkommission, Lord James von Hereford, daß die Vernehmung der Zeugen, welche 'gegen die Fremdeneinwanderung aussagen wollten, abgeschlossen ist, und daß nunmehr die Kommission zum zweiten Theil ihrer Aufgabe. zur Vernehmung der Zeugen, die zu Gunsten-der Fremden aussagen wollen, schreiten werde. Es haben sich 50 Zeugen gemeldet, welche keineswegs alle Juden sind. Es wird sich nun z'e'igen, ob die englische Presse, welche den Verhandlungen vor der Kommission bis jetzt lebhaft gefolgt ist, auch jetzt, da sie nun für die Inden günstig lauten werden, der Angelegenheit das gleiche Interesse widmen wird. Ms erster Zeuge dieser zweiten Kategorie trat am 12. d. Mts. der Vorsitzende des Londoner „Board of Guardians", Mr. Leonhard L. Cohen, auf. der unter enormem Andrang d'es Publikums im Aufträge seines Boards über die jüdischen Armen in London erschöpfende Auskunft gab. Die fremden jüdischen Armen werden zum kleineren Theil aus dem Fonds für vertriebene russische Juden, sonst aber vom Board unterstützt. Außer diesen beiden Institutionen und der jüdischen Volksküche gibt es in ganz London icise andere für die armen jüdischen Emigranten -''rbätige-.M-.pe Haft. In den ersten sechs Monaten ‘;->4 iürer < nderung erhalten die fremden Juden . . >mrdians" eine Unterstützung nur zu Rück-^-:. n sechs Monaten werden sie auch zu 1 .--rstützt. Im Ganzen hat das - . in den letzten acht Jahren uv-: '!uwanderer unterstützt, davon 'a: > - ' uv. ' Jahre nach ihrer Ankunft. -Y-'-.-eist uu - - beglich. ‘ daß die jüdischen Er,rwü^ - 7. i.. .02.. ffernt „Paupers" zu sein, -alle-Geld,-«y.-.'‘:*g*?:, 'i, ' ich g'enug, um sie länger - als ein Ja^. .. < - -.-'len.-'"Erst-der schwere Kampfizxfl -.. ''ngelaNnien Terrain zwingt sie in. von ' .Ähren, die- Hilfe ihrer GlaM>-. .---2 'a m nehmen. Dir Zahl dieser Ertrinkenden, die'sich an den „Board of Guardians" zu klammern versucht haben, betrug in dem angegebenen Zeitraum 8512. Daß London , für die fremden Juden durchaus kein goldener Boden ist, beweisen die 2835 Leute, welche nach siebenjähriger Anwesenheit in London jüdische Hilfe in Anspruch nehmen mußten. Letzte Nachrichten. Frankfurt a. M., 27. April. Die akademische Feier im Zoologischen Garten ist unter zahlreicher Bet Heiligung der städtischen, staatlichen und Schulbehörden glanzvollst verlaufen. Sämmtliche Redner hoben als besonderes Verdienst der Schule hervor, daß stets Thora mit Derech Erez seine Verkörperung kn dieser Schule gefunden. Im Aufträge Sr. Majestät des Kaisers erhielten Orden Prof. Dr. P o r t m a n n und Prof. Dr. S u l z b a ch, sowie der Pedell der Schule. Weiterer Bericht folgt. . / vermischtes. Budapest, 2v. April. Der Professor und Primarius Dr. Wilhelm Goldzieher erhielt in Anerkennung feinet Verdienste um d'e Heranbildung von Aerzten und um die Fachliteratur, das Offiziers kreuz des Franz-Josess- Ordens.. Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig. auf Gegenseitigkeit, errichtet 1830 (alte Leipziger). Im ersten Viertel des Jahres 1903 sind 2046 Einträge über M. 15 337 200 Versicherungssumme (M. 1968 000 mebc als in der gleichen Zeit des Voriahres) eingegangen und 1707 Versicherungen über M. 13100 500 <M. 1705 700 mebr als in der gleichen Zeit des Vorjahres) abgeschlossen worden. Es hat sich damit der Versicherungonsbestand auf 657 Millionen Mark gehoben, während das Vermögen auf 229 Millionen Mark angewachsen ist. Bei der alten Leipziger Gesellschaft, die eine reine Gegenseitigkeitsanstalt ist. fließen alle Ueberschüffe in Gestalt von Dividenden den Versicherten wieder zu. die auf diese Weise bis jetzt 81 Millionen Mark erhalten haben. Im laufenden Jahre betragt die Dividende für die länger als fünf Jahre bestehenden Versicherungen beim Dividendenplan A. wie feit mehr als einem Jahrzehnt 42®/# Der ordentlichen Jahresbeiträge, bei abgekürzten Versicherungen außerdem noch 1.5®/» der Summe der gezahlten Zusatzyrämien: bei dem Dwidendenplan B gelten steigende, nach der Dauer der Dersicheruiig abgestufte Dwidendensütze. die die Leipziger Gesellschaft in der von Anfang an in Aussicht gestellten Hohe fortgewahrt während viele andere Gesellschaften sich, gezwungen gesehen haben, ihre steigende Dividenden herabzusetzen. Die echten Hebräischen Melödieen. Uebersetzung von S. Heller. Aus dem Nachlasse herausqegeben von Professor vr. David Kaufmann. 296 Seiten 8®. Geheftet Mk. 4.—; fein gebunden Mk. 5.—. (Breslau. Schlesische Berlagsanstalt o. S. Schottlaender-.) In der klassischen Vorrede zur ersten Auf» läge der echten hebräischen Mslsdieen hat David Kaufmann seinem Freunde S. Heller für alle Zeiten ein unvergängliches Denkmal errichtet und auf das stille Grab des damals schon verblichenen genialen Dichters und Ucbersetzers einen unverwelklichen Ruhmes« kranz gelegt. — Das Werk, dem David Kaufmann mit prophetischem Geist-» stets die verdiente Verbreitung und Anerkennung weissagte, und dem er so viel mühevolle Fürsorge und Hingebung gewidmet» erscheint nun in zweiter Austage, und somit geht ein warm gehegter Herzenswunsch des Herausgebers in Erfüllung, woran, sich Zu erfreuen ihm leider nicht mehr vergönnt sein sollte.*) _ - *) Das Werk wurde bei seinem Ersterscheinen vor ungefähr.10 Jahren m diesen Blattern ausführlich besprochen. Red. d. „Israelit.

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