Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 32 (27.4.1903)
- Date
- 1903-04-27
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Zeitungsnachrichten und Correspon-enren. / Deutschland. Berlin. Die Einführung jüdischen Religionsunterrichts in den städtischen höheren Lehranstalten Schömbergs ist von der Deputation für das höhere Schulwesen in die Wege geleitet worden. Me Deputation, in der bereits in früheren Jahren die Angelegenheit erörtert war, hat in. ihrer letzten Sitzung auf Grund der Frequenzz'iffern beschlossen, zunächst je einen Kursus an der Hohenzollernschule für die Vorschulklassen und für die Klassen Sexta bis Quarta, di'e zusammen von 56 Schülern mosaischen Glaubens besucht werden, und für die 30 Schülerinnen der unteren Klassen der höheren Mädchenschule einzurichten und zu diesem Zwecke bei den Eltern anzufragen, ob sie ihre Kinder an dem Unterricht theilnehmen lassen wollen. Bei - einer genügenden Anzahl von Kindern wird der Unterricht schon mit Beginn des Sommer-Semesters ausgenommen werden. Die Anstellung der jüdischen Religionslehrer, deren Stunden, wie die der wissenschaftlichen Hülfslehrer, honorirt werden sollen, behalten sich die städtischen Körperschaften vor:- Für die mittleren und oberen Klassen der genannten Anstalten und für die übrigen höheren Schulen muß wegen der geringen Zahl jüdischer Schüler von der Einführung des Unterrichts vorläufig Abstand genommen werden. Berlin. Ein „Heim für altersschwache und ar-, beitsunfähige jüdische Taubstummen" soll in Berlin errichtet werden. Es ist diesem Projekt des „Vereins zur Förderung der Interessen der israelitischen Taubstummen in Deutschland", welchem gegenwärtig 120 Mitglieder angehören und der ein Vermögen von 7752.93 Mark besitzt, wie der soeben erschienene Jahresbericht l901/02 besagt. Der Vaufonds für das erwähne Heim ist allerdings noch nicht allzugroß, denn er beträgt 802.83 Mk. ' Man hofft jedoch auf eine baldige Stärkung desselben, sodaß die Errichtung der Heimstätte nicht allzu lange auf sich Marten lassen wird. Pfalzbnrg. lG ed e n k fei e r.) Eine seltene Gedenkfeier wurde dieser Tage von unserer altehrwürdigen Jsraeliten-Gemeinde abgehalten, welche das hundertjährige Jubiläum des im Jabre 1803,gegründeten. „Gemiluth-Chesed-Verssins" beging. Von 24 frommen Gemeindemitgliedern in's Leben gerufen,, wirkt dieser Humanitäts-Verein seitdem sehr segensreich. In/ den letzten Jahrzehnten, war es besonders die Muni-, fieenz der bekannten.frommen Familie.des verewigten' Herrn David Weil äüs Paris, welche den Verein reichlich unterstützte,, und '.'och heute.sind es die. Sohne die-.:.: ses Mannes, welche, /alljährlich am Jahrestage des'-/ Todes ihres Vaters^-rmhafte Subventionen "der 'Ge-/, meinde zuwenden. V-m feierlichen. Gottesdienste'hielt.// Rabbiner Dr. Wiener . die Festpredigt. /Am Rach-, mittag fand ein groü'Z Festessen statt.' •///; * ’ Ö e ü e r t t \ ch. ' 1/1 Wien, im April. Die alljährlich am. 25/Makz stattfindende Gründung^frier der „JsraeMschen Kinderbewahr-Anstalt" 'hierrelbst wurde diesmal mit/ er-/ höhtem Glanze, und. besonderer Weihe begangen..' Mit: diesem Tage ist die so h/rrliche Schövftmg des selben'' Josef Wertheimer in das sechzigste Jahr ihres Bestandes getreten, eine WohlfahrtLnnftalt. die mit Rücksicht- < darauf, daß sie nur durch mi^-ihät'ige . Zuflüsse von < Legaten, Spenden und Mitgliedsbeiträgen sich erhält/.', heute zwar Großes leistet, aber Dennoch den drängenden Ansprüchen der armen jüdischen Bevölkerung nach Äufnähme, ihrer Kinder kaum zur Hälfte genügen// kann./ Im vorigen Jahre ha tten 334 Kinder im - Alter. von. / 3—6 Jahren Aufnahme, Unterricht und ganze Kost -/ gegen Zahlung von durchschnittlich acht Heller säglich/- erhalten! Die Zahlung soll eben nur märkirt.werden,, damit die verschämte Armuth sich nicht zu scheuen . brauche, ihr Kind, ihr welkes Blümchen, das. sonst nt... des Elends dumpfem Heim verdorren müßte,, in diesen , Menschengart'en einzusetzen, wo Licht und Wärme und Glück und Freude athmen und. junges .Leben wachsen und.gedeihen muß. Wahrlich, diese. Anstalt verdiente-. - es, daß der Kultusvorstand'auch ihr sein . Augenmerk, - und seine Fürsorge zuwende, auf daß das schöne' Werk , / endlich zur Ausgestaltung käme und dem edlen Zwecke / voll und ganz genügen könnte. Der schöne Pfalmvers, - der an der Stirnseite dieses Hauses prangt: „Durch/, den Mund der Kinder schaffst Du den Sieg, den. Feind / verstummen zu machen," müßte der Repräsentanz ün- / serer Wiener Judenschaft als Mahnruf gelten,/ auch:/ diese gar nicht, mehr wegzudenkende Institution/ untere ihre schützenden Fittige zu. nehmen: // , , -../ / r . Wie Josef W'ertheimer aber durch Begründung der/ / Kinderbewähranstalt, so hat der langjährige Direktor...' derselben, Herr. Albert S./Fischer, . .der/Altmeisier/det// Kindergartensache in Oesterreich/.' sich', ein' rmvergäng-// liches Verdienst dadurch erworben, daß er auch für den// Nachwuchs an, pädagogisch gebildet^ .Lehrerinnen für | den Kindergärten, sorgte, Und,so als 'er'ste.r/in Oeste'rreich,.. , Zm Jahre 1868 Inicht/nur M erjle/utch/MusieM8eyÄ^l j /Lehranstaft/zü'r Heränbilöüng von Mn^ in's Leben .ftef, sondern/anch einen neuen,/' weiblichen / ünd' edlen Beruf erweclle.der Tausenden intelligenten, > aber armen Mädchen einen anständigen Erwerb zu