Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 32 (27.4.1903)
- Date
- 1903-04-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2449890-2449920--58108-2522467- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ein Kentrak-Hrgan für das orthodore ZudenLßuw. Begründet von tontag, Ven 2 9. Nissan 5663 27. April 196». abonnkt man bei allen Postanstalten für die Monate LUH.L Tm& <3T«3ai auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeitungsschalter deS Wohnsitzes deS Bestellers oder bei dem bei treffenden LaudbrieftrLger aufgegeben werden. r8^>m Die Briefträger sind berechtigt, den AbonnementS-Betrag kn den ersten 25 DKgen des MonatS gegen Quittung in Empfang zu nehmen. Ausland entsprechend höher. Are GrpedUion des .Israelit." Am «ü Llbul Lin vergleich von Rabbiner Dr. Ludwig A. Nosenthal, Preußisch-Stargard. (Fortsetzung.) Die Stellung der Frau war in der biblischen Zeit im Judenthum keine untergeordnete. Denken wir an die Prophetinnen Mirjam, Debora, Hulda, an die Spenderinnen zum Heitigthum, an Jaöl, an die Levitenfrau in Gibea, welche die Veranlassung zum Vernichtungskampfe gegen Benjamin war, an Hanna und Elkana, an Michal, die Tochter Sauls, an Abigail, an Thamar und Ammon, an die Frau des Jerobeam, an Jsebel und Atalja. Also im Guten und Bösen treten diese Frauen kräftig auf. Das Bild des Abfalls von Gott ist bü den Propheten und in der Thora das der Buhlerei; nach einer theologischen Ansicht, die wir nicht theilen, soll Hosea durch häusliches Unglück zum Propheten geworden sein. Allerdings gab es in der besten Zeit keine babylonischen Verschwenderinnen. Die Frau entsprach wohl dem Bild, das am Schlüsse der Sprüche Salomo's entworfen ist. Wie hätte sonst der Psalm das ganze Glück des Gottesfürchtigen in der Gattin sehen können, die gleich dem fruchtbaren.Weinstock des Hauses Wände umrankt, in den Kindern, die gleichtOelranken den Tisch umgeben? Wie hätte bei Hesekiel der Tod der Gattin das Sinnbild des tiefsten Leides sein können? Wie wäre eine Ruth möglich? Im Amos und Jesaia, unter damasccnlfchem und assyrischem Einflüsse, -da hört man wohl von den „Kühen von Bafan, die ihren Männern zurufen: Schaffet, damit wir trinken!* Da erfährt man von den Damen, die durch Jerusalem trippeln und sich an's Fremde schließen; da haben wir die vernichtende Aufzahlung der Gewandungen und Schmucksachen, die uns die „Hebräerin am Putztisch* zeigen. Aber selbst hier ist die Frau immerhin in guter Stellung. Im Sirach tritt ganz besonders dieSchühung des Ehelebens und der Frauen hervor, schon an dem weiten Umfange erkennbar, den die günstigen, wie die ungünstigen Schilderungen einnehmen.*)' Die Schammaiten wollten die Ehescheidung' nur im Falle der Unzucht gestatten. Gerade die Hilleliten zogen die Fesseln nicht so eng.**) Die späteren Nabbinen verboten die Scheidung wider Willen der Frau, außer wenn das Unrecht auf ihrer Seite war. Wir müßten ganze Talmudseiten abschreiben, wollten wir die hohen Anschauungen des Judenthums über Ehe, Frauen und das Glück des Zusammenlebens darthun. Eine Beruria, die Gattin R. Me'lrs, steht unter solchen Verhältnissen nicht vereinzelt da. Und durchschreitet man geschichtlich das Mittelalter, so ist die Ehe der Trost und Halt des gebeugten Judenthüms, so sind *) Vor Erscheinen des JeremiaS'schen Vortrages geschrieben. **) 3. die babylonische Geinara z. St., um die Entwickelung eines solchen Rcchtsgesetzes zu erkennen. Ende Glttin. S. Jeremias. Moses und Hammurabi. S. 13 Anm.. . . ' ^8472704