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Der Israelit · 1903-11-12 · Heft 90 (12.11.1903) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 90 (12.11.1903)
Date
1903-11-12
Page
– (sequence 19)
Language
German
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2) Einen festen Gehalt, der mit den Jahren steigt. ' 3) Versorgung im Atter und Fürsorge für Wittwen und Waisen. ' Der gediegene und mit großer Sorgfalt auf Grund mühevoll gesammelten statistischen Materials bearbeitete Vortrag wurde mit großem Interesse von der Versammlung entgegengenommen und mit reichem Beifalle belohnt. An der stch anschließenden regen . Debatte betheiligten sich besonders die Herren: Dist.- Rabbiner Dr. Kohn-Ansbach, Bamberger- Nürnberg, Gutmann -Dettingen, Wechsler- Alzenau, Adler- Fürth u. Dr. Braunfchweig e r - Würzburg. A. M a ndelbaum, Schriftführer. uHstaAettLilZevl In unserer erfindungsreichen Zeit, wo eine Neuerung die andere verdrängt und, was heute noch unglaublich schien, morgen schon Ereignitz geworden ist. kann auch einem sonst harmlosen und friedfertigen Pädagogen in einer unbewachten Stunde der „unwiderstehliche Drang" kommen, die lieben Mitmenschen durch etwas noch nicht Dagewesenes in fassungsloses Erstaunen zu setzen. Dann veröffentlicht der eine psychologische Studien über das Seelenleben einer Eier legenden Henne, der andere beglückt, einen! tief gefühlten Bedürsniß abhelfend, die Welt mit einem Apparat, kleinen Kindern auf die leichteste Methode das Schreien beizubringen, und der dritte fühlt seine dichterische Ader anschwellen und er verehrt seinem Leibblait ein lyrisches Gedicht. Meine Schreibmappe barg bisher ein Blatt Papier, noch strahlend in keuscher Weißheit. Darauf standen alle ungeschriebenen Zeitungsartikel, die ich im Laufe der Jahre hätte verbrechen können. Und so oft ich den Posuk von dem Vüchermachen ohn' Ende las. dachte ich an mein weißes Blatt und that einen Seufzer der Erleichterung. Eine Laune des Augenblicks ist es also wohl nicht, die mich eine verehrl. Redaktion des „Israelit" um Aufnahme dieser Zeilen ersuchen ließ, auch nicht das Verlangen, mich einmal „gedruckt" zu sehen, sondern einzig und allein die moralische Verpflichtung, meine Kollegen in Stadt und Land auf ein Schriftchen hinzuweisen. dessen Kenntniß auch dem praktischsten Lehrer bei Einübung der hebräischen Quadratschrift neue Hilfsmittel zu bieten vermag. „Die Renaissance des alten hebräischen Lese-Unterrichts im Lichte moderner Methodik." lautet der Titel des dreißig Seiten starken Merkchens, dessen Verfasser. R. Adler, Lehrer an der isr. Realschule zu Fürth ist. Wieder eine neue Methode! dachte ich, als die Post mir die Broschüre brachte. Kaum freue ich mich mit meinen Schülern der Rosenthaler'schen Fibel mit ihren trefflichen Bildern aus dem jüdischen Leben, und nun schon wieder etwas Neues! Sollte ich es mit einem zweifelhaften Machwerk moderner Erfindungssucht und eitler Methodenhascherei zu thun haben? Nur mit Widerstreben und Mißtrauen ging ich an die Lektüre' des Heftchens. Doch je weiter ich las, desto mehr wuchs mein Interesse; denn nichts Neues, Uraltes in modernem Gewände wird da geboten. Zur Zeit erfreuen sich die Bilderfibeln allgemeiner Beliebtheit. Doch haftet ihnen ein fühlbarer Fehler an: es ist der gänzliche Mangel an innerem Zusammenhang zwischen Anschanungsbild und Buchstaben. Das Bild hat mit dem einzuübenden Schristzeichen der Form nach nicht die entfernteste Aehnlichkeit und Nichts weiter mit ihm gemein, als den gleichen An- oder. Aus- : lauf. Welche zusammengesetzte, anstrengende Denkarbeit ein Kind bewältigen muß, um den Laut durch die Erinnerung an das Bild zu reproduzieren, das weiß jeder psychologisch und logisch gebildete Lehrer. Die Einprägung der Form des Schriftzeichens bleibt hierbei eine vollständig mechanische, gedächtnißmäßige Arbeit. Diese kann man dem Kinde nur erleichtern, wenn man ihm ermöglicht, das Zeichen selbst mit einem bekannten Ding zu vergleichen, dessen Namen den Laut vergegenwärtigt. Wäre es nun nicht möglich, Anschauunqsbilder zu finden, deren Formen der Form des Schriftzeichens möglichst nahe kommen? Mit anderen Worten: Wäre es nicht möglich, die Buchstaben so zu stilistren, daß sie selbst Gegenstände darstellen, also selbst Anschauungsbilder werden? Sollte das bei unserer malerischen Quadratschrift mit den überaus charakteristischen, geradezuornamental wirkenden Buchstaben unmöglich sein? . ' Es ist möglich! Klar zeigt es uns die erwähnte Schrift, und nicht nur dies, sondern auch, daß

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