Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 90 (12.11.1903)
- Date
- 1903-11-12
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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CeilLral-Organ für das orthodoxe Judenthum. ~ +—«.» 0 . » ' ' 12. Nov. 1903.1 für die israek. Schule. äHLMMMtz Bsitttf M KI. SO* lR». 14. (Bericht über die 24. Generalversammlung pro 1903). Zum ersten Male tagte unser Verein in der freundlichen Altmühlstadt Gunzenhausen. Trotz der für eine große Zahl von Kollegen ungünstigen Lage des Versammlungsortes war der Besuch ein zahlreicher und die Erschienenen gaben einen Beweis dafür, daß Standesbewußtsein und Standesinteresse, ein lebhaftes Gefühl zur Pflege der Kollegialität in ihnen pulssre, daß aber auch nicht minder die Ideale.des Lehrerstandes, der Trieb zur Fortbildung, das Wohl der Schule und der ihnen anvertrauten Jugend eine gleich wichtige Herzenssache seien. Mit dem Worte Boas an seine Arbeiter: zzzv 'r., «Gott sei mit ' Euch!" eröffnete der Vorsitzende H. G o l d st e i n - Heidingsfeld die Versammlung, einen Vergleich ziehend zwischen den Leiden und Freuden des Landmannes, seinen Erfolgen und getäuschten Hoffnungen, mit denen des Lehrerstandes. Vor Eintritt in die Tagesordnung erfüllte die Versammlung eine patriotische Pflicht und brachte wie immer, wenn wir uns zu ernstem Schaffen zusammen finden, unserem erlauchten Königshause ihre Huldigung dar. Begeistert stimmte daher die Versammlung in das auf unseren erhobenen Prinzregenten ausgebrachte Hoch ein. Namens der Kultusgemeinde Gunzenhausen begrüßte deren erster Vorstand, Herr Rudolf S e e b e r - g e r die Versammlung, dem Vereine seine Sympathien bezeigend. Aus den Vegrüßungsworten des Herrn Distriktsräbbiners Dr. K o h n - Ansbach, zu dessen Bezirk Gunzenhausen gehört, leuchtete seine schon so oft bekundete Lehrerfreundlichkeit und sein Interesse an den Bestrebungen der Lehrer hervor. Herr Kollege Marx-Gunzenhausen drückte in seinem Willkommengruß seine Befriedigung darüber aus, daß der Verein zu seinen Tagungen auch kleinere Plätze wählt, wo- durch die Kenntniß seiner Ziele und dadurch die Förderung derselben in immer weitere Kreise dringe. ' Der Vorsitzende dankte den Rednern. für ihre freundlichen Worte und erstatte hierauf Bericht über das verflossene Jahr. Das wichtigste und freudigste Ereigniß, das seit unserer jüngsten Versammlung in die Erscheinung getreten, sei die Anweisung und Auszahlung des bewilligten Staatszuschuffes an unsere Bezugsberechtigten. In der Thatsache, daß derselbe durch die Verwaltung erhoben und nach demselben Modus, wie die anderen Vereinsbezüge, vertheilt werden dürfte, sei ein besonderer Akt des Vertrauens der Kgl. Staatsregierung zu erblicken, wofür wir zu Dank verpflichtet seien. In der betr. Regierungsentschließung war der Verwaltung nahe gelegt worden, die dem Vereine noch fernstehenden Kollegen zum Beitritte aufzufordern, da nur Vereinsmitglieder an dem Staatszuschuß theilnehmen könnten. Das zu diesem Zwecke ergangene Zirkular hatte jedoch nur einen minimalen Erfolg. Trotz unserer 170 Mitglieder sind im diesseitigen Bayern noch ca. 70 Lehrer, und in der Pfalz alle, mit' Ausnahme von dreien, die sich zum Beitritt noch nicht entschließen konnten. Es wäre freilich ein idealer Standpunkt, wenn man sagen könnte, die sämmtlichen jüd. Lehrer Bayerns seien von dem gleichen Geiste der Kollegialität und der Zusammengehörigkeit durchdrungen und bilden zur Hebung und Förderung des Religionsschulwesens wie ihres Standesinteresses eine geschlossene Kette nach dem Vorbilde des großen bayer. Volksschullehrervereins. Denn wahrlich, mehr als je ist beute ein solcher Zusamenschluß ein Gebot der Nothwendigkeit. Die Gründe sind schon des Oeftern in Versammlungen und Zeitschriften erörtert worden und