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Der Israelit · 1903-04-22 · Heft 30-31 (22.4.1903) · page 48

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 30-31 (22.4.1903)
Date
1903-04-22
Page
– (sequence 48)
Language
German
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fahren, spat erst zum Poeten gemacht; W seelische Notwendigkeit eines ihn befreienden Gefühls ihm die Leier in, die Hand gedruckt: die Trauer, die Trauer um den Tod seiner geliebten Gattin. Darum besteht auch das Hauptverdienst seiner Lyrik, die, wie alle echte Posie aus der Seele kommt, darin, daß sie grundecht ist und auf eine harmonische, in sich abgeschlossene Persönlichkeit deutet, die ein warmes Herz für alles Edle, Gute und Schone mitbringt. Ja, seine Gedichte haben als Grundzüge eine Pietät, eine Gefiihlstiefe, die ich am prägnantesten mit „poetisch" bezeichnen möchte. Zu der Eigenart des Empfindens kommt ferner, daß Ziel6nziger viel Sinn für graziöse Formschönheit entwickelt, die so mit . dem Inhalt der Gedichte immer voll harmonirt, ein weiteres - Merkmal, das ihn zum klassischen Dichter erhebt. Ob wir nun seine schwebenden, einschmeichelnden Lieder aus dem „Requiem" u. a. vernehmen, welche persönliche Empfindungen des Dichters zum Ausdrucke bringen, oder feine StimnMNgslyrik, in der namentlich seine gefestigte Lebensanschauung hervortritt, oder feine Ged'ankenlyrik urfb packenden Balladen: alles kommt von Herzen und geht zu Herzen, denn alles, was ihn bewegt, weiß er ungekünstelt in anmuthige, fein abgetönten Klängen zu bringen, und in die rechten Worte zu kleiden. Ueberall also die in moderner Zeit fast verloren gegangene klassische Linie. So ist Zrel6nziger eine ganze Persönlichkeit. ein wahrer Poet, ein Dichter des deutschen Hauses und der jüdischen Familie. ZiMnziger wird jetzt 83 Jahre alt. Seit 1899 sind bereits sechs Bände Gedichte von ihm im Vertage von Leonhard Simion zu Berlin erschienen, zuletzt, 1903, seine Lieder, Fabeln und Charaktergedichte. Poetisches erlebt und Erlebtes poetisirt, mithin nach Scherer, ein Dichterleben! Zu vielen Gedichten wäre es für den Leser vortheilhaft. wenn er die persönlichen Erlebnisse des Poeten kennen würde. In einem bescheidenen Werke, das in absehbarer Zeit aus meiner Feder erscheinen soll, habe ich es unternommen, einiges aus seinem Leben zu erzählen und die Verdienste Ziel6nzigers zu ehren, des edlen Menschen und Dichters. Potsdam. Felix Falk. . Neu rinManstene Bücher. (Besprechung v.'»behalten.) .v .2 w-cab p'wm im&'n m weis r'D'in ca vrwrrvw'n ixesp irr-mprns ,XV">rm pni .ex m pc - 1902 x*»p2„ ■nasr 1? rrux £»'*> x-ipc .'irr>12 er j (Arnold B. Ehrlich)-mz p* z:c e.' p vsseb j < 62 ysrxinjjn:) -,yerD re’ b& wsnz .:ctn xpx*p! 7WIS WlWffB C5 TOri. 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Jahrgang. Nr. 2. Berlin» Februar 1903. ZielSnziger. Bernhard, Potsdam. Neue Gedichte. Erster Band 131 S., zweiter Band 215 S., dritter Band 221S. Pr. per Band Mk. 2.50, geb. Mk. 3.—. Berlin 1903. Leonhard Simion. Landsteiner, Karl.JosefWichner.Eineliterar-historische Studie. 39 S. Wien 1903. Heinrich Kirsch I.»Siagerstraße 7. Seuffert, Bernhard. Teplitz in Goethes Novelle. 33 S.. Pr. Mk. 0.80. Weimar, Hermann Böhlaus Nachf Ritter, Alexander. Der faule Hans. Oper in einem Aktnach einer poetischen Erzählung Felix Dahns. 141 S- Klavierauszug vom Komponist»». Pr- Mk. 9.—. Leipzig. Fr. Kistner. Verantwortliche Redaktion: OSear Leh manu ln Mainz — Expedition des .JSraelit". Schottstraße Nr. 2. Mainz. DrmS unb Verlag der Joh. Wirth'fchen Hoibuchdruckerei Actien-Selellschaft dr Mcck«.

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