Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 89 (9.11.1903)
- Date
- 1903-11-09
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeitgemälde von I. F. KxssjrwsKi in autorisirter Uebertragung. 50) . „Ich?" fragte Jakob. „Na, ganz Unwillkürlich!" sagte Mann. „So sage ich Ihnen denn hiermit. Sie kompromittiren sich und uns durch Ihr Verhalten!" Jakob hörte ihn ruhig an, mit spöttischem Lächeln, die Hände aus der Brust gekreuzt. Obschon er sich dies Alles nicht recht erklären konnte, und es ihm manchmal vorkam, als befinde er sich in irgend einer schlechten Komödie., „Die Regierung richtet auf Leute, wie Sie, ihr schärfstes Augenmerk, und schließt von ihnen auf uns Alle. Was bedeutet aber denn Ihre kiirzliche Ünterhaltung mit dem Grafen Baworow und dein Obersten Sofronow bei Frau Wtorkowska in Gegenwart des Raths Pikulinski, der sie in der Stadt herumtrug? Was bedeuten diese Durchstechereien mit solchen rothen Narren, wie die Beiden, die Sie eben erst verließen? Sie schließen sich augenscheinlich der Revolution an! Und das ist eine Tollheit! Uebrigens handelt cs sich weniger um Sie, wenn Sie sich durchaus umsonst zu Grunde richten wollen! Uns aber—.das wiederhole ich — auch uns kompromittiren Sie! Sie stellen uns blos! Und das kann nicht so bleiben!" „Und was weiter?" fragte Jakob, welcher schon die Geduld verlor. ' «Aber, mir scheint, was ich sagte, genügt schon! Was wollen Sie weiter tbun? Erklären Sie sich. Die Unterhaltung mit Baworow!" „Haben Sie sie denn gehört?" „Nun, nein! Aber.der.Rath erzählt, Sie hatten schreckliche Grundsätze laut werden lassen!" ' ' „Kennen Sie Pikulinski?" . „Allerdings! Er ist, mit Verlaub, ein Esel!" sagte Mann in seiner gewohnten Grobheit. „Glauben Sie denn an seine Erzählung?" „Ich könnte sie zwar auf Rechnung seiner FeigheU nehmen, aber auch Baworow hält Sie für einen gefährlichen Menschen! Uebrigens habe ich fetzt dafür schon andere Beweise, als jene langen Stiefeln, die mir auf der Schwelle begegneten!" . „Wissen Sie denn, weßhalö der mit den langen Stiefeln zu mir kam?" „Doch nur um zu konspiriren?" „Falsch gerathen! Er brachte mir nur eine Warnung, daß ich vorsichtig sein möge! Denn ich könnte mein reaktionäres Verhalten mit dem Leben bezahlen! Vertrüge sich das, was e r mir sagte, mit dem, was Sie mir mittheilten, so würde ich Ihnen sehr dankbar sein!" „Wirklich?" fragte Mann erhobenen Hauptes. „Auf mein Ehrenwort!" - „Das ist nur ein Beweis, Herr Jakob, daß Sie keinen Takt besitzen, da Sie es nicht verstanden, sich einer Partei anzuschließen, haben Sie es mit beiden verdorben!" - - - - „Verehrter Herr, das ist die Geschicklichkeit, . wie sie gewissenhaften-Menschen eigenthümlich ist!" sagte Jakob, immer unruhiger werdend. „Mit Lästerungen