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Der Israelit · 1903-10-26 · Heft 85 (26.10.1903) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 85 (26.10.1903)
Date
1903-10-26
Page
– (sequence 17)
Language
German
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litm ’ ,sa fpBi i i iwm WmS% irl y^SUJf, -^r-Si. gj-C-WVVO S S S yf^ >W i 'M^6 gON^Q 26. Okt. 1903.] MW VMtWA ^MDSMhE)' Zeitgemälde von I. I. UvsszewsKi in autorisirter Uebertragung. 48] Ob dieses Ja!, welches er vor fünf Minuten ausgesprochen, sich mit dem gleich darauffolgenden Ja! vertrug, darum kümmerte sich der Rath nicht im Geringsten. Ihm ging es nur darum, sich nicht mit der Gewalt und deren Repräsentanten zu Überwerfen, was immer die schlimmsten Folgen nach sich zieht. Beharrlich diesen Weg verfolgend, gelangte Pikulinski vom Kanzlisten zu einer hohen Stellung in der Hierarchie, erhielt den Stanislaus erster, den Annen zweiter und den Wladimirorden dritter Klaffe, und außerdem noch die Schnalle für 25 Dienstjahre. Er war eine wandelnde, verkörperte Null und gerade deßhalb ihnen so theuer. Hätte man ihm befohlen, den leiblichen Vater zu verfluchen, er hätte es gethan, indem er sich also entschuldigte: „Wie konnte man sich wohl mit der Gewalt Überwerfen! Das zieht ja die schlimmsten Folgen nach sich. Die schlimmsten Folgen! Uebrigens rennt man nicht mit dem Kopse durch die Mauer." Des Rathes bediente man sich anß überall zu allem, wie des Wassers, zu Unterschriften, zu Fußsällen, zur Präsentation, zu Adressen, zu Deputationen, zu Loyalitätsversicherungen für die Regierung, kurzum, wo irgend ein Loch zuzuflicken war. Der Rath war unschätzbar, denn er war untrüglich. Uebrigens war er der bravste Mensch und spielte vortrefflich Preference! Man konnte ihm schon von vornherein prophezeihen, daß er noch Geheimer Rath und Senator werden, den Weißen Adler erhalten und die höchsten Stellungen einnehmen werde. Nur Zeit gehörte dazu. Jeder Beweis Seitens der Regierung, daß. sie seine Eigenschaften zu schätzen wisse, rührte , den wackeren Pikulinski. Er lief in das Schloß in der neuen Montur, mit dem neuen Orden, tiefbewegt und ergriffen, demüthiger noch in der Seele, und sprach zu sich selbst: „O wären doch Alle diesen Weg mit mir gegangen! Wie viel Unglück hätten wir da vermieden! Aber sie haben keinen Takt, diese Leichtsinnigen!" ' Rath Pikülinski hatte, obschon er zur Unterhaltung zugezogen wurde, daran nur einen sehr bescheidenen Antheil. Er nickte mit dem Kopfe und wiederholte dann sein Wort für Alles, sein: Ja, welches ihn niemals kompromittirte. Am gesprächigsten war Graf Baworow, der sich, da er soeben erst angekommen, vorkam, als befinde er sich in irgend einem Petersburger Salon am Newski Prospekt. „Rußland kann kühn sagen," rief er, „wie das Italien Cavours:'^ara da se! Wir brauchen nicht die Hülfe dieses Oesterreichs, noch des feudalen Preußens!,.' Das junge Rußland fühlt in sich selbst die Kraft, es mit Polen und dem Westen auszunehmen!" „Ja! o ja!" sagte. Pikulinski. „Wenn wir lieber die Reibung vermeiden möchten!" sagte Sofronow leise, mit. Kopfschütteln. „Ja! o ja!" meinte der Rath. . .. :; . Jakob erhob sich gereizt und rief: „Auch mir scheint es, daß eine gesunde Politik nur zu einer Vermeidung dieser Reibung und dieses Kam-; /1.

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