Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 25 (30.3.1903)
- Date
- 1903-03-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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'*• Ein ' ' Kentrak-Hrgan für das orthodore IudenLhum. ■'///;■' ' Begründet von ..... ©*. i* - ■ Montag, den S. Nissan 5663 3«. März 1993. Da mit dem 1. April 1903 ein neues Quartal beginnt, so erlauben, wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1903 eingetragen unter Nr. 3932. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittung) erhalten das Blatt bis . Ende dieses Monats gratis. . NnWk AAHtzrhmtt mii) iljtf rituelle Von Dr. P. Münz, (N ü r über g), Badearzt in Bad Kifsingen. Me Diätetik, die Lehre einer richtigen und zweckentsprechenden Ernährung und Lebensweise, spielt in der medizinischen Disziplin der alten Juden eine bedeutsame, wenn nicht gar die bedeutsamste Rolle. Schon in Bibel und Talmud finden sich eine Reihe von vorzuMchen Angaben, welche den Speisegenuß regeln. An-, gäben, die, im Lichte der modernen Wissenschaft betrachtet, sich in ihren- Wirkungen als hygienisch heilsam erweisen.*) Ebenso wird von fast allen jüdischen Äerzten des Mittelalters Werth und Bedeutung einer vernunftgemäßen Ernährung betont, und der Diätetik eine Rolle zugewresen, die nicht minder den Geist reicher Erfahrung wrderspiegelt. Da erglänzt vor Allem als ein Stern erster Größe neben Maimonides, dem Altmeister der mittelalterlichen Medizin, der jüdische Arzt Jsak Judaeus, auch Jsak el Israel genannt, welcher mit Recht als einer der bedeutendsten Diätetiker des Mittelalters bezeichnet wird. Sein auf Grund wissenschaftlicher Ueberlegungen und reicher Erfahrungen gestütztes Uriheil, daß es vortheilhafter sei, Krankheiten anstatt durch Arzneien, durch eine richtige Ernährung *) Dgl. hierzu und zu anderen Stellen mein „Handbuch der Ernährung für Gesunde und Magenkranke Mit besonderer Aerucksicküiguna der jüdischen Syeiseaesetze". 1902. Verlag ^der VotzTWrrty'schen Hofbuchdruckerei A.-G„ Mainz. 188 S. Pr.2M. zu heilen, hat durch die modernen Forschungen die vollste Anerkennung gefunden, und' durch den gleich- - lautenden Ausspruch**) des Altmeisters' der heutigen - Medizin, von Leyden, die wissenschaftliche Auferstehung gefeiert. Erst in den letzten Jahren ist durch die gnurd- - legenden Arbeiten Namhafter, moderner Forscher (Boas, . Ewald, 'Munk, Rubner, Rosenheim, Senator, Voit u. 's. w.) ein neues Licht über die mannigfach gestalteten Vorgänge des Verdauungs- und Stoffwechsels verbreitet und auf dem Böden exakter Forschung erkannt . worden, welche weittragende Bedeutung die richtige Gestaltung der Lebensweise und der Diät gewinnt,, um auf der einen Seite die Gesundheit des Menschen zü erhälten, und auf der anderen Seite Krankheiten günstig zu beeinflussen. - Bon diesem Gesichtspunkte' geleitet, ist man in der jüngsten Zeit bestrebt gewesen, dem Organismus, zumal in allen jenen Fällen, in denen eine Berdammgsschwäch'e oder ein Widerwille gegen die gewöhnliche Nahrungszufuhr besteht, in denen es auf eine Erhaltung und Stärkung der Körperkräfte ankommt, an r Stelle der von der Natur uns gebotenen Nahrungsmittel sogenannte künstliche Nährpräparate zu reichen. Den künstlichen Nährpräparaten fällt in erster Linie die Nolle eines die Ernährung fördernden Unterstützungsmittels, eines Aushilfsmittels zu, und man wird ihrer überall dort, wo die Darreichung der gewöhnlichen Nahrungskost (Fleisch. Milch, Eier, Brod) Noth leidet, kaum entrathen können. Wenn man bedenkt, daß das Eiweis in dem Haushalte des Organismus die wich- .... **) Der alte Ausspruch: qal bene purgat, besc carat (wer gut "" entleert, der heilt gut) hat durch v. Leyden die Modisieation erfahren <1»I l>ene uutrit, bene curat (wer gut ernährt, der heilt gut,