Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 61 (1.8.1904)
- Date
- 1904-08-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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- Hanau 1× ep/1047937
- Mosbach 1× ep/1045224
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1313 und psychologisch-pädagogische Verstöße in großer Zahl nachgewiesen. In Anbetracht der sehr vorgeschrittenen Zeit, — es war Abend 6 Uhr geworden — wurde Punkt 6 der Tagesordnung „freie Besprechung von Vereins- und Standesc-ngelegenheiten" fallen gelassen und die Versammlung mit dem Wunsche geschlossen: Frohes Wiedersehen nächstes Jahr in Wurzburg! Während der Tagung gelangten verschiedene Broschüren, Anzeigen etc. zur Verlhcilung. u. a. auch Prospekte des neuen Werkes: „Geschichte der Juden* von Dr. L. Löwenstein. Bezirksrabbiner in Mosbach. Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei A.-G. in Mainz, das warme Empfehlung und beste Ausnahme fand. H. S. 36. Jabresverfammluim der isr. tebrerkomerenz vellevr. Hanau, 23. Mai. Am heutigen Tage fand hier im Sale des „Hotel zum Riesen" die 36. Jahresversammlung der israelit. Lehrerkonferenz statt: sie war in Berücksichtigung dcr ungünstigen Lage des Versammlungsortes gut besucht. Außer den gewohnten und seit Jahren liebgewordenen Gästen. Herrn Landrabbiner Dr. Prager-Cassel, als Vertreter des Vorsteheramtes zu Cassel und Herrn Provinzialrabbiner Dr. Munk-Marburg als Bertreter des Vorsteheramtes zu Marburg, nahmen noch Theil an der Versammlung Herr Provinzial rabbiner Dr. Bamberger-Hanau. als Vertreter des dortigen Vorsteheramtes, sowie die Aeltesten der dortigen Synagogengemeinde. Rack einem gemeinschaftlichen Choralgesange eröffnete der Vorsitzende. Amram- Borken, die Verhandlungen mit einem Begrüßungswort an die Mitglieder und Gäste. Der Vorsitzende weist dann auf das in nahe Aussicht gerückte — besonders auch für die jüdische Schule bedeutungsvolle Schulerhaltungsgesetz hin und tritt warm n'jr die Erhaltung und Weiterentwicklung der jüd. Volksschule ein. Herr Prov.-Rabv. Dr. B a m b e r a e r dankt für die freundliche Einladung und Begrüßung, betont seine aufrichtige Theilnahme an den Bestrebungen zur Hebung der israelitischen Schule und erkennt au, daß dcr Zusammenschluß der Lehrer ein wichtiges Mittel zur Förderung der Schulinteresscn fei. In gleichem Sinne spricht auch Herr Landrabbiner Dr. Prager Namens des Casseler Vorsteheramtes und weist auf die Thatsache hin. daß das Dorsteheramt in Cassel auf der hessischen Lehrerkonferenz stets durch em Mitglied vertreten gewesen sei. Cr freue sich, auch heute auf's neue wieder hervorheben zu können, daß das Vorsteheramt und auch er selbst die Bestrebungen der Konferenz gerne unterstützen. Redner erläutert die Vortheile der gemeinsamen Arbeit und wünscht, daß auch die heutige Versammlung gleich den früheren Jahrgängen dazu beitrage, die hohen Ziele der Konferenz ihrer Verwirklichung näher zu bringen. Den gleichen Wunsch spricht auch-Herr Prov.-Rabb. Dr. Munk in längerer, herzlicher Rede aus. Sämmtlichen Rednern wurde reicher Beifall gespendet. Herr Lehrer W e r t h e i m - Heldenbergen, der die Versammlung nach ihrer Eröffnung mit seinem Besuche beehrte, wurde vom Vorsitzenden in herzlick-er Weise begrüßt; er erwiderte die Begrüßung in gleich inniger Weise, sowohl im eigenen, als im Namen des Oberhcssischen Lehrervercins, dessen Vorsitzender er ist. Nachdem dann der Vorsitzende den Jahresberickt erstattet, aus welchem hier besonders' der Hinweis auf den Erfolg der an den Landtag gerichteten Petition, betreffs der Besoldung des VorsängerdicnsteS erwähnt sei, nahm Herr Oppenheim- Wehrda das Wort zu seinem Referat: „Die Verwendung der Pirke-Aboth beim Unterrichte." In eingehender, klarer Weise, unter Anführung vieler praktischer Beispiele, wies der Vortragende den hohen erzieherischen Werth der Pirke- Aboth nach und zeigte, wie sie in zweckmäßigster und natürlichster Weise beim Unterricht Verwendung finden können. Nach längerer, anregender Debatte gelangten schließlich die folgenden, vom Referenten aufgestellten Leitsätze unter einigen redaktionellen Aenderungen, zur Annahme. 1) Die Pirke-Aboth vermögen als gediegene Kernsprüche und erhabene Sittenlehren, das Wissen zu bereichern und Charakter und Gemüth zu bilden. 2) Die Kenntniß der Pirke-Aboth ist um so mehr erforderlich, als sie einen Bestandtheil unserer Gebetordnung bilden. 3) Durch ihre Sentenzenform sind sie zur sichern Einprägung der im Religions- und deutschen Unterricht gewonnenen Lehren geeignet. 4) Die Pirle-Aboth geben dem Lehrer beachtenswerthe, pädagogische Winke. Namens der Lesebuchkommiffion berichtete der Vorsitzende, daß die Kgl. Regierung angeregt habe, betreffs der Herstellung eines möglichst gleichartigen Lesebuches mit dem Hauptausschuffe des Hessischen Volksschullehrervereins in Verbindung zu treten. Da jedoch die Fertigstellung des künftigen Lesebuches noch geraume Zeit in Anspruch nehmen wird, soll bis dahin im Rothfalle zum Lesebuch des Hess. Volksschullehrer-