Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1904-08-01 · Heft 61 (1.8.1904) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 61 (1.8.1904)
Date
1904-08-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2449986-2450043--61162-2522203
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

13l2 Nachlaß der 20 Proz. Staatssteuer nicht gewährte. Die Mitgliederzahl hat um 8 zugenommen und beträgt 173. Gestorben ist ein Mitglied, der pensionirte Lehrer Heymann - Nürnberg. Außerordentliche Mitglieder zählt der Verein über 1000. Diese boten einen Ersah für das Minus von ca. 1000 Mt. an Spenden gegen das Vorjahr. Auch der Vertrag mit der Buchhandlung Kaufsmann-Frantfurt brachte bedeutend weniger, der mit derViktoria-Berlin hatte überhaupt kein pekuniäres Ergebnis. Die Gesellschaft Viktoria zeige sehr wenig Kulanz und es dürfte der diesbezügliche Vertrag wohl kaum mehr erneuert werden. Das Neujahrswunschenthebungsverzeichniß zeigt, daß noch viele Kollegen nicht mitthun. Die Kgl. Bayr. Staatsregierung bat einen jährlichen Zuschuß von 2000 Mk. gewährt, was zu einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Se. Kgl. Hoheit Prinzregent Luitpold veranlaßte. Vorstandsmitglied Dingfelder - München theilte sodann mit. daß die nächstjährige Versammlung, mit welcher der Verein sein erstes Vierteljahrbundert beschließe, als Jubiläumsfeier geplant sei und darum in Würzburg. wo des Vereins Wiege stand, abgehalten werden solle. (Der sel. Direkwr L. Stern-Würzburg war Gründer des Vereins.) Er machte hierzu folgende Vorschläge: :,) Die Verwaltung solle sich durch Kooptirung zu einem Festkomitee ergänzen; 10 es sei eine Geschichte des Vereins zur Vertheiluna an alle Mitglieder auszuarbeiten; <0 jedes Mitglied zable 3 Mk. Festbeitrag; 0) als, Festtage seien der 10. und 17. Juli 1905 zu bestimmen; r) alle befähigten Mitglieder möchten Beiträge zu einer Festschrift liefern: f l alle Details seien dem Komitee überlassen. Diese Vorschläge wurden en l>Ina angenommen. Die Nechnungsrevision durch die Kollegen Klestadi Bamberg und Rauh Hirschaid ergab keine Beanstandung und es wurde dem Kassirer Dr. Braunschweiger-Würzburg, sowie dem Schriftführer Mandelbaum mit Decharge der Dank des Vereins ausgesprochen. Zu Revisoren für die nächste Rechnung wurden Ebrcnreich-Höchberg und Hellmann-Mürzburg gewählt. Nachdem noch Herr F r ä n k e l seinen Dank i für die Ehrung ausgesprochen, wurde zur Neuwahl der Vorstandschaft geschritten. Einem Antrag Ehrmann- Fricdberg auf Mahl per Acclamation konnte als satzungswidrig nicht stattgegeben werden. In den Wahlausschuß wurden gewählt: Klestadt-Bambera. Ehrenrcich-Höchberg und Zucker-Königshofen. Die Wahlresultate ergaben — ehrend für den Verein wie für die Verwaltung — fast einstimmige Wiederwahl sämmtlicher Verwaltungsmitglieder. Kassirer Dr. Braunschweiger gibt einen Beschluß der Verwaltung bekannt, den Nnterstützungstheil von 125 Mk. auf 140 Mk. zu erhöhen, welcher auch nach kurzer Defolte — einige Herren wünschten Erhöhung auf 150 Mk. — die Zustimmung der Versammlung erhielt. Schriftführer Mandelban m verlas sodann einige Begrüßungen, so von den Herren Dr. Eckstein. Dr. Stein-Schweinfurt. K. Wahler-Schöllkrippen und den Teilnehmern am fränkischen Sängerfest in Würzburg. Die Buchhandlung K a u f f m a n n - Frankftirt theilt mit. daß sie die biblische Geschichte von Stern einer Umarbeitung in padag. und method. Hinsicht unterziehen lassen will und bittet um Vorschläge Seitens der Lehrer Bayerns. Nunmehr erhielt Kollege Anfanger-Memmelsdorf das Wort zu seinem Referate: »Die rechtliche Stellung des jüdischen Lehrers." In markanter Rede, . vielfach durch laute Beifallsbezeugungen unterbrochen, entrollte der Referent ein Bild der rechtsunsicheren, vielfach unwürdigen Lage der israel. Religionslehrer in Bayern, namentlich hinsichtlich der Ansiellungsoerhältnisse. der Stellung zu den Vorgesetzten, der Sicherung des Einkommens, der Nebenämter u. s. w. nnd gelangte schließlich zu der Forderung, es sei eine Kommission zu bilden, welche die berechtigten Forderungen des jüdischen Lehrerstandes zu einer Denkschrift ausarbeiten und nach Begutachtung Seitens einer General versammlung an geeigneter Stelle als Material zur Regelung der Angelegenheit in Vorlage bringen solle. Reicher Beifall lohnte dem Redner am Ende seiner ca. cinstündigen Ausführungen, dein der Vorsitzende noch in kurzen Dankesworten Ausdruck gab. An den Vortrag schloß sich eine sehr ausgedehnte und lebhafte Debatte. Durch zahlreiche Vorkommnisse und Erlebnisse einzelner Kollegen, theilweise aus allerncues.er Zeit wurde die unyaltbare. rechtlos-' Lage der jüdischen Religiovslehrer illustrirt und es wurde schließlich einstimmig beschlossen, eine Kommission zu wählen, welche die geeigneten Schritte zur Hebung und Verbesserung der einschlägigen Verhältnisse einleiten sollte. In diese Kommission traten ein die Herren Goldstein-Heidingsseld, Mandelbaum-Würzburg und Dinafeldcr-Münck>en. Um die nöthigr Fühlung mit dem Landesverein und dem Rabbinerstande herbeizuführen. sollen auch drei bäuerische Rabbiner in diese Kommission delegirt werden. Nach Erledigung dieses Punktes der Tagesordnung trat die Mittagspause ein mit gemeinschaftlichem Mittagessen. Während desselben wurde manches ernste und heitere Wort in gebundener und freier Rede vom Stapel gelassen. Die Versteigerung des Tischgebetes ergab einen namhaften Beitrag zur Vereinskasse. Nach Schluß der Tafel wurden die Beratbungen fortgesetzt und es erhielt Kov. Blatt- Obbach das Wort zu seinem Referate: »Eine Besprechung der S. Müller'schen Geschichtsbücher." Der Referent glaubte die Bücher bestens empfehlen zu sollen, wenn er auch einzelne, ihnen anhaftende Mangel nicht verkannte, da sie z. Zt.' von besseren Arbeiten aus diesem Gebiete nicht nbertroffen würden. Die anschließende. theilweise sehr erregte Debatte zeigte jedoch, daß man vielfach anderer Meinung sei. Es wurde« an der Hand von Beispielen sachliche Unrichtigkeite»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.