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Der Israelit · 1904-07-28 · Heft 60 (28.7.1904) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 60 (28.7.1904)
Date
1904-07-28
Page
– (sequence 26)
Language
German
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erfüllen und zu andächtiger Begeisterung erheben. Ich will nicht einzelne Stücke herausgreifen, namentlich in den Kompositionen für die Festtage ist das Eigenthümliche eines jeden Festes in vollendet künstlerischer Wesse gewahrt. Wohl mögen auch seine Schöpfungen auf diesem Gebiete, in ihrer den Gottesdienst unendlich' verschönernden Wirkung, dem Meister Herz selbst manche frohe Stunde bereitet haben, umsomehr als dieselben in dem damaligen stimmbegabten und gelehrten. Darnistädter Kantor Nehemias Leucht einen trefflichen Interpreten gefunden hatten. So ragt neben den berühmtesten Schülern des Altmeisters Bögler im Tarmstädter Kunstleben und! der Geschichte der Darmstädter isracl. Gemeinde Herz | Hachent.urger als vollendeter Künstler, genialer Dirij gent, fruchtbarer Komponist synagogaler Gesänge und : edler, hochherziger Menschenfreund hervor. j Von seinen Söhnen widmete sich der älteste, Hähnel Herz ebenfalls der Musik und war lange Zeit j geschätztes Mitglied der Hofmusik, genoß jedoch auch! wegen seiner Virtuosität als Klavierspieler einen be-! deutenden Ruf und versuchte sich ebenfalls erfolgreich auf dem Gebiete synagogaler Komposition. Für die vielseitige musikalische Veranlagung der Familie ist die Thatsache genügend beredt, daß der zweite Sohn des Musikus Herz, Seckel Herz, welcher hier als Photograph thätig war, zuweilen auch in dem Herrschen Quartett mitwirkte. und nach den Mittheilungen des Kammermusikers Ravp alle Instrumente spielen konnte, so daß er überall, wo es Noth that. hellend einsprang. Zum Schluffe sei hier der Nachruf auf den im Jahre 1851 verstorbenen Meister Herz wiedergegeben, welchen das Regierungsblatt, die „Darmstädtec Zeitung". im Jahre 1853, anläßlich der Enthüllung des von seinen Freunden nnd Verehrern gestifteten Denksteins brachte, und welcher in gedrängten Zügen eine warme Würdigung seines verdienstvollen Wirkens enthält: „Darmstadt. In diesen Tagen wurde dem am 27. Januar 1851 verstorbenen Musiker Herz <H. HZ von Freunden und Verehrern desselben ein Denkstein gesetzt,*) was Veranlaffung gibt, einige Worte über den Hingeschiedenen hier niederzulegen, dessen musikalische Kunstfertigkeit auch in weiteren Kreisen rühmlich bekannt w a r. Einer Familie entsprossen, welche seit mehr als einem Jahrhundert die Musik zu ihrem Berufe wäblte,**) folgte auch er demselben mit solcher Liebe •> Bon brr Meisterhand Schölls trcfflidj ausgeführt. Der Stein, von qefälliger und gesibuwlkvoLer Form, trügt die -dufi* qnie» der Kunst, welche Herz so würdig autziidte. von einem Lor» deerkranz umwunden, nnd eine iein Wirken als Künstler und Mensch treffend bezeichnende Inschrift. . . ‘ t . ••) Er war cm Sohn des seiner Zeit ko rühmlich bekannten Mnsikers Hätmle Hachenburger, welcher sich unter anderen Auszeichnungen der besonderen Gnade des damals sich hier ans» ballenden Pfalzgrasen, nachherigen Königs Maximilian von Bayern, -u erfreuen hatte. zur Kunst, daß er durch seinen unermüdlichen Eifer im Studium der Meisterwerke, unterstützt von seinem angeborenen Talent, eine hohe Stufe erreichte; namentlich aber wurde seine Tanzmusik, welche er viele Jahre hindurch dirigirte, so berühmt, daß er damit sehr oft an fürstliche Höfe berufen wurde. Seine Kompositionen und Arrangements für Guitarre. Quartette und größeres Orchester fanden allgemeinen Beifall, und ein bleibendes Denkmal seines edlen, künstlerischen Strebens hat er sich dadurch gesetzt, daß er mit vielenAufopferungen alle beim jüdischen Gottesdienst gebräuchlichen Gebete nnd Lieder in Musik setzte und einen Choralgesang in's Leben rief, welcher in würdiger Weise zur Erhebung des GemuthS beiträgt, erbauend wirkt, und sich nicht allein des Beifalls seiner Glaubensgenossen, sondern auch seiner christlichen Mitbürger zu erfreuen hatte, die bei verschiedenen Feierlichkeiten, namentlich bei der Einweihung der Svnagoge (1853, Alte Synagoge), bei dem Trauergottcsdienst für den höchstseligen Großherzog u. s. w. diesen zu Horen Gelegenheit hatten. So groß aber auch die Verdienste waren, welche sich der Hingeschiedene als Künstler erwarb, ebenso verehrungswürdig war derselbe als Mensch durch seinen biederen nnd anspruchslosen Charakter. Keine Gelegenheit ließ er vorübergeben, wo er. der selbst für eine zahlreiche Familie zu sorgen hatte, und in beschränkten Vermügcnsverhästnissen lebte, nicht die Noth und das Elend zu lindern sich bestrebt hätte. So gab er zum Besten der Abgebrannten Hamburgs und Niedereisenhausens, sowie bei der großen Theuerung im Jahre 1847 zum Besten der hiesigen Armen Concerte. Auch ohne äußeren Denkstein, der sein Wirken so würdig ehrt, würde darum, wir sind überzeugt, sein Andenken unter Allen, die ihn kannten, namentlich unter seinen zahlreichen Schülern und denen, welche er so oft durch seine heiteren Klänge zur Fröhlichkeit gestimmt hat. nicht so bald erlöschen! Er war ein Biedermann im wahren Sinne des Wortes. Friede seiner Asche!" Das Grabdenkmal enthält in seinem Aufsatze in erhabener Meißelung die Embleme der Kunst des Meisters Herz, nämlich: Geige,Bogen,Note nb l a t t. und als Sinnbild seiner vielen Ehren einen Lorbeerzweig. Darunter befindet sich nachfolgende Inschrift: V'v am# ip' tnt ahn pin aion p a'ö'n er»

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